Welt am Sonntag, 21. März 2004
Während von Gen- und Bio-Wissenschaften breitflächig die Rede ist, verschläft die Öffentlichkeit eine weitere Revolution: die Nanotechnologie. Vielleicht ist die Idee, dass winzige Maschinen Moleküle hin und her schieben und kombinieren können, einfach noch zu kühn und unglaublich. Doch die Industrienationen investieren Milliarden in die Forschung, die unsere Welt einmal von Grund auf neu modellieren könnte - von heute schon existenter durchsichtiger Sonnenmilch bis hin zu verbesserten Organen, die mikroskopische Biomaschinen unserem Körper hinzufügen. Der Wissenschaftsjournalist Niels Boeing hat das seltene Talent, komplexe Dinge anschaulich und kritisch darzustellen, die Protagonisten einer noch kleinen, bald vielleicht enorm wichtigen Wissenschaftsszene. Es wird Zeit, die Welt des Allerkleinsten zu entdecken.
Stuttgarter Zeitung, 2. April 2004
Niels Boeing, ein Wissenschaftsjournalist, der Physik und Philosophie studiert hat, gibt einen leicht lesbaren und gut strukturierten Einblick in die komplexe Materie. Sein Buch ist gespickt mit Beispielen und lässt auch Nebenaspekte nicht einfach stehen, sondern erläutert sie anschaulich und bildhaft. Der Diskussion um Visionen der Nanotechnologie und Ängste vor den neuen Möglichkeiten, wie sie vor allem in den USA und Kanada geführt wird, räumt der Autor angemessenen Platz ein und bleibt dabei immer sachlich und nüchtern. Statt sich am Ende einer der Positionen anzuschließen, entwickelt Boeing verschiedene denkbare Zukunftsszenarien - ein vorbildlicher Weg, den Lesern die Möglichkeit zu geben, sich eine eigene Meinung zu bilden.
