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Alles Leben ist Problemlösen: Über Erkenntnis, Geschichte und Politik [Taschenbuch]

Karl R. Popper
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1. September 1996
Karl Popper, einer der einflußreichsten Denker dieses Jahrhunderts, hat an diesem Buch bis zu seinem Tod gearbeitet. In den 16 Texten dieser Auswahl kommen noch einmal die großen Themen zur Sprache, die sein Lebenswerk beherrscht haben.

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Alles Leben ist Problemlösen: Über Erkenntnis, Geschichte und Politik + Auf der Suche nach einer besseren Welt: Vorträge und Aufsätze aus dreißig Jahren + Lesebuch: Ausgewählte Texte zur Erkenntnistheorie, Philosophie der Naturwissenschaften, Metaphysik, Sozialphilosophie (Uni-Taschenbücher 2000)
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Pressestimmen

»Karl Popper gehört mit Sigmund Freud und Ludwig Wittgenstein zu den Söhnen der jüdischen Bürgerschicht von Wien, deren Gedanken die geistige Landschaft Europas im 20. Jahrhundert verändert und geprägt haben.« Günther Patzig in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Karl R. Popper, geboren am 28. Juli 1902 in Wien, gestorben am 17. September 1994 bei London. Er emigrierte 1937 nach Neuseeland, wo er am University College in Christchurch lehrte. Von 1946 bis 1969 war er Professor an der London School of Economics. 1965 wurde er von Königin Elizabeth II. geadelt. Von seinen zahlreichen Büchern liegen auf deutsch unter anderem vor: »Das Ich und sein Gehirn« (mit John C. Eccles), »Auf der Suche nach einer besseren Welt« und sein in Deutschland erfolgreichstes Buch »Alles Leben ist Problemlösen«. Zuletzt erschien »Die Welt des Parmenides. Der Ursprung des europäischen Denkens«.

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52 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Ich bin Optimist" 29. Oktober 2006
Von M. Thomas
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Lebensmotto ist ein treffendes Selbsturteil eines der populärsten Philosophen des 20. Jahrhunderts: Karl Raimund Popper. Den falschen Propheten, die uns einreden, die Welt sei eine Hölle, setzt er beherzt sein Credo entgegen: "Wir im Westen leben im Himmel ... Wir dürfen unsere Welt nicht länger beschimpfen und schlecht machen. Sie ist bei weitem die beste, die es je auf Erden, und besonders in Europa, gegeben hat." Woher nimmt ein Mann, der in seiner Jugend Faschismus und Diktatur erlebt hat, der Verwandte und Freunde in der Todesmaschinerie Hitlers verloren hat, diesen Optimismus? "Optimismus ist Pflicht", sagt Popper. Obwohl diesen Optimismus ausdrücklich nicht auf die Zukunft ausdehnt, fordert er ein engagiertes und verantwortungsbewusstes Handeln der Menschen für ein Leben in Frieden. "Et in terra pax hominibus bonae voluntatis - Und Friede auf Erden für alle Menschen, die guten Willens", lautet ein Bibelzitat Poppers. In einem Interview, das Popper 1992 dem Magazin Spiegel gab, vertrat er die Auffassung, dass für den Erhalt des Friedens auch Kriege geführt werden müssen. Ein sicher nicht nur in heutiger Zeit umstrittener Satz.

"Demokratie im Sinne von Volksherrschaft hat es so gut wie nie gegeben", schreibt Popper. Demzufolge gibt dem angelsächsischen Mehrheitsparteisystem mit seinen stabilen Mehrheiten den Vorzug, auch wenn Minderheiten oft nur unzureichend im Parlament vertreten sind. Von einer Regierung fordert er vor allem eins: es muss möglich sein, "die Regierung ohne Blutvergießen durch eine Abstimmung loszuwerden ... Demokratien sind also keine Volksherrschaften, sondern sie sind in erster Linie gegen Diktatur gerüstete Institutionen." Den Staat würde liebend gerne auf die Größe eines "Ministaates" ohne Paternalismus und autoritäre Ansprüche beschränken. Doch Popper ist sich bewusst, dass dies die reale Welt nur begrenzt zulässt. Welcher Staat kann schon auf die Landesverteidigung - zweifellos ein Paternalismus - verzichten? Aber mit den ersten Schritten in Richtung Privatisierung der Sozialversicherungen gibt der Staat Verantwortung ab.

Eben so sehr wie Popper jede Zukunftsvorhersage und Fortschrittsgesetze ablehnt, hat er sein ganzes Leben lang sie marxistische Doktrin bekämpft. "Der Marxismus ist am Marxismus gestorben". Popper ist der festen Überzeugung, dass die prognostizierte Verelendungstheorie sowie die "heimliche Diktatur der Kapitalisten" ausgemachter Humbug seien. Zumindest über den letzten Punkt würde ich gerne mit ihm diskutieren. Nicht nur den Marxismus, auch dessen Wurzeln, den Deutschen Idealismus kritisiert Popper als "die größte intellektuelle und moralische Katastrophe, von der die deutsche und die europäische Intelligenz jemals heimgesucht wurden." Hegel und den Hegelianern wirft er Sprachverschmutzung vor. Die romantischen Ideale unterstützen ein Moralsystem, "das im Grunde auf Anbetung der Macht beruht." Immer wenn der Mensch von der Geschichte der Menschheit redet, spricht er von der Geschichte der Macht.

Besser als bei allen Handlungen die "Galerie im Auge zu behalten" sollten wir alle, und Popper nennt insbesondere die Intellektuellen, bescheidener sein. "Wir wissen nichts " das ist das Erste. "Deshalb sollten wir sehr bescheiden sein" das ist das Zweite. "Dass wir nicht behaupten zu wissen, wenn wir nicht wissen" das ist das Dritte.

Die Naturwissenschaften basieren nicht auf Wissen, sondern auf Vermutungen und Hypothesen, die es zu überprüfen oder besser noch zu widerlegen gilt. Popper stellt ein dreistufiges Schema auf: Problemstellung, Lösungsversuche, Elimination. Er ermutigt die Wissenschaftler, ihre Thesen selbst in Frage zu stellen und auch anderen, bei der Falsifikation zu unterstützen. Wissenschaft bedeutet, Theorien durch andere Theorien zu ersetzen. Deshalb ist die wissenschaftliche Methode nicht kumulativ. Dieses Verfahren, das auf Versuch und Irrtum aufbaut, ist prägend für Poppers wissenschaftliches Verständnis und Ausgangspunkt für seinen Optimismus, dass es für (fast) alle menschlichen Probleme Lösungen gäbe: "Alles Leben ist Problemlösen". Den Darwinismus fasst er nicht negativ als Kampf ums Dasein auf, sondern bewundert die Anpassungsfähigkeit des Lebens an die oft feindliche Umgebung: "Ich vermute, dass das Leben millionenfach entstehen musste, bevor es eine Umgebung gefunden hat, an die es angepasst war."

Das Leib-Seele Problem enthält für Popper "große Rätsel, die vielleicht niemals lösbar sein werden. Es ist eben das schwierigste und tiefste Problem der Philosophie, das zentrale Problem der Metaphysik der Neuzeit." Er nähert sich dem Thema, indem er folgende Kategorisierung der Welt vornimmt. Welt 1 beinhaltet die physische Welt, Welt 2 die Bewusstseinsvorgänge und Welt 3 die Produkte des menschlichen Geistes, z.B. Sprache, Theorien. In seinem Ansatz sind alle Welten offen für Wechselwirkungen. Unser Bewusstsein bestimmt die Theorien und wird von diesen bestimmt. Natürlich haben architektonische Theorien direkten Einfluss auf die Welt 1, aber die Natur ist eben auch Lehrmeister für die Wissenschaft.

Fazit: Karl Popper schreibt einfach und verständlich ohne zu verflachen. Er ist ein Gegner jeder Sophisterei. Beeindruckend ist seine umfassende Kenntnis unterschiedlicher Wissenschaften, wie man sie nur selten findet. Ich wünsche mir für mich und meine Mitmenschen ein wenig vom Optimismus und der Lebensbejahung dieses Menschen, den von sich selbst behauptet: "Ich bin ... der glücklichste Mensch, den ich kenne. Ich finde das Leben unbeschreiblich wundervoll."
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Karl R. Popper - heute aktueller dennje 29. August 2010
Von akr
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Lesen! Sicher gibt es viele Werke von Popper die lesenswert sind, aber dieses ist sicher ein guter Einstieg. Der Aha Effekt tritt schon sehr bald ein. Wer Lust hat seine Gedankenwelt etwas zu ordnen, dem empfehle ich das Buch sehr.
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72 von 81 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Poppers Spätwerk, das auch politische Fragen behandelt 7. September 1999
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Preiswerte Popper-Reader sind selten, da ist es erfreulich, dass der Piper-Verlag diesen Band herausgebracht hat. Das Buch ist eine Zusammenstellung von sechzehn späten Popper-Texten und ist inhaltlich in zwei große Abschnitte eingeteilt. Einerseits geht es um Fragen der Naturerkenntnis, also der Epistemologie. Danch beschäftigt sich Popper mit gesellschaftspolitischen Themen, die er unter dem Aspekt der Vorläufigkeit unseres Wissens und der potentiellen Möglichkeit des Scheiterns beleuchtet.

Grundsätzlich ist die Qualität der Texte eher mittelmäßig, vergleicht man sie etwa mit "Logik der Forschung" oder "Die offene Gesellschaft". Dies liegt sicher daran, dass sie aus der Spätphase seines Lebens stammen, wo Popper kaum noch etwas Innovatives zu Papier gebracht hat. Andererseits wollte der Verlag offensichtlich ein breites Publikum ansprechen, so dass schwer verständliche philosophische Erörterungen eher abgeschreckt hätte. Wer sich also primär für den Kritischen Rationalismus interessiert, wird enttäuscht sein. Aufschlußreicher dagegen ist das Buch, wenn man sich für den Menschen Popper interessiert, und hier wird man fündig.

Wie eine rote Linie zieht sich bei Popper die Frage von Freiheit und Zwang durch sein Werk. Im ersten Teil des Buches wird dies besonders deutlich bei der Frage nach dem Leib-Seele-Problem. Entgegen seiner üblichen Art, metaphysische Annahmen nicht anzuerkennen, klammert sich der Philosoph an seine 3-Welten-Theorie, um dadurch einem vollständigen physikalischen Determinismus zu entgehen. Ähnliche Ansichten vertritt er, wenn er von der "essentiellen Unvollständigkeit" der Wissenschaft spricht und sich gegen einen völligen Reduktionismus wendet. Innerhalb der Politik und Geschichtswissenschaft geißelt er analog dazu die Vorstellungen von quasi-deterministischen historischen oder sozialen Gesetzen und stellt ihnen die Autonomie des Individuums entgegen. Konsequenterweise lehnt er jede Form von "Sinndeutung" der Geschichte bzw. politischer Ideologie kategorisch ab und wirft eben jene "mangelnde Bescheidenheit" den Intellektuellen vor. Gleichzeitig wendet er sich gegen den Zynismus bzw. Fatalismus in der Politik, immer seinem Motto getreu, nachdem "die Zukunft offen" sei. Mögen speziell die politischen Ansichten Poppers für den Leser zu einfach und banal klingen, so sind sie dennoch eine anregende Lektüre jenseits der üblichen modischen Zeitdiagnosen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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Veröffentlicht am 26. August 2009 von Rene Ruschmeier
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Veröffentlicht am 16. Oktober 2008 von Ralf77
5.0 von 5 Sternen sehr gut
sehr gutes Buch eines Menschen, der wirklich Interesse an einer guten, humanen Welt hat, im Gegensatz zu den Mießmachern des Daseins. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. Juli 2007 von Rezensentin/Rezensent
5.0 von 5 Sternen Philosophie ohne komplexe Gedankengänge
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Veröffentlicht am 28. Juli 2004 von Matthias Kaiser
5.0 von 5 Sternen Tolles philosophisches Buch
Dieses Buch ist eines der letzten des großen österreichischen Philosophen Karl R. Popper. Lesen Sie weiter...
Am 28. August 1999 veröffentlicht
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