Von den Feuilletons der Milena Jesenska kannte ich nur die wenigen, die der gebundenen Fischer-Ausgabe der Briefe an Milena angefügt sind. Kafkas Briefe an Milena habe ich einmal gelesen, Milenas Feuilletons dutzende Male. Allein "Der Teufel am Herd" verdiente es, zu einem kategorischen Imperativ aller Ehen zu werden- und "Meine Freundin" hat mich oft zu ehrlichen Tränen gerührt und ist doch die beste Waffe gegen Selbstmitleid. Endlich ein Buch, in dem ich weiterlesen kann- und es gewiss noch dutzende Male tun werde. Auch, wenn es die Fortsetzung zu "Meine Freundin" bringt, die mich etwas schniefen macht.
Den zweiten Teil des Buches, Reportagen über die Tschechoslowakei der Henlein-Zeit, möchte ich nicht kommentieren- nicht etwa, weil mir nichts dazu einfiele. Im Gegenteil, dieser Teil macht mich sogar sehr nachdenken. Und dieses Lesen und Denken wünsche ich allen, die das Buch zur Hand nehmen.