Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Anna Gavaldas Schreibstil ist dieses Mal sehr gewöhnungsbedürftig, 28. September 2009
Drei Jahre ist es jetzt her, dass Anna Gavaldas Roman "Zusammen ist man nie allein" für eine ungewöhnlich lange Zeit ( 50 Wochen ) auf der deutschen Bestsellerliste stand. Unzählige Leser und Leserinnen waren begeistert von jenem Großstadtmärchen, das, mit viel Witz und Charme erzählt, die Geschichte von vier Verlierertypen dokumentiert, die zusammen ein neues Leben beginnen.
Entsprechend groß waren die Erwartungen an ihren neuen Roman, der es auch schnell wieder in die Bestsellerliste schaffte und vor Weihnachten eines der meist verkauften Bücher war. Ob es auch so oft gelesen wurde wie sein Vorgänger, sei dahingestellt, denn Anna Gavaldas Schreibstil ist dieses Mal sehr gewöhnungsbedürftig. Kurze, oft abgehackte Sätze dominieren, und scheinbar wild durcheinander verbinden sich Worte und Sätze zu einem Geflecht, das über lange Strecken des Buches undurchschaubar wirkt, wenn man sich nicht darauf einlässt. Wenn man das allerdings tut, wird man spätestens in der zweiten Hälfte des Buches voll entschädigt.
Das Buch handelt von dem 46- jährigen Architekten Charles Balanda. Erfolgreich ist er und arbeitswütig zudem, und er vernachlässigt über seiner Arbeit, die ihn quer durch die Welt jetten lässt, seine Lebensgefährtin und seine Tochter. Soweit so gut. Doch sein Leben gerät aus den Fugen, als er eines Tages während einer Familienfeier einen Brief erhält, in dem nur drei Worte stehen: "Anouk ist tot."
Anouk war eine Nachbarin, als Charles ein Kind war, die Mutter seines Freundes Alexis, eine alleinerziehende Mutter, sein Zufluchtsort bei Problemen, die, obwohl 20 Jahre älter als er, so etwas wie seine große Liebe wurde. Die Nachricht von ihrem Tod wühlt ihn auf, auch für ihn selbst völlig unverständlich, doch es treibt ihn regelrecht auf eine Spurensuche, bei der er schlussendlich herausfindet, wie kläglich Anouk gestorben ist.
Bei dieser rastlosen Suche lernt Charles Kate kennen. Mit ihr erfährt der Erfolgsmensch Charles, der damals Anouks Liebe ausgeschlagen hat, eine zweite Lebens- und Liebeschance.
Anna Gavalda erzählt auch im neuen Buch auf ihre schon bekannte komisch-melancholische Art von Menschen in Krisen, von den Momenten, in denen das Leben eine neue Wendung nehmen kann, sie erzählt von der Sehnsucht, sein Leben zu ändern und es - endlich - zum Guten zu wenden. Doch Gavaldas Themen und ihre Sprache werden trotz dieser Romantik nie kitschig, düster oder gar pathetisch.
"Alles Glück kommt nie" liest sich bis auf den schon erwähnten, gewöhnungsbedürftigen Anfang gut. Seine Figuren sind mit großer Zärtlichkeit gezeichnet, doch das Buch erreicht trotz oder vielleicht gerade wegen seiner Länge nie die Qualität und die Intensität des letzten Buches.
Vielleicht liegt es auch daran, dass man Gavaldas typischen Sprachsound einfach nicht angemessen übersetzen kann, obwohl sich Ina Kronenberger alle erdenkliche Mühe gegeben hat.
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54 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Alles Glück kommt beim Lesen!, 12. November 2008
Anna Gavalda ist inzwischen eine feste Größe in der anspruchsvollen Unterhaltungsliteratur.
Auch mit ihrem neuen Buch "Alles Glück kommt nie" überzeugt sie!
Hier gehen Handlung, Sprache und Personen eine unwiderstehliche Dichte ein, sie nimmt den Leser mit sehr realen und doch poetischen Beschreibungen gefangen.
"Alles Glück kommt nie" erzählt von einem erfolgreichen Architekten, der immer öfter am Sinn seines Tuns zweifelt. Er ist umgeben von Menschen, die ihn gar nicht mehr wirklich wahrnehmen und von Beziehungen, die käuflich geworden sind. Er hat sich arrangiert, arbeitet viel zu viel und sehnt sich eigentlich nach einem ganz anderen Leben, ohne es sich überhaupt einzugestehen.
"Anouk ist tot" -- ein Brief mit diesen drei Worten bekommt eine Sprengkraft, der dieses immer brüchigere Lebensgerüst ins Wanken bringt.
Anouk war die Mutter seines besten Freundes aus Kindertagen, Alexis. Zu Alexis ist der Kontakt lange abgebrochen, Lügen und Drogen haben die Freundschaft unwiderbringlich zerstört. Seine Mutter Anouk, die Alexis allein aufzog und dabei Hilfe von einem alten Gaukler bekam, war Charles Balandas erste große Liebe.
Der alte Gaukler Nounou, die Kindheit mit Alexis und die Spurensuche nach Anouk, die Charles nach dem Ende der Freundschaft zu Alexis und mit dem Beginn seines Studiums aus den Augen verlor, werden für Charles nun zur fixen Idee. Je mehr er die Schatten der Vergangenheit zu vertreiben versucht desto deutlicher drängen sie sich in sein Leben.
Und irgendwann kämpft er nicht mehr dagegen an, sucht die Konfrontation mit der Vergangenheit, die ihm ganz neue Lebensmodelle und Erfahrungen offenbaren...
Anna Gavalda ist eine Meisterin zwischen den Zeilen. Ohne Pathos und doch mit einer gewissen Feierlichkeit beschreibt sie Menschen und Situationen. Sie hat ein ganz besonderes Gespür für Stimmungen und beschreibt diese mit einer Luftigkeit, die durch den ganzen Roman trägt.
Man wird hinein gezogen, ob man will oder nicht. Von verfallenden provencalischen Landgütern, von der Trostlosigkeit Pariser Vorstädte, von den Allüren einer 14-jährigen und einem traurigen Clown, der als Zeichen besserer Tage immer eine weiße Taube auf seiner Schulter trägt, von der Leere in High-Tech Architekturbüros, von einer ganzen Schar Kinder und Tiere auf dem Land und dem einen alles verändernden Menschen, einem Gang wie auf Wolken durch New York und vielen leichtfüßig, dennoch tiefgründig daher kommenden Szenen wird der Leser genauso berührt, wie von der Erkenntnis, dass Beziehungen oftmals nicht das sind, was man in ihnen zu sehen glaubt. Und man hat teil daran, wie Lebensmodelle einer neuen Realität nicht mehr standhalten und zerbrechen, um dann auf einem anderen Fundament neu zu entstehen.
"Alles Glück kommt nie" stimmt einfach nicht, bei diesem wunderschönen Buch kommt alles Glück beim Lesen!
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40 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ganz schön, aber viel zu viel pfff..., 26. November 2008
Meiner Vorrednerin Sab Schönmayr gebe ich recht. Auch ich empfinde alles bis zu Teil drei als unnötig aufgeblasen. Unser Held leidet und das wissen wir allmählich. Anouk war etwas ganz Besonderes und ist jetzt tot. Auch das wissen wir. Und daß SIE und die gemeinsame Vergangenheit es sind, die unseren Helden leiden lassen, wissen wir auch und es ist ok. Das alles darf man erzählen, auch ausführlich, aber irgendwann ist es gut.
Was ich allerdings wirklich gerne wissen möchte - weshalb dieses sprachliche Schwipppschwapp? Nichts Halbes, nichts Ganzes. Einwortsätze, Viertelsätze, selten einmal ein ganzer. Dazwischen viel Atonales. Pfff...
Das mindert das Vergnügen an der ohnehin recht einfach und flach daher kommenden Geschichte: Charles, Mitte vierzig, erinnert sich der besseren Zeiten in seinem Leben, wirft die Gegenwart von sich, leidet fortan, wird aber am Ende mit einer Gutmensch-Frau namens Kate belohnt, die auch den Gutmenschen in ihm herauskitzelt, bis schließlich das Leben die verdiente Gerechtigkeit serviert und alle very happy sind. Nichts, was ich "a sparkling Story" - um es in der Sprache der Autorin zu sagen - nennen würde.
Anna Gavaldas Fähigkeit, viel Anrührendes, Erheiterndes und Wahrhaftiges in wenig Worte zu packen ("Ich habe sie geliebt", insbesondere), habe ich seit jeher bewundert. Doch das hier ist entschieden zu dürftig, zu banal, zu fransig.
Aber jeder darf mal irren - ich hoffe einfach auf den nächsten Roman.
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