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56 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Alles Glück kommt beim Lesen!, 12. November 2008
Anna Gavalda ist inzwischen eine feste Größe in der anspruchsvollen Unterhaltungsliteratur.
Auch mit ihrem neuen Buch "Alles Glück kommt nie" überzeugt sie!
Hier gehen Handlung, Sprache und Personen eine unwiderstehliche Dichte ein, sie nimmt den Leser mit sehr realen und doch poetischen Beschreibungen gefangen.
"Alles Glück kommt nie" erzählt von einem erfolgreichen Architekten, der immer öfter am Sinn seines Tuns zweifelt. Er ist umgeben von Menschen, die ihn gar nicht mehr wirklich wahrnehmen und von Beziehungen, die käuflich geworden sind. Er hat sich arrangiert, arbeitet viel zu viel und sehnt sich eigentlich nach einem ganz anderen Leben, ohne es sich überhaupt einzugestehen.
"Anouk ist tot" -- ein Brief mit diesen drei Worten bekommt eine Sprengkraft, der dieses immer brüchigere Lebensgerüst ins Wanken bringt.
Anouk war die Mutter seines besten Freundes aus Kindertagen, Alexis. Zu Alexis ist der Kontakt lange abgebrochen, Lügen und Drogen haben die Freundschaft unwiderbringlich zerstört. Seine Mutter Anouk, die Alexis allein aufzog und dabei Hilfe von einem alten Gaukler bekam, war Charles Balandas erste große Liebe.
Der alte Gaukler Nounou, die Kindheit mit Alexis und die Spurensuche nach Anouk, die Charles nach dem Ende der Freundschaft zu Alexis und mit dem Beginn seines Studiums aus den Augen verlor, werden für Charles nun zur fixen Idee. Je mehr er die Schatten der Vergangenheit zu vertreiben versucht desto deutlicher drängen sie sich in sein Leben.
Und irgendwann kämpft er nicht mehr dagegen an, sucht die Konfrontation mit der Vergangenheit, die ihm ganz neue Lebensmodelle und Erfahrungen offenbaren...
Anna Gavalda ist eine Meisterin zwischen den Zeilen. Ohne Pathos und doch mit einer gewissen Feierlichkeit beschreibt sie Menschen und Situationen. Sie hat ein ganz besonderes Gespür für Stimmungen und beschreibt diese mit einer Luftigkeit, die durch den ganzen Roman trägt.
Man wird hinein gezogen, ob man will oder nicht. Von verfallenden provencalischen Landgütern, von der Trostlosigkeit Pariser Vorstädte, von den Allüren einer 14-jährigen und einem traurigen Clown, der als Zeichen besserer Tage immer eine weiße Taube auf seiner Schulter trägt, von der Leere in High-Tech Architekturbüros, von einer ganzen Schar Kinder und Tiere auf dem Land und dem einen alles verändernden Menschen, einem Gang wie auf Wolken durch New York und vielen leichtfüßig, dennoch tiefgründig daher kommenden Szenen wird der Leser genauso berührt, wie von der Erkenntnis, dass Beziehungen oftmals nicht das sind, was man in ihnen zu sehen glaubt. Und man hat teil daran, wie Lebensmodelle einer neuen Realität nicht mehr standhalten und zerbrechen, um dann auf einem anderen Fundament neu zu entstehen.
"Alles Glück kommt nie" stimmt einfach nicht, bei diesem wunderschönen Buch kommt alles Glück beim Lesen!
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18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Alles Glück kommt nie - ausser beim Lesen dieses Buches!, 11. November 2008
Nach "Zusammen ist man weniger allein" war ich sehr auf den Nachfolger gespannt: wird die Autorin die Qualität halten können, bleibt sie ihrem Stil treu, werde ich auch hier weinen, lachen und nicht aufhören können zu lesen? Zum Glück kann ich nun alle Fragen bejahen und bin fast traurig, dass ich nach dem Ende des Buches nun die Hauptdarsteller verabschieden muss:
Der 46-jährige Architekt Charles hat eigentlich alles in seinem Leben, was ihn glücklich machen könnte. Er ist beruflich erfolgreich, hat eine tolle Wohnung in der französischen Hauptstadt Paris samt dazugehörig gutaussehender Freundin und einer zickigen, aber intelligenten Stieftochter. Dennoch reicht ihm all das nicht und diese Erkenntnis trifft ihn wie ein Schlag, als ihn ein Brief erreicht: "Anouk ist tot."
Diese Nachricht lässt ihn seine Vergangenheit Revue passieren und deren Folgen auf seine Gegenwart prüfen: was kann er machen, um wieder wahres Glück zu finden und nicht dieses gestellte Gefühl, dass er aus irgendeiner Designzeitschrift gestohlen hat?
Die Autorin Anna Gavalda entführt uns wieder in eine realistische Familiengeschichte der Gegenwart, macht uns die Hauptpersonen zu Freunden und lässt uns mit ihnen um ihr Glück und ihr Leben bangen. Welch fantastische Stunden, die ich mit diesen 605 Seiten verbringen durfte, wo ich mit Charles und Kate und Claire und Mathilde lachen und weinen konnte und mit ihnen Abende auf dem französischen Land verbrachte. Zusätzlich gibt es am Anfang noch eine Vorabbeschreibung der Hauptpersonen sowie ein Interview mit der Autorin zu lesen - tolles Zusatzmaterial, dass perfekt auf das Buch einstimmt!
Alles Glück kommt nie - ausser beim Lesen dieses Buches!
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40 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ganz schön, aber viel zu viel pfff..., 26. November 2008
Meiner Vorrednerin Sab Schönmayr gebe ich recht. Auch ich empfinde alles bis zu Teil drei als unnötig aufgeblasen. Unser Held leidet und das wissen wir allmählich. Anouk war etwas ganz Besonderes und ist jetzt tot. Auch das wissen wir. Und daß SIE und die gemeinsame Vergangenheit es sind, die unseren Helden leiden lassen, wissen wir auch und es ist ok. Das alles darf man erzählen, auch ausführlich, aber irgendwann ist es gut.
Was ich allerdings wirklich gerne wissen möchte - weshalb dieses sprachliche Schwipppschwapp? Nichts Halbes, nichts Ganzes. Einwortsätze, Viertelsätze, selten einmal ein ganzer. Dazwischen viel Atonales. Pfff...
Das mindert das Vergnügen an der ohnehin recht einfach und flach daher kommenden Geschichte: Charles, Mitte vierzig, erinnert sich der besseren Zeiten in seinem Leben, wirft die Gegenwart von sich, leidet fortan, wird aber am Ende mit einer Gutmensch-Frau namens Kate belohnt, die auch den Gutmenschen in ihm herauskitzelt, bis schließlich das Leben die verdiente Gerechtigkeit serviert und alle very happy sind. Nichts, was ich "a sparkling Story" - um es in der Sprache der Autorin zu sagen - nennen würde.
Anna Gavaldas Fähigkeit, viel Anrührendes, Erheiterndes und Wahrhaftiges in wenig Worte zu packen ("Ich habe sie geliebt", insbesondere), habe ich seit jeher bewundert. Doch das hier ist entschieden zu dürftig, zu banal, zu fransig.
Aber jeder darf mal irren - ich hoffe einfach auf den nächsten Roman.
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