Neu kaufen

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Gebraucht kaufen
Gebraucht - Gut Informationen anzeigen
Preis: EUR 4,06

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
 
   
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
oder
gegen einen Amazon.de Gutschein über EUR 0,25 eintauschen?
Alles Fleisch ist Gras: Roman
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Alles Fleisch ist Gras: Roman [Gebundene Ausgabe]

Christian Mähr
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (26 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 19,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 5 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Dienstag, 29. Mai: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.
‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Eine absurde, aber in sich schlüssige Kettenreaktion mit hohem Unterhaltungswert. ... Der Buchtitel ist zwar ein Bibelspruch, aber fromm ist dieser Krimi ganz gewiss nicht." Ingeborg Sperl, Der Standard "Haben wir nicht alle wen, den wir in den Häcksler wünschen? … Ein friedhofserdeschwarzer Krimi." Elmar Krekeler, Literarische Welt "Ein Tummelplatz comichaft zugespitzter und sprunghaft überdrehter Figuren, eine krude Fabel vom großen Morden im Mahlwerk." Wolfgang Paterno, Profil "Von üblicher Mordslektüre unterscheidet sich dieser Roman schon durch den Stil: nicht dieser zynismuserprobte Ton, der oft klingt, als wäre der Autor im Nebenberuf selbst Killer, sondern ein gepflegter Duktus mit einer guten Portion makabren Humors." Wolfgang Schneider, FAZ "Absurd und abgefeimt wie ein Qualtinger-Text und ein herrlich böses Lesevergnügen." Wolfgang A. Niemann, Rheinischer Merkur

Kurzbeschreibung

Durch einen Sturz über die Stiege stirbt Roland Mathis, der widerwärtige Schnüffler, der Anton Galba und seine heimliche Geliebte mit ihrem Verhältnis erpresst hatte. In Panik lässt Galba, Leiter der Abwasserreinigungsanlage Dornbirn, die Leiche im Häcksler verschwinden. Der den Fall untersuchende Polizist Nathanael Weiß verdächtigt Galba von Anfang an. Allerdings gibt es auch in seinem Umfeld einen Widerling, den er gerne loswerden würde. Galba muss notgedrungen mitmachen, doch für Weiß ist das erst der Anfang: Es gilt, Schädlinge der Gesellschaft auszurotten. Christian Mähr erzählt in diesem bitterbösen Krimi aus Österreich von Moral und Mordlust in der Kleinstadt.

Über den Autor

Christian Mähr wurde 1952 in Feldkirch im Vorarlberg geboren und lebt als Autor und Journalist in Dornbirn. Der promovierte Chemiker arbeitet beim Österreichischen Rundfunk für die Redaktionen Wissenschaft und Umwelt.

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Er hätte später nicht sagen können, ob ihm an Roland Mathis am nächsten Tag etwas aufgefallen sei – wenn ihn jemand danach gefragt hätte. Bei einem halbwegs normalen Verlauf der Ereignisse hätte ihn sicher jemand gefragt. Neben vielen anderen Dingen, man kennt das aus dem Fernsehen. Aber so, wie die Dinge dann liefen, fragte ihn niemand nach Roland Mathis, jedenfalls nicht gleich. Er malte sich oft aus, wie das gewesen wäre, der normale Verlauf, was für Fragen gekommen wären, was er darauf geantwortet hätte; er bemühte sich, Fragen und Antworten vorauszusehen, das Spiel – mehr war es ja nicht – mit möglichst viel Realität zu füllen. Aber auch bei aller Anstrengung des Sich-wieder-Erinnerns, bei aller Mühe, sich kleinste Details dieses Tages ins Gedächtnis zu rufen, fiel ihm an Roland Mathis nichts auf. Der war, sofern er sich an ihn an diesem Tag erinnern konnte, so mürrisch wie immer, machte den leicht abwesenden Eindruck wie alle Tage davor. Bis eben zum Abend. Da blieb er nämlich länger als sonst. Galba hatte an diesem Abend Berichte nachzuschreiben, er hatte seine Frau angerufen und ihr mitgeteilt, dass es heute länger dauern könne – er erledigte solche Arbeiten im Büro, nie zu Hause, wo er, wenn schon nicht den vorzüglichen Ehemann (das war vorbei), so doch den nicht weniger vorzüglichen Vater spielte. Auch Helga hatte etwas vor, so dass amouröse Verwicklungen an diesem Abend nicht zu erwarten waren, sie teilten die Einsicht, man soll es nicht übertreiben, überhaupt nichts. Und das schon gar nicht.
Mathis stand bei der BSB5-Titration, das Gerät hatte einen Fehler, hinter den er heute noch kommen wollte, wie er mit seiner leisen, verwaschenen Stimme Galba am Nachmittag erklärt hatte. Galba dachte sich nichts dabei, er schätzte Mathis nicht besonders als Mensch, aber als Mitarbeiter. Es gab praktisch nichts, was der nicht reparieren konnte. Das sparte viel Geld. Auch Galba selber war geschickt, wie ihm alle versicherten, also stimmte es wohl, aber kaputte Geräte zu reparieren, kam in seiner Stellung nicht in Frage: Er konnte Fehler konstatieren und Reparaturen delegieren oder veranlassen, das war’s dann. Der Chef mit einem Schraubenzieher, das machte kein gutes Bild. Außer zum Zweck der Optimierung oder Fehlersuche. Suche und Behebung waren zwei Paar Schuhe. Also erhob er sich gegen neun vom Schreibtisch, um Mathis bei der offenbar immer noch nicht beendeten Fehlersuche zu unterstützen, denn nach einer Behebung sah das nicht mehr aus, die hätte Mathis längst erledigt. Er trat an den Titrierstand heran, der sich vollständig aufgebaut und betriebsbereit seinen Blicken darbot, Mathis stand davor und stierte in die Glasvorlage, als spiele sich dort ein unerwartetes chemisches Wunder ab, die tatsächliche, nicht bloß metaphorische Wandlung von Scheiße in Gold, und er sagte, ohne sich umzudrehen, als Galba herantrat: »Ich muss mit dir reden.«
Galba war nicht erschrocken, keine Spur. Dass die Mitarbeiter »mit ihm reden mussten«, kam ab und zu vor, aber wirklich nur ab und zu. Worum ging es da? Immer nur um Personalprobleme. Das hieß in der ARA, dass ein Personalteil mit einem anderen Personalteil nicht auskam, dass der eine etwas gesagt hatte, was der oder die andere in den falschen Hals gekriegt hatte, und so weiter. Anton Galba erledigte solche Fälle mit dem zu erwartenden Ernst und einer gewissen jovialen Nachdrücklichkeit, die ihn bei seinen Leuten beliebt machte. Er regte sich nicht auf, hielt solche Sachen nicht für kontraproduktiven Quatsch, wie er das von anderen Chefs gehört hatte – aber er absolvierte auch keine Konfliktbewältigungsund Mediationsseminare.
So war er gespannt, mit welchem zwischenmenschlichen Problem ihn der mürrische Einzelgänger Roland Mathis konfrontieren würde. Seltsame Sache: Der redete kaum mit den Kollegen, wie konnte sich da Streit entwickeln? Mathis warf ihm nun einen, wie sich Galba einbildete, durchaus skeptischen Blick zu und sagte: »Aber nicht hier. Im Turm.«
Der Singular Turm war nicht korrekt, in Wahrheit gab es drei Türme. Zwei Gärbehälter, große Zylinder mit kegelförmigem Aufsatz, jeder von ihnen fast so breit wie hoch (ohne den Aufsatz), dazwischen erhob sich ein Bauwerk, auf das die Bezeichnung Turm zutraf, der Zugangsbau zu den beiden Faultürmen, ebenfalls rund, aber schmal und sichtbar höher als die beiden dicken. Eben diesen meinte Roland Mathis mit Turm; Galba empfand das Brimborium etwas albern, sie waren allein im Labor, was Mathis zu sagen hatte, konnte er ihm auch hier mitteilen, aber der hatte sich schon zur Tür gewandt, Galba blieb nichts übrig, als ihm zu folgen. Später sollte er sich oft fragen, wie die Unterredung wohl verlaufen wäre, wenn sie im Labor geblieben wären. Und was Mathis mit diesem seltsamen Vorschlag, im Turm weiterzusprechen, wohl bezweckt hatte.
Sie gingen am Betriebsgebäude 2 vorbei, umrundeten das Schlammsilo und überquerten den zweiten Hof. Es war inzwischen so dunkel, dass man noch den Vordermann erkannte, aber keine Zeitung hätte lesen können. Der Himmel hatte sich bezogen, die Luft stand still, es würde bald regnen, warm und leise, es roch nach Regen. Und nach der ARA roch es auch. Ein schwerer, süßlicher Dunst von den Belüftungsbecken her; ein Duft, der die Anwohner manchmal die Nase rümpfen, die Fenster schließen und Leserbriefe verfassen ließ – dass sie ihre Grundstücke eben wegen der geplanten ARA erheblich billiger gekriegt hatten, stand nicht in diesen Briefen der Häuselbauer, das vergaßen sie, dachte Galba und ärgerte sich wie jedes Mal, wenn ihm das Thema einfiel, ein Reflex.
Mathis ging voran, Galba drei Meter dahinter, sie machten den Eindruck von Leuten, die einen gemeinsamen Weg haben, etwa zur Kantine, aber nicht so gut miteinander bekannt sind, dass sie sich bemüßigt fühlen würden, nebeneinander zu gehen und eine Unterhaltung zu führen. Mathis beschleunigte, Galba nicht, das fehlte noch, dass er diesem Spinner hinterherrannte, aber Mathis hatte das getan, um einen kleinen Vorsprung zu haben, so dass er die Tür im Turm aufschließen konnte, ehe sein Chef heran war. Fürchtete er den Satz: »Das ist weit genug, hier ist kein Mensch weit und breit, also, was willst du?« (Sie waren alle per du in diesem Betrieb.) Mathis öffnete die Tür, trat ein und machte Licht. Er ignorierte den Lift, nahm gleich die Betontreppe, die rund um den Liftschacht als Wendel nach oben führte.
»Wie weit denn?«, rief ihm Galba nach, Mathis antwortete, Galba verstand nur »... nicht weit«, Mathis hatte sich nicht umgedreht, war schon hinter der ersten Biegung verschwunden. Galba seufzte und stieg hinauf. Was sollte das werden? Ein Gespräch auf einer der Verbindungsbrücken in fünfundzwanzig Meter Höhe? In freier Luft?
Im dritten Stock wäre er fast in Mathis hineingelaufen. Der stand hinter der Ecke und wartete. Galba sah jetzt erst, dass der andere eine Kamera bei sich hatte.
»Willst du Fotos machen?«, fragte er. »Hab ich schon. Schau.« Er ließ den Chef den Bildschirm betrachten. Galba beugte
sich vor, das Ding war winzig, die Fotos alle monochrom, eine Art schmutziges Grün, aber trotz der Beschränkungen des Screens konnte man doch erkennen, was der Kollege Mathis da fotografiert hatte, sogar sehr genau erkennen, nicht nur, was die Leute taten, sondern auch, wer sie waren. Und das Grün passte dazu, musste sich Mathis eingestehen, es gab den Bildern ein Flair von Künstlichkeit; also keine primitive Pornographie. Pornographie mit Anspruch? Oder doch blanke Ironie, Sarkasmus oder so? Am besten fragen.
»Warum sind die alle grün?«, fragte er.
»Das geht nicht anders«, erklärte Mathis, »das ist der Restlichtverstärker, man kann auch keine anderen Farbtöne einstellen.« Nach einer Weile fügte er hinzu: »Aber man sieht ja, wer es sein soll.«
»Ja, das sieht man«, bestätigte Galba. Kein künstlerischer Anspruch also, nur ein technisches Artefakt. Warum sollte ausgerechnet Roland Mathis auch unter die Fotokünstler gegangen sein?
»Ich hab auch Papierabzüge«, sagte...
‹  Zurück zur Artikelübersicht

Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de