Der Regisseur und Drehbuchautor Joseph L. Mankiewicz galt als der große Intellektuelle Hollywoods. Er ist berühmt für seine scharfzüngigen Dialoge und für seine herbe Kritik an Produzenten , Autoren und Schauspielern . Hatte er in dem jüngst von mir rezensierten Film " Die barfüßige Gräfin " die Produzenten im Visier, gilt sein skeptischer Blick in " Alles über Eva " den ehrgeizigen Machenschaften und anderen Abgründen von Schauspielerinnen.
Der Film beginnt mit der Verleihung eines Schauspielpreises an die junge Schauspielerin Eve( Anne Baxter). In der Retrospektive wird deren Werdegang gezeigt. Eve ist bereit für ihren Erfolg alles zu tun und dabei sehr unredlich zu handeln. Sie hat keine moralischen Skrupel.
Indem sie sich zunächst überaus devot gibt, erwirbt sie sich die Gunst der alternden Broadway-Diva Margo Channing( Bette Davis). Diese kann ihren Erfolg schon lange nicht mehr genießen, weil sie an Altersängsten leidet und diese immer wieder hysterisch auslebt.
Allerdings erheitert Margos selbstironischer Wortwitz dabei den Zuschauer mächtig.
Ganz allmählich versucht Eve dem Broadwaystar die Rolle streitig zu machen. Sie versucht deren Geliebten, der ein berühmter Regisseur ist , für sich zu gewinnen , bei deren Stückeschreiber Einfluss zu gewinnen, sowie den berühmtesten ihrer Kritiker zu manipulieren und für ihre Zwecke einzuspannen. Keiner kann diese Frau , die bereit ist sogar durch Erpressungsversuche voranzukommen, aufhalten. Freunde hat sie zum Schluss keine mehr, aber sie hat erreicht , was sie wollte. Sie ist oben angekommen.
Bette Davis spielt ihre Rolle hinreißend, ihr spöttisch- abgeklärter Blick steht im krassen Gegensatz zu der verbissenen , ehrgeizigen Aura der unsympathischen Eve und deutet an , dass trotz des Erfolges von Eve, diese ihr als Schauspielerin nicht das Wasser reichen kann.
Ganz entzückend ist die blutjunge Marilyn Monroe in ihrer Nebenrolle, die durch ihren spektakulären Sexappeal schon damals erkennen lässt, dass ihr zukünftig die Rollen fast von alleine zufallen werden, sie es nicht nötig hat sich übler Machenschaften zu bedienen. Der laszive Schönen lagen die Männer auch so zu Füßen. Man schenkte ihr , worum andere bereit waren ihre Seele an den Teufel zu verkaufen. Sie war etwas ganz Besonderes! Sie war ein Naturtalent!
Ein amüsanter Film mit sehr guten Dialogen.
Die Ton- und die Bildqualität des Schwarz-Weiß-Filmes sind gut.
Empfehlenswert!