...It's going to be a bumpy night." Bette Davis' Filmsatz, der auch als Aufmunterung für den Betrachter dieses Films gelten könnte, wurde kürzlich unter die Top Ten der berühmtesten Filmzitate gewählt. Und unter die Top Ten der besten Darstellungen in Filmen überhaupt würde ich sofort die Davis als Margo Channing in diesem Klassiker wählen. Sie spielt die Theaterdiva, der eines Tages das Mauerblümchen Eve Harrington (Anne Baxter, from Lämmchen to Schlampe) vorgestellt wird. Eve rührt Margo und ihre Clique mit ihrer Lebensgeschichte und wird für den Star zum Mädchen für alles. Einzig die resolute Birdie, Margos Haushälterin (Thelma Ritter in gewohnter Klasse), argwöhnt hinter Eve's häschenhafter Fassade intrigante Härte. Und sie soll Recht behalten...
Manche werden "All About Eve" schon deshalb langweilig finden, weil es im Grunde 'nur' um Schauspielerinnen, Intrigen, Rollen zu gehen scheint. Auch der Kunstgriff, mit dem Ende zu beginnen und dann den Weg zu schildern, mag vielen nicht gefallen. Beides aber, Thema und Form, fügen sich brillant zusammen in diesem Film. Wir wissen am Anfang, dass Eve den Sarah-Siddon-Preis erhält, also eine gefeierte Schauspielerin geworden ist und das in kurzer Zeit. Ihr Weg dorthin aber wird leb- und glaubhaft gezeichnet - Eve macht sich alles zunutze, spinnt unbewusst für ihre Pläne ein, überredet, erpresst, wenn nötig, schmeichelt, gurrt... Man möchte ihr eine runterhauen.
Nicht zuletzt die Riege der Darsteller lässt "All About Eve" zum Genuss werden; Bette Davis ist einfach Extraklasse, Anne Baxter verkörpert den Januskopf ihres Charakters sehr glaubwürdig, Thelma Ritter ist das raue Element par excellence, Gary Merrill genau richtig als verliebter Bill Sampson, George Sanders als gewiefter Theaterkritiker ebenso. Mein besonderer Liebling war jedoch Celeste Holm, die als Karen Richards durch den Film führt und liebenswerte Durchschnittlichkeit repräsentiert.
Nicht alle werden Eve mögen, aber es kann nicht schaden, alles über sie zu wissen. :-)