Michael Mettler empfiehlt sich mit diesem (Un)Ratgeber als erfahrener Halter und Züchter verschiedenster Arten von Nagetieren. Sehr schnell entlarvt er sich als Autodidakt, dem, bezogen auf die Chinchillahaltung, der Sachverstand geradezu vollkommen abgeht!
Das fängt bei der Bauanleitung seines selbstentworfenen Käfigs an, der viel zu niedrig ausgelegt ist und zudem mit einer fahrlässig hohen Besatzdichte "beworben" wird. Eklatant und wirklich gefährlich, da hochgradig schädlich sind seine Ausführungen zur Fütterung.
Ich nutze an dieser Stelle die Gelegenheit einiges zu korrigieren:
Ich warne jeden Halter ausdrücklich und eindringlich davor Chinchillas Wasser im Napof anzubieten. Nicht genug dass das Wasser in diesem offenen Behältnis unverhältnismäßig schnell verschmutzt, nein, es gefährdet akkut die Gesundheit der Tiere, da diese das volle Raumangebot jedes Käfigs komplett für Ihr Herumtoben nutzen und so mal schnell im Wasser landen, was zu Unterkühlung und daraus resultierenden Krankheiten führen kann.
Von der Aussage dass das Wasser durch entsprechend reichliche Saftfuttergaben ersetzt werden kann, sollte sich kein vernünftiger Mensch verleiten lassen, dieses Vorgehen auszuprobieren. Chinchillas sind von ihrer Heimat her, an die sie organisch perfekt angepasst zu uns kamen, kaum an die Aufnahme nennenswerter Mengen Saftfutters gewöhnt. Es eignen sich überhaupt nur Karotten und Äpfel als Saftfutter und von diesen sollten nur verschwindend geringe Mengen, gemessen an der Gesamtfutterration, verfüttert werden. Die Bereitstellung täglich frischen Trinkwassers ist Pflicht und unerfahrene Halter sollten auf Saftfutter komplett verzichten- das nutzt mehr als Saftfutter schaden könnte.
Erdnüsse (und schon gar nicht deren Schalen) haben in einer ausgewogenen Chinchillakost eben sowenig verloren wie Cornflakes oder Sonnenblumenkerne. Der Erdnusskern birgt für den Verdauungstrakt des Chinchillas geradezu gigantische Mengen von Fett, die Schalen sind mit Erdresten behaftet und zudem häufig mit Aflatoxin kontaminiert. Aflatoxin ist das hochgradig gefährliche Gift des Schimmelpilzes Aspergillus flavus. Dieses Gift ist berüchtigt in kleineren Mengen tödlich zu wirken und potenziert sich im Körper, das heißt es sammelt sich im Organismus an und hat eine karzinogene (krebsauslösende) Wirkung. Es steht also zu befürchten, dass, wie beim Menschen längst wissenschaftlich nachgewiesen, Chinchillas durch die vermehrte Aufnahme dieser Substanz an vor allem Leberkrebs erkranken könnten.
Die Vielzahl der Falschaussagen ist mit diesen Ausführungen noch lange nicht vollständig widerlegt. Um Ihr Tier vor Schaden zu bewahren ist der beste Schutz dieses Buch erst gar nicht zu lesen!