Ich bin kein Krimifan, weil es in der Mehrzahl in ihnen darum geht, wer der Mörder ist. Und damit der Leser so richtig was zu raten hat, werden falsche Spuren gelegt, dass die Schwarte knackt. Entsprechend ist dann oft die Lösung.
In diesen Geschichten, die ich keine Krimis nennen möchte, erzählen die Autoren, was zu den Taten führte. Und dies wird dadurch so spannend, da wie bei einem Puzzle immer nur kleine Teilwahrheiten offenbart werden, Schicksale in ihrer Gnadenlosigkeit erst langsam aber unaufhaltsam erkannt werden können und einen starr vor Schreck werden lassen, so dass die eigentliche Tat hinter diesen Erkenntnissen zurücktritt und der Leser sich mit der Schuldfrage auseinandersetzen muss. Er wird zum Richter, ist nicht Hobbydetektiv, der meist enttäuscht ist, wenn er vor der Enthüllung die Lösung gefunden hat. Und deshalb wirken diese Geschichten auch nach, regen zu weiterem Nachdenken an.
Besonders loben möchte ich, dass sich die Geschichten im Aufbau und Stil nicht gleichen, wodurch kein Gewöhnungeffekt entsteht, die Aufmerksamkeit gehalten wird. Und wie hier mit unglaublicher Präzision der Sprache glaubwürdige Charaktere entstehen, ist bemerkenswert.
Von dieser Art von Mordgeschichten wünsche ich mir mehr, viel mehr!