...und dabei handelt es sich nicht einmal um die üblichen Verdächtigen ("Kinderlieder"). Das "Apfelbäumchen" ist ehrlich empfunden und gemeint, auch "Meine Söhne geb' ich nicht", kauft man dem Pazifisten Mey bedenkenlos ab. Auch dass er zweimal auf einer Platte seine Heimatstadt Berlin besingt, geht noch an.
Zuviel wird es eher beim überarrangierten Refrain von "Asche und Glut". Und "Sonntag Abend auf Rhein-Main" ist vollkommen überflüssiger Käse, noch dazu in einem Arrangement, dass eher zu Roland Kaiser passt (...dass ich so etwas über Mey sagen muss, unerhört...).Hier bewegt sich Mey hart an der Schlagergrenze. Hätte er diesmal das Flugzeug nur im Hangar gelassen.
Aber es geht natürlich auch anders und viel besser. Schön erzählte Geschichten über herrenlose Schuhe, Fotos auf dem Tisch und Weihnachtsstress. Der endgültige Beweis, dass die Welt ein Kasperletheater ist. Das Plädoyer für echte, handgemachte Musik (im Superstar-Zeitalter wertvoll wie nie). Dafür lieben wir ihn.
Fazit: Mey macht es uns mit diesem Alleingang nicht eben leicht, und ein gutes Drittel dieses Weges wäre er besser tatsächlich allein gegangen. So fällt eine Empfehlung schwer. Der Fan muss auch dieses Album haben, weil er alles haben muss. Alle anderen müssen selbst entscheiden. Und in der Bedienungsanleitung des CD-Players nachschlagen, wie das nochmal mit der Programmierfunktion war...