Axel Braig erfüllte sich mit seiner Wanderung durch Deutschland einen alten Traum: "....Seit vielen Jahren hatte ich davon geträumt, einmal loszuwandern und für eine Zeit frei und unabhängig zu sein. Zumindest für eine Weile wollte ich die Bequemlichkeiten meines notorisch sesshaften Lebens hinter mir lassen und die Welt aus der ungewohnten Sicht des Fußgängers betrachten. Statt eingebunden zu sein in einen geregelten Alltag und ein Netz von Familie, Freunden und Bekannten, möchte ich mich ab heute allein und mit leichtem Gepäck durch das Land treiben lassen. Trotz meines Geizens um jedes Gramm ist das Gepäck schwerer als geplant geworden. Denn obwohl ich sogar den Stiel meiner Zahnbürste um ein paar Zentimeter gekürzt habe um Gewicht zu sparen, wiegt der Rucksack 14 Kilo. Aber immerhin habe ich es geschafft, mich loszureißen....". - Die Wanderung beginnt im heimatlichen Tübingen und endet schließlich dort. Was er auf seinen Wanderwegen erlebt hat, schildert er anschaulich, humorvoll, unprätentiös und in einer angenehmen, sehr leicht lesbaren Art und Weise. "...In den vergangenen Jahren habe ich mich intensiv mit philosophischen Schriften beschäftigt und mich gerade in den letzten Monaten redlich bemüht, Kants »Kritik der reinen Vernunft« zu verstehen. Nun werde ich vorläufig keine Weisheit mehr aus Büchern saugen. Die Seiten des einzigen Buches, das ich bei mir trage sind noch weiß. Ich möchte sie mit Notizen darüber füllen, was ich auf meiner Wanderung sehen und erfahren werde..." - Ich habe das Buch fast in einem Stück gelesen. Die stärksten Momente hat das Buch, als Braig schildert, wie er während der Wanderung plötzlich von hinten von einem Auto angefahren wird und der Fahrer sich einfach aus dem Staub macht, sowie seine positiven Eindrücke vom Leben in den neuen" Bundesländern. Trotz des Hauchs von links-alternativ-grüner political correctness, die dem Buch manchmal anzumerken ist, bietet es viel Lesevergnügen.