Es hat Tradition, sich intensiv um Täter zu kümmern, um deren Beweggründe zu erforschen, in der Hoffnung, ähnliche Abscheulichkeiten frühzeitig zu erkennen und damit verhindern zu können. Es hat auch Tradition, damit ständig zu scheitern.
Im Fall Gäfgen, hat der Täter mit seiner Vita, schon bereits vor dem Mord, eindrucksvoll bewiesen, daß es in seinem Leben ausschließlich um eines geht; und das ist Magnus Gäfgen.
Herr Gäfgen hat in seinem gesamten Verhalten klar gemacht, daß seine Befindlichkeit das Maß aller Dinge ist.
Nach einem begangenen Kindsmord in abscheulichster Form nimmt er lediglich wahr, daß IHM im Polizeiverhör Unrecht geschehen ist. Ein Unrecht, daß IHN traumatisiert hat. Ein Unrecht, daß ER jahrelang juristisch verfolgen läßt. ER nimmt SICH als Opfer wahr. ER legt Revisionen gegen Gerichtsurteile ein, ER legt Verfassungsbeschwerde ein, ER meldet Verbraucherinsolvenz an, ER legt sogar Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein, ER fordert Schmerzensgeld, und so weiter, und so weiter. All das, weil IHM so furchtbares Unrecht geschehen ist.
Seine verzerrte Wahrnehmung der Realität spiegelt sich auch in der Gründung einer Stiftung für jugendliche Verbrechensopfer wieder.
Dann fühlt er sich berufen, ein Buch zu schreiben, das zeigt, wie ER mit SEINER Schuld umgeht.
Kann man sich ausmalen, wie es den Eltern des ermordeten Kindes geht, wenn ihnen ständig die Befindlichkeit des Mörders serviert wird?
Wie dieser Mörder sein Leben weiter in der Öffentlichkeit leben darf und seine kranke Psyche permanent in allen Medien ein Forum findet?
Es ist schlimm genug, wenn Herr Gäfgen in Haft sein Jurastudium beenden darf, um sein erlittenes Unrecht noch effektiver verfolgen zu können und damit auch weiterhin die Gerichte und den deutschen Steuerzahler belastet.
Es ist schlimm genug, daß über jede seiner Aktionen in Zeitungen, Internet, Fernsehen, u.ä. berichtet wird.
Es ist schlimm genug, daß sich für sein Buch ein Verlag findet, der es druckt.
Doch schlimm vor allem, wenn jemand das Buch kauft, sich damit für die Befindlichkeit des Mörders Gäfgen interessiert und ihm damit auch noch zu einem Einkommen verhilft.
Denn wir müssen die Tat verstehen, doch nicht tolerieren. Es muß vor allem gezeigt werden, daß die Geschichte des individuellen Täters nicht wichtig ist, daß einem Täter durch sein Verbrechen keine übermäßige Aufmerksamkeit zuteil wird. Denn Sucht nach Aufmerksamkeit ist es, was Herrn Gäfgen antreibt, auch zum Mord.
Die Täter dürfen keine Namen mehr haben. Sie müssen sehen, daß die Gesellschaft sie vergißt, da ihr Verhalten nicht gewollt ist. Erinnern wir uns in Trauer an die Opfer, ohne sie mit der individuellen Person der Täter zu verbinden. John Lennon und sein Mörder, Abraham Lincoln und sein Mörder, ...
In Naturgemeinschaften werden Verstöße gegen die Gemeinschaft mit Ausschluß aus derselben bestraft. Wir haben dafür Gefängnisse. Doch was nutzen diese, wenn die Täter damit eben nicht aus der Gemeinschaft verbannt werden, sondern auch weiterhin in Öffentlichkeit leben?
Daher ist es vorliegend wichtig, unabhängig vom Inhalt dieses Buches, es zu ignorieren. Es darf keinen -Magnus Gäfgen- mehr geben, da er nicht wichtig ist. Es darf in Bezug auf die Person des Täters lediglich eines übrig bleiben: -Der Mörder von Jakob von Metzler-.
Ende.