Inhalt: Peter Nichols' "Allein auf hoher See" ist ein spannend geschrieber, tagebuchartiger Roman, der sich mit dem Wettkampf um die schnellste Weltumsegelung auf Ein-Mann-Booten im Jahr 1968 beschäftigt - und das gleich aus neun Perspektiven! Zu viel will ich nicht verraten.
Stichpunkt Leserkreis: wer wie ich mit den Grundbegriffen des Segelns zumindest grundlegend vertraut ist, kommt bei diesem Roman voll auf seine Kosten.
Aber Vorsicht: wer auf der Suche nach einem Buch mit technischen Spitzfindikeiten oder seitenlangen Manöverbeschreibungen sucht, wird wahrscheinlich nicht glücklich werden.
Und Schwierigkeiten dürfte auch bekommen, wer sich ganz ohne seglerische Vorkenntnisse in dieses Abenteuer stürzt. Denn wer den selbst Unterschied zwischen Lee und Luv nicht kennt, könnte möglicherweise Teile der Story schlichtweg missverstehen.
Besonderheiten: Der Reiz dieses fesselnden Romans liegt in seiner Ausgewogenheit und dem gelungenen Spannungsbogen, der bis zum Schluss gespannt bleibt, wo sich die Story in einem Knall endlädt.
Erfreulich: die glaubwürdigen Charaktere mit ihren völlig unterschiedlichen Hintergründen, die Peter Nichols auf die Weltmeere schickt. Da wird auch mal über Familie, Finanznot oder die Motive für die völlig unterschiedlichen Strategien gesprochen, mit denen die neun Protagonisten ins Rennen gehen. Bei den Beschreibungen der eigentlichen Seefahrt gelingt es dem Autor, seine Leser mit der Freude anzustecken, die die Segler in guten Phasen verspüren - aber auch mit den seelischen Abgründen zu schockieren, die sich in schlechten Tagen auf See auftun, dass es einem eiskalt den Rücken herunterläuft!