Als Kind kommt die Autorin zu einer Gruppe mit hohen Idealen und fantastischen Ideen. Die Mitglieder sind so begeistert, dass sie bereit sind alles loszulassen und zu verkaufen. Sie geben sich völlig hin, einschliesslich ihres Körpers und wollen gemeinsam ein Paradies auf Erden schaffen. In Teilen gelingt ihnen das wohl auch, zumindest kommen bei Spender und Politiker kaum Zweifel auf.
Der andere Teil, den die Autorin klar beschreibt, ist die Hölle. Ein System der gegenseitigen Bespitzelung, des Mobbings und der sexuellen Abartigkeit begleitet diese Gruppe.
Den Menschen werden die persönlichen Beziehungen zerstört und persönliche Schwachstellen aufgezeigt, bis in die Intimsphäre hinein. Um geistig an diesen Schwachstellen zu reifen, lassen sie an sich 'arbeiten' und werden somit leicht formbar für die Leiter.
Manches scheint unwirklich und doch glaubhaft. Der aufmerksame Leser wird Parallelen zu anderen religiösen und ideologischen Gemeinschaften darin finden und auch erfahren, warum Menschen bereit werden alles, auch sich selbst, aufzugeben.
Man sehnt sich nach einem Paradies. Versuche, dies auf der Erde zu schaffen, endeten immer wieder mit einer grossen Lüge.
Diese plastische Lebensschilderung zeigt deutlich, was in Sekten geschieht und wie gruppendynamischen Prozesse ablaufen und von den Leitern für ihre Zwecke genutzt werden.
Trotzdem gibt das Buch Hoffnung, denn eine junge Frau stellt sich ihren Zweifeln und wagt einen Schritt in eine andere Welt.
Ich hoffe, sie erfährt Gerechtigkeit und findet neue, vertrauensvollere Beziehungen.