Aus der Amazon.de-Redaktion
"Kann denn ein Staatsanwalt, der das Recht des unbescholtenen Bürgers auf Nichtentdeckung seiner Straftaten permanent verletzt, hoffen, dass er Karriere macht?" Der Augsburger Staatsanwalt Winfried Maier jedenfalls nicht. Er, dessen beharrliche Ermittlungsarbeit den jüngsten CDU-Spendenskandal erst ins Rollen brachte, hat inzwischen entnervt eine Richterstelle am Familiengericht München angetreten.
Der Titel des Buches erinnert also nicht von ungefähr an eine populäre Fernsehserie, in der ein Richter "allein gegen die Mafia" kämpft. Auch die Parteispendenaffäre hat alles, was einen Polit-Krimi ausmacht: internationale Verwicklungen, Geheimdienste, Waffenhandel, korrupte Politiker, dubiose Geldquellen und verschwundene Akten; dazu jede Menge illustere Persönlichkeiten und, mittendrin, zwei Staatsanwälte, die hartnäckig weiterermitteln und schließlich die mafiosen Finanzpraktiken einer Partei aufdecken -- auch wenn der eine dabei auf ungeklärte Weise zu Tode kam und der andere seine Karriere bei der Staatsanwaltschaft beenden musste.
Goetz, Neumann und Schröm erzählen die abenteuerliche Geschichte des CDU-Parteispendenskandals aus der Perspektive der beteiligten Staatsanwälte und Steuerfahnder. Wie man sich denken kann, ist dies kein leichtes Unterfangen. Die Ermittler sind bekanntlich an das Dienstgeheimnis gebunden, und so mussten sich die Autoren größtenteils auf Dokumente stützen, die sie aus anderen Quellen erhalten haben. Dass es ihnen dennoch überzeugend gelingt, sowohl die Entscheidungsabläufe genau zu rekonstruieren als auch die Sichtweisen der jeweiligen Ermittler glaubwürdig nachzuzeichnen, spricht nicht zuletzt für die Sorgfalt ihrer Recherchen.
Die Geschichte einer unerwünschten Ermittlung zeigt, was engagierte, unabhängig agierende Staatsanwälte zu leisten vermögen, wenn man sie nur lässt. Sie zeigt aber auch, welchem politischen Druck ebendiese Staatsanwälte ausgesetzt sind, sobald sie in der Grauzone zwischen Wirtschaftskriminalität und Politik ermitteln. --Stephan Fingerle
Pressestimmen
"Es ist das spannendste Werk des politischen Buch-Herbstes. Ein Polit-Krimi, der auf 224 Seiten die engen Beziehungen des Waffenhändlers Schreiber zu hochrangigen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft und deren Verstrickung in Waffengeschäfte, Bestechung und Schmiergeldaffären belegt."
(Weser-Kurier, 21.9.00)
"Was die Journalisten John Goetz, Conny Neumann und Oliver Schröm in jahrelanger Recherchearbeit mit detektivischem Gespür zusammengetrugen, ist Stoff für einen Politthriller. Ihr Buch über die Augsburger Staatsanwälte Jörg Hillinger und Winfried Maier, die ab Sommer 1995einer dubiosen, kriminellen Geschäftspartnerschaft nachspüren, beeindruckt durch den genauen Blick auf den Alltag der Justizarbeit in Bayern und die Sympathie für ihre Helden."
(Der Tagesspiegel, 9.10.00)
"Die Geschichte ist aufregender als die meisten Krimis. Ein Glücksfall, dass diese Autoren nicht nur faktenreich, sondern vor allem spannend und verständlich nachzeichnen, wie sich dank der Hartnäckigkeit einiger aufrechter Steuerfahnder und Staatsanwälte ein kleiner Steuerfall in Augsburg zum größten Polit-Skandal der Bundesrepublik auswächst...
Eine fesselnde Pflichtlektüre für jeden, der am Wohl unseres Staates interessiert ist."
(Stern, 42/2000)
"Dieser Band nimmt unter den Sachbüchern des Jahres 2000 einen besonderen Platz ein.(...)
Wer wissen möchte, wie man über einen politischen Skandal informiert, der offenbar mit schweren kriminellen Verfehlungen verbunden, aber noch nicht rechtsstaatlich aufgearbeitet ist, bekommt hier ein publizistisches Lehrstück vorgesetzt."
(Berliner LeseZeichen, 3/2001)