Die Lehrerin Luisa Santini (Paola Pitagora) wird wegen Totschlags zu zehn Jahren Haft verurteilt. Santini soll die Geliebte ihres Mannes Claudio erschossen haben. Als sie nach sieben Jahren aus der Haft entlassen wird geht sie nach Rom um ihren Ex-Mann zu suchen. Dort sieht sie allerdings die Frau, die sie vor sieben Jahren getötet haben soll. Aus Wut und Verzweiflung erschießt sie sie nun wirklich.
Luisa Santini wird erneut wegen Totschlags vor Gericht gebracht. Ihre Verteidigung übernimmt Marco Manin (Terence Hill), der schon am ersten Prozess beteiligt war. Santini plädiert selbst auf Freispruch, da sie für den Mord bereits verurteilt worden war, doch wer war nun wirklich Schuld am ersten Mord und wer war überhaupt die Tote?
"Il vero e il falso" ("Allein gegen das Gesetz") ist eine Art frühe Version des Hollywood Streifens "Double Jeopardy" ("Doppelmord") von Bruce Beresford mit Tommy Lee Jones und Ashley Judd. Im Gegensatz zum Hollywood Hit hat man hier aber keinen Actionfilm vor sich, sondern ein reines Gerichtsdrama. Regisseur Eriprando Viconti erzählt die Geschichte in langen Einstellungen und die Morde in Rückblenden aus den Blickwinkeln verschiedener beteiligter Personen. Der Film ist leider etwas vorhersehbar, dafür aber gut gefilmt und gespielt.
Visconti ist der Neffe des großen italienischen Regisseurs Luchino Visconti, der Meisterwerke schuf wie "Rocco e i suoi fratelli" ("Rocco und seine Brüder") mit Alain Delon oder "La Caduta degli die" ("Die Verdammten") mit Dirk Bogarde. Eriprando konnte an die Erfolge seines Onkels nicht anknüpfen, machte aber trotzdem ein paar ordentliche Filme, wie eben auch "Il vero e il falso".
Die Hauptrolle spielt Mario Girotti alias Terence Hill, hier einmal in einer ernsthaften Rolle. Zur selben Zeit wurde er nämlich gerade zusammen mit Bud Spencer in einigen Komödien wie "Lo chiamavano Trinità" ("Die rechte und die linke Hand des Teufels") oder "Più forte, ragazzi!"("Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle") berühmt. Er beweist hier, dass der durchaus in der Lage ist auch in ernsten Rollen zu bestehen. Hill spielte zum Beispiel auch in Luchino Viscontis Literaturverfilmung "Il Gattopardo" ("Der Leopard") den Count Cavriaghi, einen Freund von Alain Delon.
Seinen Gegenpart gibt Oscarpreisträger Martin Balsam, bekannt aus Filmen wie "12 angry men" ("Die Zwölf Geschworenen", R: Sidney Lumet) oder Alfed Hitchcocks "Psycho". Sein Staatsanwalt Turrisi ist eine etwas zwielichtige Gestalt, der nicht die Wahrheit oder Gerechtigkeit, sondern hauptsächlich seine eigene Karriere im Kopf hat.
Die Mörderin Luisa Santini wird dargestellt von Paola Pitagora ("Kapo", R: Gillo Pontecorvo) und ihr betrügerischer Mann von Adalberto Maria Merli, der vielen sicher bekannt ist als Polizeikommissar aus "Piedone lo sbirro" ("Sie nannten ihn Plattfuß", R: Steno) mit Bud Spencer. Dieser Film ist übrigens auch Merlis erster Leinwandauftritt.
Drehbuchautor Lorenzo Gicca Palli arbeitete bereits zuvor einmal mit Terence Hill zusammen und zwar in "Il Corsaro nero" ("Freibeuter des Meeres"), bei dem er auch die Regie übernahm.
Gut ausgefallen sind auch noch die Kameraarbeit von Marcello Gatti ("Die vier Tage von Neapel", R: Nanni Loy) und die Musik von Giorgio Gaslini ("Die Nacht", R: Michelangelo Antonioni).
Die DVD von Koch Media ist sehr gut gelungen. Mit der Bild- und Tonqualität kann man mehr als zufrieden sein, zudem ist die DVD auch noch ungekürzt. Einige der ungeschnittenen Szenen müssen daher mit der italienischen Originallfassung mit deutschen Untertiteln wiedergegeben werden. Mit der Dokumentation "Un Delitto Di Provincia - Between The Truth And The False" ist auch ein recht interessantes Extra vorhanden. Hierbei kommen einige am Film beteiligte Personen zu Wort.