Callie zieht mit ihrer kleine Tochter Rae nach London, um ein neues Leben zu beginnen. Zu ihrem Ex Tom hat sie nur noch eine eher sporadische Beziehung der Tochter zuliebe, denn der lebt mit seiner neuen Freundin Kate zusammen und reist ständig um die Welt beruflich.
Rae ist seit Geburt herzkrank und bedarf daher besonderer Aufmerksamkeit. Sie darf z. Bsp. nicht wild herumtoben, wie Kinder es nunmal besonders gern tun bisweilen, weil sie dabei stürzen und sich schwer verletzen könnte. Das ist für beide nicht einfach. Gerade die kleine Rae merkt, dass sie fast schon überbehütet wird von ihrer Mum und eben nicht all das darf, das gesunde Kinder eben einfach so dürfen.
Rasch freundet sich Callie mit ihrer Nachbarin Suzy an, die selbst drei Kinder hat. Ihr Ältester Henry ist der beste Freund von Rae. Dann hat sie noch die kleinen Zwillinge Otto und Peter mit ihrem Mann Jez. In der Ehe scheint so Einiges im Argen zu liegen, denn Suzy möchte unbedingt noch ein Kind (eine kleine Nora), aber ihr Mann scheint sich zu sträuben...
Eine weitere Nachbarin und dritte Protagonistin ist Debs, die mir ihrem Mann Allen gegenüber wohnt - eine Lehrerin/Betreuerin in einem Hort, unter deren Aufsicht Rae einen Unfall hat. Ihr wurde auch schon in der Vergangenheit ein ähnlicher Vorfall vorgeworfen und sie verhält sich äußerst merkwürdig...
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Louise Millar hat es geschafft, eine Geschichte, die eher so dahinplätschert und in der nicht wirklich viel passiert (im Gegensatz zu anderen Psychothrillern, bei denen man das Fingernägelkauen beginnen könnte - aber das mindert dieses Buch in keinem Falle), so zu erzählen, dass die Gänsehaut trotzdem nicht ausbleibt.
Sie bedient sich nicht blutiger Schauplätze, sondern beschreibt den leisen Terror zwischen Nachbarn und stellt die Frage in den Raum, wem man sein Kind heute überhaupt noch anvertrauen kann und sollte. Ein Thema, das meiner Meinung nach immer noch sehr aktuell ist.
Die Autorin erzählt abwechselnd aus der Sicht von Callie, Suzy und Debs, so dass alle drei Frauen dem Leser mitsamt ihrer Gedankenwelt, Problemen und Erlebnissen sehr nahe gebracht werden.
Ich dachte, ich bin "auf der richtigen Fährte"/"weiß, wie der Hase läuft", aber das Ende kam dann doch anders daher. Nicht wahnsinnig unerwartet, da aufgrund der wenigen agierenden Personen auch nicht zig hundert Verdächtige in Frage kamen, aber trotzdem sehr gut und glaubwürdig gemacht.
Der Grusel stellt sich aber irgendwann unwillkürlich ein, weil ein perfides Spiel getrieben wird und man nicht sicher sein kann von wem...
Von mir gibt es eine echte Leseempfehlung für dieses Buch !