Kevin war allein zu Haus und Sarah allein im Ozean. Diese Frau durchquerte mit ihren Ruderboot den Indischen Ozean und schrieb darüber ein Buch.
Inhalt und Gliederung:
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Das Buch ist in Vorwort, Prolog, 34 Kapitel, Epilog und Danksagungen gegliedert.
Es beginnt bei den Vorbereitungen, die für eine solche Expedition unbedingt notwendig sind, bis zum Leben danach, welches sicher nicht mehr gleich dem davor ist.
Aber bevor die Beschreibungen losgehen, hat der Leser erst einmal eine doppelseitige Karte des Indischen Ozeans vorliegen mit der eingezeichneten Strecke, die Sarah Outen zurückgelegt hat. Vor jedem Kapitel ist der Ausspruch eines berühmten Menschen angeführt.
Es wird erzählt, die die Autorin schon zu ihren Jugendzeiten zum Rudern kam. Höhen und Tiefen dieses Sports für die Autorin werden dargelegt und ihre persönlichen Höhen und Tiefen beschrieben. Die Betitelung der Kapitel finde ich sehr passend gewählt, man weiß schon, was ungefähr einen beim Lesen erwartet.
Es war der 1. April 2009 ' wahrlich kein Aprilscherz ' als Sarah Outen, die damals 23 Jahre alt war, auf die Reise machte. Ihr Ruderboot nannte sie die Dipper. Ihr Vater war plötzlich verstorben, mit Trauer in der Seele machte sie sich auf die wohl größte Tour ihres jungen Lebens. Aber nicht nur Trauer, sondern auch Entschlossenheit, die in den Erzählungen und Erlebnissen sehr gut rüberkommt, ohne die man ein solches Unternehmen wohl nicht zu Ende bringen könnte, waren an Bord.
Die See war nicht immer ruhig, auch gegen Stürme musste sie ankämpfen, sie machte Bekanntschaft mit nicht gerade kleinen Walen, und musst unheimlich aufpassen, nicht zu kentern. Sie schaffte es zu Ihrem Ziel ' Mauritius. 20 kg Körpergewicht hatte sie verloren, aber sie hatte viel gewonnen.
Sarah Outen, die erste und jüngste Frau, die den Indischen Ozean durchquerte, hat dieses Buch in einer Fülle von Informationen geschrieben, sachlich einerseits, aber auch unheimlich gefühlvoll und faszinierend, dass man meint, man sei dabei gewesen. Sie schreibt detailliert, was während ihrer Tour erlebt hat, was sie gefühlstechnisch durchmachte und welche Unwegsamkeiten sie bewältigen musste, aber natürlich auch den schönen und erhebenden Momente werden viele Zeilen gewidmet.
Ein Buch welches nicht nur Rudersportlern, sondern, so finde ich, jedem gut tun wird, der z. B. für sein Leben auch einiges mitnehmen möchte. Die Quintessenz ist meiner Meinung nach, dass man seinen Weg gehen soll ' gehen muss ' um an sein Ziel zu kommen, unbeirrt gehen muss, Gefahren strotzen muss, mutig sein muss, geradeaus gehen muss und wissen muss, was man möchte.
Das Buch ist ebenso unterhaltsam und unerschrocken geschrieben, wie wohl auch der Charakter der Sportlerin und Autorin ist. Man spürt, dass sie geschrieben hat, was sie in tiefster Seele fühlt, dass es aus ihr herauskam, was sie sagen wollte und was wir als Leser nun lesen dürfen. Es ist nicht gekünstelt, sondern echt und real, was sie uns mitteilt. Es ist erfrischend geschrieben, bildhaft und detailliert.
Kurze Leseprobe zum Schluss:
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Aus Kapitel 22
ER WIRD DICH IN SEINEN FÄNGEN ZERMALMEN
'Nur vor der Angst selbst muss man sich fürchten.' F. D. Roosevelt
Am 49. Tag schlief ich tief und fest bis zum Morgengrauen. Ich hatte nichts Außergewöhnliches geträumt ' außer von Wettrennen und Vanille-Törtchen: Die See hat einen merkwürdigen Einfluss auf unsere Träume. Eine graue Dämmerung verwandelte sich allmählich in ein umwerfendes Farbenspiel in rot und orange; reihenweise Wolken bedeckten den Himmel, die alle in unterschiedliche Richtungen trieben. Es war zwar wunderschön, ließ aber absolut nichts Gutes ahnen. Es verhieß rasende winde und Monsterwellen. Nach einem schnellen Frühstück ruderte ich den ganzen Tag, bis die Dünung so angeschwollen war, dass ich keine sinnvollen Fortschritte in Richtung Westen mehr machen konnte '.
Kategorie: Unbedingt lesenswert !!!