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Allegro ma non troppo. (Wagenbach SALTO): Die Rolle der Gewürze und die Prinzipien der menschlichen Dummheit
 
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Allegro ma non troppo. (Wagenbach SALTO): Die Rolle der Gewürze und die Prinzipien der menschlichen Dummheit [Gebundene Ausgabe]

Carlo M. Cipolla
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Ein Scherz, ein geistvoller sogar. Eine Satire? In Maßen. Viel Ironie auf jeden Fall. Tiefere Bedeutung dagegen kaum.

Ihr Neffe plant Geschichte zu studieren? Ihre Liebste hat das Staatsexamen bestanden? Sie suchen ein Präsent für den Lieblingslehrer nach dem Abi-Stress? Mit diesem eleganten Ganzleinen-Bändchen aus der Salto-Reihe werden Sie Freude bereiten.

Der Wirtschaftshistoriker Carlo M. Cipolla macht sich lustig. Weniger über die menschliche Dummheit als vielmehr über die eigene Wissenschaftsdisziplin, den Jargon und die Systematisierungssucht von Wirtschafts- und Sozialhistorikern. Und in dem am Anfang des Büchleins stehenden Stückchen mit dem gravitätischen Titel "Die Rolle der Gewürze für die wirtschaftliche Entwicklung des Mittelalters" lässt er den Leser über eine Kulturgeschichtsschreibung grienen, die im Stande ist, unverfroren aus disparatesten Nachrichten große historische Bilderbögen zu schnipseln.

Wir erfahren im Vorwort: Beide Produkte müßiger Stunden (unwillkürlich sieht die Fantasie einen langweiligen Kongressnachmittag vor sich und stellt sich den Autor kritzelnd zwischen umgekippten Kaffeebechern vor) waren ursprünglich nur zur Erheiterung von Freunden gedacht. Aber dann liefen sie jahrelang in Abschriften und Kopien unter den Historikern Europas und Amerikas um. Die führen offensichtlich ein trauriges Leben. Schon ein wenig leichthändiger Unernst (allerdings von einem Könner dargeboten) vermag sie aus dem Häuschen zu bringen.

Aber: 70 Prozent aller Ironien, sagen Untersuchungen, werden gar nicht als solche erkannt, sondern für bare Münze genommen. Vielleicht also versteht manche Leserin, mancher Leser gar nicht, dass hier der Autor dem Mittelalter den Pfeffer bloß scherzhalber unter das scholastische Hemd bläst? Vorsicht also, Ihrem Studienanfänger-Neffen schenken sie das Buch vielleicht doch besser erst einmal nicht! --Michael Winteroll

Neue Zürcher Zeitung

Dummheit, statistisch

rox. Der in Pavia im Februar letzten Jahres verstorbene Wirtschaftshistoriker Carlo M. Cipolla – er lehrte an der Universität Berkeley – hat sich nach seiner Emeritierung auch belletristisch betätigt. Gleich seine erste literarische Veröffentlichung hat, zumindest in Italien, etlichen Erfolg gehabt. Das Bändchen enthält zwei Essays. Der eine geht der merkwürdigen Rolle des Pfeffers bei der wirtschaftlichen Entwicklung des Mittelalters nach, und wer jedes Wort, jede Pointe beim Nennwert nehmen wollte, sollte sich gleich vom anschliessenden zweiten Essay beraten lassen. Der nämlich handelt von den historisch erstaunlich stabilen Prinzipien der menschlichen Dummheit, wovon das erste lautet: «Stets und unvermeidlicherweise unterschätzt jeder von uns die Anzahl dummer Individuen, die sich in Umlauf befinden»; eine Einsicht, die Cipolla aus dem Alten Testament zu beziehen vermeint. Es sei die Gültigkeit des Prinzips unbestritten, wiewohl eine quantitative Erfassung des Anteils von dummen Personen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung statistisch problematisch sei. Der Literat wäre kein Wissenschafter, wüsste er sich hier nicht zu helfen: «Aus diesem Grund wird auf den folgenden Seiten die Anzahl dummer Menschen innerhalb einer Bevölkerung mit dem Symbol S versehen.» Wir raten: S steht wohl für stultitia?

Pressestimmen

»Eine liebevoll ironische Satire des italienischen Historikers auf angestrengtes und bedeutungsschweres wissenschaftliches Schreiben. « (Bayern2Radio, 19.5.2001)

»... ein unbeschwertes, geistvolles Vergnügen, ein amüsanter historischer Rundschlag, gelegentlich mit einer Dosis abgeklärter, aus Weisheit friedfertiger Ironie gepfeffert.« (Jörg Becker, Radio Bremen 2, 3/0)

Kurzbeschreibung


Eine höchst amüsante Satire auf bedeutungsschweres wissenschaftliches Schreiben
Im ersten Teil weist in einem ausgefeilten Argumentationssystem nach, daß der Pfeffer die treibende Kraft in der wirtschaftlichen Entwicklung des Mittelalters gewesen sei, also das, was Marx den Motor der Geschichte nennt. Angesichts dieser unglaublichen Entwicklung, in die erstaunlicherweise Gott der Herr, goldene Münzen, Eremiten, Feudalherren und sarazenische Frauen verwickelt waren, verloren als einzige die Italiener nicht ihren Kopf: Deshalb beendeten sie das Mittelalter durch die Erfindung der Renaissance. Im zweiten Traktat erläutert er die fünf Prinzipien der menschlichen Dummheit.

Über den Autor

Carlo M. Cipolla, 1922 in Pavia geboren, war Wirtschaftshistoriker. Nach seinem Studium an der Universität von Pavia führten ihn Stipendien an die Sorbonne nach Paris und die London School of Economics. Mit siebenundzwanzig Jahren erhielt er eine Gastprofessur der University of California, Berkeley. Später lehrte er unter anderem an Hochschulen in Deutschland, England, Spanien und Kanada. Er war Vorsitzender und Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Vereine und kultureller Einrichtungen in Turin, Boston und Rom sowie Fellow der British Academy und der Royal History Society Großbritanniens. 1980 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Zürich verliehen, 1992 die der medizinischen Fakultät der Universität Pavia. Cipolla schrieb über 20 Bücher, die in etwa 15 Sprachen übersetzt wurden. Er starb 2000 in Pavia.
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