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Allegro ma non troppo. (Wagenbach SALTO): Die Rolle der Gewürze und die Prinzipien der menschlichen Dummheit
 
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Allegro ma non troppo. (Wagenbach SALTO): Die Rolle der Gewürze und die Prinzipien der menschlichen Dummheit [Gebundene Ausgabe]

Carlo M. Cipolla
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 96 Seiten
  • Verlag: Verlag Klaus Wagenbach (17. August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3803111978
  • ISBN-13: 978-3803111975
  • Größe und/oder Gewicht: 21,1 x 11,6 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 60.801 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Ein Scherz, ein geistvoller sogar. Eine Satire? In Maßen. Viel Ironie auf jeden Fall. Tiefere Bedeutung dagegen kaum.

Ihr Neffe plant Geschichte zu studieren? Ihre Liebste hat das Staatsexamen bestanden? Sie suchen ein Präsent für den Lieblingslehrer nach dem Abi-Stress? Mit diesem eleganten Ganzleinen-Bändchen aus der Salto-Reihe werden Sie Freude bereiten.

Der Wirtschaftshistoriker Carlo M. Cipolla macht sich lustig. Weniger über die menschliche Dummheit als vielmehr über die eigene Wissenschaftsdisziplin, den Jargon und die Systematisierungssucht von Wirtschafts- und Sozialhistorikern. Und in dem am Anfang des Büchleins stehenden Stückchen mit dem gravitätischen Titel "Die Rolle der Gewürze für die wirtschaftliche Entwicklung des Mittelalters" lässt er den Leser über eine Kulturgeschichtsschreibung grienen, die im Stande ist, unverfroren aus disparatesten Nachrichten große historische Bilderbögen zu schnipseln.

Wir erfahren im Vorwort: Beide Produkte müßiger Stunden (unwillkürlich sieht die Fantasie einen langweiligen Kongressnachmittag vor sich und stellt sich den Autor kritzelnd zwischen umgekippten Kaffeebechern vor) waren ursprünglich nur zur Erheiterung von Freunden gedacht. Aber dann liefen sie jahrelang in Abschriften und Kopien unter den Historikern Europas und Amerikas um. Die führen offensichtlich ein trauriges Leben. Schon ein wenig leichthändiger Unernst (allerdings von einem Könner dargeboten) vermag sie aus dem Häuschen zu bringen.

Aber: 70 Prozent aller Ironien, sagen Untersuchungen, werden gar nicht als solche erkannt, sondern für bare Münze genommen. Vielleicht also versteht manche Leserin, mancher Leser gar nicht, dass hier der Autor dem Mittelalter den Pfeffer bloß scherzhalber unter das scholastische Hemd bläst? Vorsicht also, Ihrem Studienanfänger-Neffen schenken sie das Buch vielleicht doch besser erst einmal nicht! --Michael Winteroll

Neue Zürcher Zeitung

Dummheit, statistisch

rox. Der in Pavia im Februar letzten Jahres verstorbene Wirtschaftshistoriker Carlo M. Cipolla – er lehrte an der Universität Berkeley – hat sich nach seiner Emeritierung auch belletristisch betätigt. Gleich seine erste literarische Veröffentlichung hat, zumindest in Italien, etlichen Erfolg gehabt. Das Bändchen enthält zwei Essays. Der eine geht der merkwürdigen Rolle des Pfeffers bei der wirtschaftlichen Entwicklung des Mittelalters nach, und wer jedes Wort, jede Pointe beim Nennwert nehmen wollte, sollte sich gleich vom anschliessenden zweiten Essay beraten lassen. Der nämlich handelt von den historisch erstaunlich stabilen Prinzipien der menschlichen Dummheit, wovon das erste lautet: «Stets und unvermeidlicherweise unterschätzt jeder von uns die Anzahl dummer Individuen, die sich in Umlauf befinden»; eine Einsicht, die Cipolla aus dem Alten Testament zu beziehen vermeint. Es sei die Gültigkeit des Prinzips unbestritten, wiewohl eine quantitative Erfassung des Anteils von dummen Personen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung statistisch problematisch sei. Der Literat wäre kein Wissenschafter, wüsste er sich hier nicht zu helfen: «Aus diesem Grund wird auf den folgenden Seiten die Anzahl dummer Menschen innerhalb einer Bevölkerung mit dem Symbol S versehen.» Wir raten: S steht wohl für stultitia?


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Format:Gebundene Ausgabe
Wieder mal den Mund fusslig geredet, selbstverständlich erfolglos, weil Ihnen einer ein verstandes- und logikresistentes Konglomerat präsentiert hat aus mehr oder weniger esoterisch verbrämter Pseudowissenschaft und Verschwörungstheorien und was es noch so an beliebtem Schmarrn gibt, selbiges "bewiesen" durch apokryphe Hypothesen (im weitesten Sinne des Wortes), schwindelerregende Kombinationen aus alledem, gekrönt durch wirre Schlussfolgerungen, wobei alle Realität souverän ignoriert wurde, die nicht in den Wirrwarr passte? Oder kam Ihnen ein angebliches Standardwerk recht nebulös vor, und ärgerlicherweise ist der Verfasser des Ganzen ein Säulenheiliger des Fachs? -- Dann hab ich was für Sie! Nämlich eine geistreiche Wissenschaftssatire, die genüsslich all das soeben Aufgelistete und noch mehr am sorgsam gewählten Objekt ad absurdum vor- beziehungsweise am Nasenring herumführt, und zwar mit allem Zubehör: Mit wildgewordenen Vagheiten, Anachronismen, mit willkürlich erstellten und interpretierten Statistiken, mit leicht neben der Spur untertitelten Grafiken und Illustrationen der Extraklasse und vielem mehr.

Buchstäblich gepfeffert und (wein-)geistreich ist Teil 1, das sich mit aller Inbrunst dem Thema "Die Rolle der Gewürze (insbesondere des Pfeffers) für die wirtschaftliche Entwicklung des Mittelalters" widmet. Carlo M. Cipolla zieht alle Register; vermutlich kennt er seine Pappenheimer: In der Form hält er sich ganz unschuldig an den akademischen Usus, aber der Inhalt, der Inhalt... Allein diese Fußnoten-Sottisen, etwa, wenn er eine seriös daherkommende Statistik mit vielen Zahlen loslässt und am Ende zum k.o.-Schlag ausholt: "Was aber genau der 'rotated factor index' ist, [über den er sich gerade lang und breit ausgelassen hat], weiß nur der amerikanische Anthropologe, der ihn entwickelt hat." Unnötig zu erwähnen, dass der geneigte Leser nichts Näheres über jenen mysteriösen Anthropologen erfahren wird... Wer sich schonmal durch pseudowissenschaftliches Imponiergehabe quälen musste, der weiß: Cipolla musste nicht allzu sehr übertreiben -- weder hier noch andernorts. Die beliebten Phrasen der wissenschaftlichen Freischwimmer ("wie man weiß", "es ist allgemein bekannt, daß") samt ihrer Vorliebe für Anachronismen (exakte Uhrzeiten auf die Minute im 10. Jahrhundert, oder der "Drang nach Osten" schon im Hochmittelalter als mittelbare, aber zwingende Folge der Pfefferverteuerung) inclusive darauf aufgebauter Zahlenmystik und wildgewordener Spekulation, dazu virtuose Vagheit ("Das neue Jahrtausend kann man wohl zu Recht als das Jahrtausend des europäischen Abendlandes bezeichnen") streut er gekonnt über seine Satire. Cipolla zelebriert hier nachgerade die Kardinalfehler, die immer gern genommen werden, führt sie ad absurdum, und der verdutzte Leser reibt sich die Augen: Klar doch, der Bischof von Bremen und der Eremit Petrus waren die eigentlichen Begründer des europäischen Imperialismus. Dazu noch diese süffisanten Bildunterschriften... Cipolla lässt nichts aus, fügt alle grassierenden Unarten in exakter Dosierung ein, ohne je brachialkomisch zu werden. Ich möchte den sehen, der seine Mimik noch unter Kontrolle hat, wenn er das liest.
Hat man dieses pièce de résistance der Wissenschaftssatire verdaut, gibt's als zweiten Teil noch einen opulenten Nachtisch, der des ersten Teiles würdig ist: eine hochseriös daherkommende Abhandlung über "Die Prinzipien der menschlichen Dummheit". Selbstverständlich ist diese Nachspeise appetitlich garniert mit absurden Begriffsdefinitionen höherer Ordnung, mit Formeln, ohne die es in der Soziologie nicht geht, mit einer sogenannten Makroanalyse, mit viel syntaktischem Drahtverhau, Imponierprosa, variablengespickten Grafiken...

Geistreiche Erholung für Geist und Seele für alle, die gern denken und dabei ebenso gern lachen, und Erholung fürs Auge gibt's obendrein, denn auch Layout und Aufmachung entsprechen allen Erwartungen, die man an die feine SALTO-Reihe des Wagenbach-Verlages stellt.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Dummheit mit Pfeffer 15. März 2001
Format:Gebundene Ausgabe
Dem Titel sieht man es nicht an, das Buch enthält zwei wesentliche kulturgeschichtliche Beiträge.

Wir werden darüber aufgeklärt, dass unsere westliche Zivilisation im Wesentlichen auf der aphrodisierenden Wirkung von Pfeffer beruht (!).

Das wirklich verblüffende sind aber die Grundprinzipien der menschlichen Dummheit, ein Muss für jede(n), der menschliche Kontakte pflegt ...

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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Vielleser
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Eine amüsante, aber einleuchtende Theorie zur menschlichen Dummheit. Egal, ob man eine Gruppe von Professoren untersucht, oder eine Gruppe von Busfahrern, das Mass an Dummheit ist konstant. (Er benennt dieses Mass gemeinerweise mit einem grossen Sigma für Stupiditas. Ergo: Sigma ist konstant).

Cipolla sagt aber auch im Detail, wie er das mit der Dummheit meint: Wer der Gesellschaft schadet, ist dumm, wer ihr nützt ist klug, und wer nichts schadet oder beiträgt, über den brauchen wir nicht zu reden. Allerdings ist so der Autodieb neutral, denn er zerstört nichts (in erster Näherung).

Ein Muss in der heutigen Diskussion um Intelligenz.

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