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Produktinformation
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Ihr Neffe plant Geschichte zu studieren? Ihre Liebste hat das Staatsexamen bestanden? Sie suchen ein Präsent für den Lieblingslehrer nach dem Abi-Stress? Mit diesem eleganten Ganzleinen-Bändchen aus der Salto-Reihe werden Sie Freude bereiten.
Der Wirtschaftshistoriker Carlo M. Cipolla macht sich lustig. Weniger über die menschliche Dummheit als vielmehr über die eigene Wissenschaftsdisziplin, den Jargon und die Systematisierungssucht von Wirtschafts- und Sozialhistorikern. Und in dem am Anfang des Büchleins stehenden Stückchen mit dem gravitätischen Titel "Die Rolle der Gewürze für die wirtschaftliche Entwicklung des Mittelalters" lässt er den Leser über eine Kulturgeschichtsschreibung grienen, die im Stande ist, unverfroren aus disparatesten Nachrichten große historische Bilderbögen zu schnipseln.
Wir erfahren im Vorwort: Beide Produkte müßiger Stunden (unwillkürlich sieht die Fantasie einen langweiligen Kongressnachmittag vor sich und stellt sich den Autor kritzelnd zwischen umgekippten Kaffeebechern vor) waren ursprünglich nur zur Erheiterung von Freunden gedacht. Aber dann liefen sie jahrelang in Abschriften und Kopien unter den Historikern Europas und Amerikas um. Die führen offensichtlich ein trauriges Leben. Schon ein wenig leichthändiger Unernst (allerdings von einem Könner dargeboten) vermag sie aus dem Häuschen zu bringen.
Aber: 70 Prozent aller Ironien, sagen Untersuchungen, werden gar nicht als solche erkannt, sondern für bare Münze genommen. Vielleicht also versteht manche Leserin, mancher Leser gar nicht, dass hier der Autor dem Mittelalter den Pfeffer bloß scherzhalber unter das scholastische Hemd bläst? Vorsicht also, Ihrem Studienanfänger-Neffen schenken sie das Buch vielleicht doch besser erst einmal nicht! --Michael Winteroll
Dummheit, statistisch
rox. Der in Pavia im Februar letzten Jahres verstorbene Wirtschaftshistoriker Carlo M. Cipolla er lehrte an der Universität Berkeley hat sich nach seiner Emeritierung auch belletristisch betätigt. Gleich seine erste literarische Veröffentlichung hat, zumindest in Italien, etlichen Erfolg gehabt. Das Bändchen enthält zwei Essays. Der eine geht der merkwürdigen Rolle des Pfeffers bei der wirtschaftlichen Entwicklung des Mittelalters nach, und wer jedes Wort, jede Pointe beim Nennwert nehmen wollte, sollte sich gleich vom anschliessenden zweiten Essay beraten lassen. Der nämlich handelt von den historisch erstaunlich stabilen Prinzipien der menschlichen Dummheit, wovon das erste lautet: «Stets und unvermeidlicherweise unterschätzt jeder von uns die Anzahl dummer Individuen, die sich in Umlauf befinden»; eine Einsicht, die Cipolla aus dem Alten Testament zu beziehen vermeint. Es sei die Gültigkeit des Prinzips unbestritten, wiewohl eine quantitative Erfassung des Anteils von dummen Personen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung statistisch problematisch sei. Der Literat wäre kein Wissenschafter, wüsste er sich hier nicht zu helfen: «Aus diesem Grund wird auf den folgenden Seiten die Anzahl dummer Menschen innerhalb einer Bevölkerung mit dem Symbol S versehen.» Wir raten: S steht wohl für stultitia?
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Wir werden darüber aufgeklärt, dass unsere westliche Zivilisation im Wesentlichen auf der aphrodisierenden Wirkung von Pfeffer beruht (!).
Das wirklich verblüffende sind aber die Grundprinzipien der menschlichen Dummheit, ein Muss für jede(n), der menschliche Kontakte pflegt ...
Cipolla sagt aber auch im Detail, wie er das mit der Dummheit meint: Wer der Gesellschaft schadet, ist dumm, wer ihr nützt ist klug, und wer nichts schadet oder beiträgt, über den brauchen wir nicht zu reden. Allerdings ist so der Autodieb neutral, denn er zerstört nichts (in erster Näherung).
Ein Muss in der heutigen Diskussion um Intelligenz.
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