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Alle unsere Feste: Ihre Herkunft und Bedeutung [Gebundene Ausgabe]

Karl H Göttert
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

September 2007 3150106451 978-3150106457
Wer weiß noch, warum Ostern keinen feststehenden Termin hat, sondern wandert, und wie dieser Termin jeweils ermittelt wird? Wer weiß noch, was an Pfingsten gefeiert wird? Wer kennt die Bedeutung von "Fronleichnam"? Wer weiß, wie neumodisch Halloween ist oder wer den Muttertag erfunden hat? Karl-Heinz Göttert erzählt in 30 unterhaltsamen Kapiteln von Herkunft und Bedeutung aller unserer Feste, die wir noch immer gerne so feiern, wie sie fallen.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 280 Seiten
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150106451
  • ISBN-13: 978-3150106457
  • Größe und/oder Gewicht: 15,6 x 10,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 551.915 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Karl-Heinz Göttert ist Germanistikprofessor an der Universität Köln. Der Schwerpunkt seiner Forschungen liegt im Bereich der Kulturgeschichte, speziell der Rhetorik (besonders: Geschichte der Stimme, München 1998) und Konversationstheorie (besonders: Kommunikationsideale. Untersuchungen zur europäischen Konversationstheorie, München, 1988).

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

'Von Rau- und Klopfnächten, Bleigießen und anderen Wunschträumen'

Sofern nämlich der 1. Januar als Jahresbeginn gewählt wurde, schloss er an die wilderen Formen einer Feier der Wintersonnenwende an. Dem christlichen 1. Januar stecken gewissermaßen die römischen Saturnalien in den Knochen: das Fest des Umsturzes, das nicht mehr im Dezember gefeiert wurde, sondern nun besonders zwischen Weihnachten am 25. Dezember und Epiphanie am 6. Januar. So ungewohnt die Nähe von Weihnachten und saturnalischer Feier erscheinen mag, im Brauchtum hat sich dies (zum Teil bis heute) erhalten. Nacht für Nacht zogen ganze Trupps mit Lärminstrumenten und Vermummung durch die Straßen, um in der Dämonengestalt den Dämonen Paroli zu bieten. Auch Feuer wurden entzündet, die mit ihrem Rauch wahrscheinlich den Raunächten (nach der alten Rechtschreibung noch wesentlich klarer: Rauhnächten) den Namen gegeben haben. In der St.-Martins-Nacht am 11. November begann der Spuk, der sich heute so ganz anders als harmloser Fackelumgang der Kinder darstellt. Er zog sich hin über St. Nikolaus am 6. Dezember, St. Luzia am 13. Dezember (der im Mittelalter übrigens als kürzester Tag des Jahres galt), weiter über St. Thomas am 20. Dezember bis zur Silvesternacht am 31. Dezember und führte schließlich bis zum 6. Januar.
Diese Form der saturnalischen Ausgelassenheit ging im Spätmittelalter auf den Karneval über, aber der 1. Januar hat noch einiges davon bewahrt, obwohl die Kirche kräftig dagegenhielt. Sie feierte am 1. Januar den Oktavtag von Weihnachten, den letzten Tag der Fest'woche', die jedes große Fest erhält, und besetzte ihn mit dem Gedenken an die Gottesmutterschaft Mariens. Gleichzeitig wird (nach Lk 2,21) die Beschneidung und Namengebung Jesu begangen. Aber damit war der alte Charakter des Tages nicht zu bändigen. Wenigstens in der vorangehenden Nacht behielt der Spuk bis heute sein Recht. Auch wenn dabei kaum noch jemand an Dämonen denkt: Das laute Fest zeugt noch von ihnen.
Lärm also zur Vertreibung des Bösen, um Platz zu machen für das Gute, für ein fruchtbares neues Jahr. Zu diesem Aspekt von Neujahr tritt ein weiterer, ebenso abergläubischer wie der erste. Die Grundidee liegt darin, dass der Anfang das Spätere in sich enthält. Daher die besondere Rolle der zwölf Tage, die als Vorboten der folgenden zwölf Monate 'gelesen' wurden (in Russland bis heute als die 'swjatki' bekannt). Wie an jedem einzelnen Tag das Wetter war, so sollte es in den folgenden Monaten werden, um mit dem Harmlosesten zu beginnen. Ganz allgemein aber ist die Zeit der Jahreswende Orakelzeit. Die Prediger des Mittelalters überliefern in ihren Ermahnungen das, was überall verbreitet war. Wer sich in diesen Nächten an einem Kreuzweg auf eine Ochsenhaut setzt oder sich mit einem Schwert umgürtet, könne in die Zukunft schauen, heißt es bei Burchard von Worms im 11. Jahrhundert. Auch vom Dach aus lässt sich in die Zukunft schauen, weiter hilft der Blick in den Schornstein oder ins Schlüsselloch. Wer so schlichten Umständen misstraut, kann in der Silvesternacht mit dem Daumen an beliebiger Stelle die Bibel aufschlagen ('däumeln') und findet prompt das Passende für sich. Auch Träume seien in dieser Zeit von besonderer Art, da sich erfülle, was der Träumer 'sieht'. Man kann aber auch der Zukunft nachhelfen, indem man seinen Tisch mit Gaben überhäuft, um das ganze Jahr im Überfluss zu leben. Schicksals- oder Glücksfrauen waren in diesem Fall zuständig, von denen auch ein Name überliefert ist: derjenige der 'Frau Percht', nach der in einer althochdeutschen Glosse gefundenen 'giperahta naht' für 'leuchtende Nacht', das heißt: Weihnachten. Dazu passt es, dass man sich wie in römischen Zeiten gegenseitig Geschenke machte, um das Glück zu zwingen. Sebastian Brant prangert in seinem 'Narrenschiff' von 1494 den Aberglauben an, dass es mit dem ganzen Jahr nichts werde, wenn man sich nicht entsprechend beschenkt habe.
Am beliebtesten aber ist ein Orakel geblieben, das wohl als letztes auch heute noch in der Silvesternacht praktiziert wird: das Bleigießen. Schon Thomas von Aquin behandelt den Brauch im 13. Jahrhundert in seiner 'Summa theologiae' (II,II 95,3) an durchaus wichtiger Stelle. Er erwähnt das Bleigießen unter den Formen des Aberglaubens nämlich als Beispiel dafür, dass auch bei scheinbar harmlosen Betätigungen dieser Art der Teufel im Spiel sei, weil nun einmal ohne diesen keine "Wunder" zustande kommen: der berühmte implizite Teufelspakt. Er sei nur wenig besser als der explizite, den später zum Beispiel Faust eingeht. Im Falle des Bleigießens erscheint dies als eine harte Auslegung, wenn man etwa im 'Journal von und für Deutschland' aus dem Jahre 1787 liest, um welche Art von Magie es sich dabei handelt: "Will ein Bürgermädchen wissen, was sein künftiger Gatte für ein Handwerk treibe, so lässt es in der Andreasnacht Bley in einem Löffel zerschmelzen, und gießt das Geschmolzene durch einen Schlüssel, in dessen Bart ein Kreutz ist, in Wasser, das des Nachts zwischen 11 und 12 Uhr gehohlt worden ist. Macht nun hier das gegossene Bley die Form einer Scheere, so bekommt das Mädchen einen Schneider, bildet es eine Schusterahl, so wird es einem Schuster zu Theil werden usf." Immerhin erscheint diese Methode mehr zu versprechen, als wenn man Eier in kochendes Wasser wirft, um aus der Form des geronnenen Eiweißes die Zukunft abzulesen. Auch Talg oder Wachs, in Wasser geträufelt, dürfte nicht halb so markante Gebilde produzieren wie eben Blei.
Wer sich auf all dies nicht einlässt, muss trotzdem nicht ganz frei von neujährlichem Aberglauben sein, sofern man sich an die Praxis als solche hält und das mangelnde Wissen um die Bedeutung nicht als Entschuldigung gelten lässt. Neujahr nämlich ist die Zeit des besonderen Backens bzw. Gebäcks. Burchard von Worms rügt den Aberglauben, dass künftiges Wohlergehen daran abzulesen sei, wie gut der Teig für das Brot in der Silvesternacht aufgehe. Dass Neujahrsbrot glückverheißend sein soll, war im Mittelalter überall verbreitet und gehört zu den abergläubischen Praktiken, die noch von den Reformatoren aufs Korn genommen wurden. Dabei gab es ausgesprochen spezielle Formen des Glücks, wenn etwa vom Genuss des Neujahrsbrotes später der Rücken beim Fruchtschneiden nicht schmerzen werde, wie es aus Nassau überliefert wird. In einer preußischen Chronik des Jahres 1397 liest man von dem etwas weniger abergläubischen Brauch, die Nachbarn mit Neujahrsgebäck freundlich zu stimmen. Um den Charakter des Besonderen hervorzuheben, formt man das Brot bzw. das Gebäck zu Kränzen, Wecken, Schnecken oder (am Dreikönigstag) Sternen - noch die Nürnberger Lebkuchen sollen darauf zurückgehen. Aber der Aberglaube dominiert doch allenthalben. Gebäck bzw. dünne Kuchen werden in bestimmten Formen hergestellt, die beim 'Glücksgreifen' Zukünftiges enthüllen. Selten waren dagegen die Brezeln, die ursprünglich in die Fastenzeit gehören und Volkskundler früher zu mehr oder weniger tiefsinnigen Gedanken über die Bedeutung der gekreuzten Teigwürste anregten.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen sehr christlich 16. Februar 2013
Format:Gebundene Ausgabe|Verifizierter Kauf
Ich forsche eigentlich nach der Entwicklung unserer Feste und keine christliche Interpretation. Dass natürlich von der "neuen" Religion, die "alte" Religion verteufelt wurde ist stadtbekannt. Die Hexenverfolgungen haben das Übrige dazu beigetragen, dass wir heute von unseren Wurzeln abgeschnitten sind. Bedauerlicherweise!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Feste feiern, wie sie fallen 2. März 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Ja, warum feiern wir eigentlich all diese Feste? Genau auf diese Frage antwortet dieser kleine Reclam ausführlich, sachverständig und heiter.
Auch für Atheisten sehr zu empfehlen, denn nicht alles ist eine Glaubensfrage, aber alles ist Geschichte.
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