Ich schreibe niemals Rezensionen, da ich sehr viele Bücher bestelle und lese und mir schlichtweg deshalb die Zeit fehlt. Da bei dieser Neuerscheinung jedoch noch niemand etwas geäußert hat, will ich zukünftig Interressierten meine persönliche Meinung abgeben.
Als frisch gebackene Yogalehrerin war ich sehr gespannt auf die "Bekenntnisse einer Yogalehrerin mit 10jähriger internationaler Erfahrung".
Alles, was ich beim Lesen jedoch empfunden habe ist, das die Autorin in ihrem Buch mit einer höchst anstrengend und meist überflüssig abstrakten "intellektuellen" Sprache um Yoga und über Yoga herumfaselt und unterm Strich erfährt man......nichts! Frau Rübesamen ergießt sich etwas egozentrisch im "coolen" Erzählen ihrer persönlichen Yogageschichte beginnend in New York, später in Berlin und London. Es wird vorwiegend mit prominenten Namen aus dem Who`s who der internationalen Yogaszene verschwenderisch um sich geworfen,was wohl aufzeigen soll, daß Frau Rübesamen in der Yogaszene "ein Insider" ist, und als Jetsetterin mal hierhin zum Yogakongress mal dahin zum 300-hour Jivamukti US-teacher training oder am Schluß des Buches zur Yogarecherche nach Indien fliegt, wo am Ende leider auch nicht viel an Essenz bei raus kommt.(Wer einen Indien-Reisebericht lesen will, wird auch anderswo fündig.))Alles, was sie über Yogaaspekte wie Ausbildung, Asanas, Yogasutren oder Philosophie erwähnt, ist einem erfahrenerem Yogi bereits bekannt. Außer "Ich, ich, ich" wird zuwenig darüber erzählt, was Yoga bei den teils illustren Schülern von Frau Rübesamen bewirkt hat, welchen Nutzen sie ihnen brachte, ja man fragt sich am Ende, welchen Nutzen oder gar Transformation Frau Rübesamen selbst aus Yoga gezogen hat, denn ihr sehr abgehobener und abstrakter Erzählstil bleibt seltsam distanziert und irgendwie auch kühl und -wie ich finde- leider unsympathisch.Ich glaube, insgeheim weiß sie selbst keine rechte Antwort darauf.Schade, die Ausdrucksweise, die ihr zu eigen ist, steht der Thematik komplett im Weg.Am Schluß des Buches (ja! Als "Yogarette" hab ich mich durchgebissen, angetrieben von der Hoffnung: vielleicht kommt die Essenz ja am Ende des Buches heraus!)fragt man sich: "Was will sie damit eigentlich sagen???"Es ist erstaunlich, daß man ein 348 Seiten Buch zum Thema "Ich bin eine Yogalehrerin" füllen kann mit soviel-sorry- abstrusem Bla-Bla und "Leere". Bevor ich das Buch las, fiel mir noch auf, in welch unkorrektem Kopfstand Frau Rübesamen sich für den Buchumschlag ablichten ließ. Sie weist im Buch anfangs zwar selbst darauf hin, das die Asana "schief" von ihr ausgeführt wurde, aber warum sie das tat- als so erfahrene Lehrerin- bleibt dahingestellt.FAZIT: Wirr und "schräg" vom Buchumschlag (das war wohl schon ein Omen)bis zur letzten Seite, daraus hätte man mehr machen können...Schade um jeden Euro, den mich dieses Buch gekostet hat.Ich weiß, Geschmäcker sind verschieden...aber dafür gibt es nun mal diese Rezensionen.
Wer wirklich tiefgründiges, klares und mit Herz, Seele und Hirn geschriebenes zum Thema "Yogalehrer etc."lesen will, der bleibe einstweilen beim begnadeten "Licht auf Leben" von B.K.S.Iyengar oder sein brandneu herausgekommenes Werk "Der Urquell des Yoga" in dem er genialst die Yoga Sutren des Patanjali interpretiert. Daraus lernt man mehr und unendlich viel für Yoga UND das Leben.