Alle meine Töchter - Die komplette Serie auf achtzehn DVDs
Es ist soweit und mit der vorliegenden DVD-Box aus dem Hause "Aviator-Entertainment" kommt die komplette Serie, mit all ihren von 1994-1999 produzierten Folgen, inklusive des Pilotfilms, zur Veröffentlichung. Erstmals ab November 1995 konnte diese durch die "ndF" in München und deren Umgebung im Auftrag des ZDF und ORF gefertigte Serienproduktion, im deutschen Fernsehen gesehen werden. Bis in das Jahr 1999 entstanden insgesamt sechsundsiebzig, jeweils in etwa 45 Minuten dauernde Einzelfolgen, zuzüglich einer Spezialfolge in Spielfilmlänge.
In den erzählten Geschichten dieser Reihe geht es um das Leben und den Alltag von Richter Berthold Sanwaldt (Günther Mack), der nach dem Tod seiner Frau plötzlich ganz allein auf sich gestellt mit drei Kindern dasteht. Auch wenn die Kinder insgesamt schon aus dem aller gröbsten heraus sind, bestätigt sich auch hier wieder einmal der geflügelte Satz "kleine Kinder kleine Sorgen, große Kinder große Sorgen". Und so hat es Witwer Berthold auch nicht gerade eben immer leicht mit "Anna" (Ursula Buschhorn), die als promovierte Betriebswirtin vor lauter Ehrgeiz und Arbeit doch schon mal über das Ziel hinaus schießt oder auch mit "Sylvie" (Julia Dahmen), die ihm noch so einiges an Geduld und Nerven kosten wird. Zum Anfang noch eher das süße kleine Nesthäkchen unter den dreien, entwickelt sich im Laufe der Reihe aber auch "Patty" hin zum ungestümen und eigenwilligen Teenager und sorgt damit für so einige Sorgenfalten und das eine oder andere graue Haar bei Berthold. Die Rolle der "Patty" wurde im Übrigen bis zur vierten Staffel von den Zwillingen Fritzi und Floriane Eichhorn verkörpert. Ab der fünften Staffel dann übernahm Fritzi diesen Part allein.
Auch als in der schmucken Münchner Villa Haushälterin "Margot" (Jutta Speidel) ihren Dienst antritt, zieht dort noch lange keine Ruhe oder gar Langeweile ein. Interessantes Detail dabei ist, dass "Margot" gerade frisch aus dem Gefängnis kommt, wo sie eine Haftstrafe aufgrund eines angeblichen Doppelgiftmordes abgesessen hat, bei dessen Verhandlung Berthold als Beisitzer mit dabei war. Die bisherige Haushälterin des richterlichen Anwesens, Bertholds Schwägerin "Mathilde" (Andrea Brix), hegt böse Befürchtungen. Was auch sie in diesem Moment allerdings noch nicht ahnt ist, dass sich "Berthold" und "Margot" alsbald ineinander verlieben und ein Paar werden.
Allein diese Anfangskonstellation ist schon Grundlage genug für wunderbar abwechslungsreich und immer wieder neu erzählte Geschichten, die dem Zuschauer vor seinem Fernseher fesseln und in ihren Bann ziehen. Millionen von Fernsehzuschauern waren damals während der Erstausstrahlung der Reihe von 1995 bis 1999, wie auch heute bei gezeigten Wiederholungen im TV, immer wieder aufs neue von den so lebensnah und authentisch erzählten Geschichten begeistert.
Neben den von Barbara Piazza so ideenreich geschriebenen Büchern zur TV-Serie, sind es neben den bereits erwähnten Mimen zudem noch eine wahre Schar an hochkarätigen und prominent besetzten Darstellern, die hier, hinein bis in die kleinste Rolle zu erleben sind. Neben dem relativ festen Stamm an Darstellern gab es innerhalb einzelner Folgen oder auch Staffeln immer wieder Auftritte zahlreicher Gaststars. Beispielgebend seien an dieser Stelle Namen wie die von Ottfried Fischer, Christine Ostermayer, Rudi Castell, Hans Stetter, Maximilian Grill, Ottokar Lehrner oder auch die von Benedikt Schwarz und Alexander Wussow genannt. Im Regiestuhl nahmen bei den einzelnen Staffeln u.a. Wolfgang Hübner, Wolf Dietrich, Wigbert Wicker und Claus Peter Witt Platz.
Die hier zur Veröffentlichung kommende Komplett-Box der Reihe, mit allen der von 1994-1999 produzierten sechsundsiebzig Folgen zuzüglich des Pilotfilms, finden ihren Platz auf insgesamt achtzehn DVDs. Diese wiederum finden sich allesamt einzeln lagernd und entnehmbar in sechs Jumbo-Amaray-DVD-Case. Dabei wurde den in ihrer Gestaltung einheitlich gehaltenen einzelnen Staffel-Boxen je eine wechselnde Farbe zugedacht, was diese dann, lagernd in dem zur Aufbewahrung angedachten und mit einigen Fotos und Informationen gestalteten Pappschuber in Hochglanzoptik, zu einem echten Hingucker werden lassen.
Die in ihrer Gestaltung ebenso farblich wie auch in ihrer Art den Staffel-Covern dieser Veröffentlichung angepasst erstellten DVD-Menüs zeigen sich übersichtlich und gut bedienbar. Versehen mit einigen animierten filmischen Szenen, zeigen sich die Folgen innerhalb der einzelnen Staffelboxen mit fortlaufender Nummer und in Textform dargestellt. Unmittelbar nach Einlegen der jeweils gewählten DVD, können die auf ihr befindlichen Folgen zur Wiedergabe gebracht werden. Eine Möglichkeit alle der auf einer DVD befindlichen Episoden ohne Unterbrechung, also sozusagen "am Stück" abzuspielen, besteht leider nicht. Auf ein Kapitelmenü wurde verzichtet und anstelle dessen den einzelnen Episoden einige wenige Marker zur optionalen Anwahl zugedacht.
Außer eines jeder Staffelbox beiliegenden Blattes mit den dort namentlich und in Textform aufgeführten durchgehenden Rollen und der ihrer Darsteller, finden sich nur noch zwei kleinere Extras mit auf den DVDs bei der hier vorliegenden Veröffentlichung mit der Komplettbox der Serie. Von der dritten DVD der ersten Box ist dies ein nicht ganz vier Minuten laufender Besuch von den beiden Hauptdarstellern der Reihe Günther Mack und Jutta Speidel im ZDF-Fernsehgarten anlässlich des Sende-Starts der Reihe im Fernsehen. Das zweite Extra, welches sich auf der ebenfalls dritten DVD, diesmal der zweiten Staffelbox befindet, zeigt einen Besuch von Ursula Buschhorn beim ZDF-Mittagsmagazin. In diesem Gespräch mit einer Laufzeit von ca. 4:40 Minuten berichtet sie u.a. über die von ihr hier bei "Alle meine Töchter" verkörperte Rolle der Tochter "Anna".
Die insgesamt achtzehn DVDs bei dieser Veröffentlichung bringen es laut dem veröffentlichenden Label auf eine stolze Gesamtlaufzeit von ca. 3515 Minuten. Das sind beinahe 59 Stunden bestens unterhaltende TV-Serienkost der Extraklasse. Bis zu fünf Folgen, der jeweils um die 45 Minuten laufenden Einzelfolgen, finden teilweise ihren Platz auf den hier vorliegenden DVDs. Trotz der doch recht beachtlichen Datenmengen, die da ihren Platz auf den kleinen Silberlingen gefunden haben, schafft es eine angemessen zum Einsatz kommende Kompressionsrate, das Bild ohne größere Artefakte oder digitale Fehler in sich zur Ansicht zu bringen. Alle Folgen zeigen sich im Übrigen im klassischen 4:3 Bildformat.
Bedingt durch den Produktionszeitraum der gesamten Reihe von über sechs Jahren, machen sich verständlicherweise kleinere Unterschiede in der zu erlebenden Bildqualität zwischen den einzelnen Staffelboxen bemerkbar.
Im Gesamteindruck kann das Bild von allen DVDs der hier vorliegenden Veröffentlichung als gelungen und auf dem Standard und Niveau der TV-Ausstrahlung beurteilt werden. Als angenehm natürlich und in ihrer Intensität sehr gut ausgeprägt fielen mir durchweg die zu erlebenden Farben in allen der Folgen auf. Kontrast und Schärfe finden sich in ihren Einstellungen auf dem zu erwartenden Level einer TV-Serienproduktion über einen Zeitraum von 1995 bis hin in das Jahr 1999. Hin und wieder fallen, besonders bei den DVDs mit Filmmaterial aus den früheren Produktionsjahren bei größeren und hellen Flächen gewisse Unruhen und ein leicht erhöhtes Grundrauschen im Bild auf. Insgesamt überwiegt aber ein in sich stimmiges Bild, das trotz oder eben auch mit einigen kleineren Schwächen dennoch als durchaus gelungen beurteilt werden kann.
Tonbewertung:
Was sofort ins Ohr geht und sich dort festsetzt, ist die sich einschmeichelnde und sehr gefühlvolle Titelmusik der Reihe, welche von Ralf Wengenmayr stammt. Der zu Gehör kommende Ton bei dieser Veröffentlichung bietet einen sowohl im Volumen wie auch mit reichlich klanglichen Nuancen durchsetzten deutschsprachigen Dolby Digital 2.0-Sound an. Dieser lässt das gesprochene Wort stets gut verständlich erklingen. Hintergrund und Nebengeräusche überlagern hier nie die Dialoge der Darsteller. Schade nur, dass sich keinerlei Untertitel für Hörgeschädigte oder Gehörlose mit auf den DVDs dieser Veröffentlichung finden.
Gesamteindruck:
Nicht ohne Grund zählt die Reihe "Alle meine Töchter", seit deren Start mit der allerersten gezeigten Episode im November 1995, mit zu den erfolgreichsten und beliebtesten Serien aller Zeiten im deutschen Fernsehen. Neben einer wahren Schar hochkarätiger und prominent besetzter Darsteller in den von ihnen verkörperten Rollen und Charakteren sind es vor allem die allesamt so lebensnah und authentisch in ihren erzählten Geschichten, die abwechslungsreich wie das Leben selbst, diese Reihe so liebenswert und sehenswert macht. Sie unterhält kurzweilig und lässt beim Zuschauen mitfiebern, hoffen und bangen. Irgendwie fühlt man sich beim Ansehen dann schon hin und wieder beinahe wie zu Besuch bei alten Bekannten und zum Teil sogar als eine Art "stiller Mitwisser" brisanter familieninterner Ereignisse. Top-Empfehlung für Genrefreunde.