Wie der Titel des Romans von Judith Lennox ankündigt, geht es in ihrem Werk hauptsächlich um Schwestern, die ihren Platz im Leben suchen. Wir lernen die selbstverliebte Iris, die als Schönheit der Familie gilt und schon dutzendweise Heiratsanträge abgelehnt hat mit der Hoffnung, dass sich noch etwas Besseres findet. In ihrem Schatten steht die ernsthafte Marianne, welche von der einen großen Liebe träumt, die ihren Lebensweg bestimmen soll. Ganz andere Pläne hat die ambitionierte Eva, die ihrer künstlerischen Ader folgen will und ihren Vater überreden möchte, ihr ein Studium an der Londoner Kunstakademie zu gewähren. Und da ist ja noch die unscheinbare, jüngste Schwester, Clemency, die Haus und Familie zusammenhalten möchte.
Die Schwestern merken sehr bald, dass ihnen ihre Erziehung als Töchter aus gutem Hause nur wenig nützlich ist. Ende des 19. Jahrhunderts drängt es die jungen Frauen nach mehr Selbstständigkeit, da der vorgegebene Lebensplan, welcher eine gute Partie und eine gesicherte Existenz als Ehefrau und Mutter beinhaltet, nicht einzuhalten ist. Iris lässt sich als Krankenschwester ausbilden und Eva studiert die feinen Künste und nebenbei noch die menschliche Natur. Nur Marianne heiratet schon sehr früh, doch ihre große Liebe ist nicht für die Ewigkeit geschaffen...
Judith Lennox hat in bewährter Form einen Familienroman geschrieben, der die Hauptakteure durch einen langen Lebensabschnitt mit all seinen Höhen und Tiefen begleitet. Diesmal ist es der erste Weltkrieg, der die Protagonisten aus der Bahn wirft. Aber auch das exotische Ceylon findet einen Platz in ihrem Werk, welches zunächst die Sehnsucht nach einem fernen Paradies zu stillen scheint, aber sich schließlich zum Schauplatz einer höchst dramatischen Tragödie entwickelt.
Langweilig wird die Lektüre nie und der Leser verzeiht der Autorin, dass sie auf ein Happy End für alle Beteiligten verzichtet hat.