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Abel Nema (das Anagramm zu Amen verweist auf die vielen sprechenden Namen des Romans) lebte vor langer Zeit mit seinen Eltern in einer kleinen Stadt in der Nähe dreier Grenzen. Örtlichkeiten haben bei Mora eine stets traumhafte, seltsam undefinierbare Qualität. Theatergleiche Erzählräume, die, haben sie ihren Zweck erst erfüllt, sich in Luft auflösen. Als Abel zwölf ist, verschwindet der Vater wort- und spurlos aus seinem Leben. Der endgültige Schlüssel zu Abels emotionaler Steinwerdung findet sich jedoch in jener Szene, in der auch der langjährige Freund Ilia Abels Liebe verschmäht und ins Auslandsstudium flüchtet. Auch Abel wird von nun an ein Flüchtiger sein. Und er ist gepanzert -- für immer!
Er verlässt sein Land und heiratet zum Schein die gutherzige Mercedes. In Omar, ihrem einäugigen und verschlossenen Sohn, findet er sein jugendliches Pendant. Die Ehe hat keinen Bestand. Der merkwürdig emotionslose Vater, der zehn Fremdsprachen perfekt beherrscht, ist und bleibt auf immer sprachlos. Lieblos. Und doch voll Sehnsucht. In einem kafkaesken Zimmer, das keine Wände zu besitzen scheint, beginnt Abel Nemas Niedergang. Ein Besuch in einem albtraumhaften Etablissement namens Klapsmühle, gerät zum orgienhaften Danteschen Inferno, und bildet doch nur den Vorhof zur wirklichen Hölle, die auf Abel noch warten sollte.
Moras Roman durchzieht ein beständiger Eishauch. Mäandernd und losgelöst von Raum und Zeit ist nur gewiss, dass nichts gewiss ist. Ihre Nebelwelt präsentiert sich, analog dem Zustand ihres Helden, steinern und erkaltet. Sinnlich Wahrnehmbares gibt es nur in Form von Gerüchen und Lichtsituationen (oder besser: ewiger Lichtlosigkeit). Dass dies nicht ins romanhaft Experimentelle mündet, verdankt sich Moras Sprachgewalt. Metaphern- und Beobachtungsgrade von hoher Feinheit machen diesen beachtlichen Erstlingsroman zu einem der herausragenden Bücher des Jahres 2004. --Ravi Unger
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Kein leichter Lesegenuss,
Von
Rezension bezieht sich auf: Alle Tage: Roman (Taschenbuch)
Es ist ganz etwas Besonderes. So Elke Heidenreich in Lesen. Besonders ist es, besonders schwer zu lesen, finde ich. Die Sprache und die Sprachkraft wird von den Kritikernhochgelobt. Dem kann ich nicht zustimmen. Es ist kein Genuss zu Lesen. Ich musste beim Lesen teilweise konzentriert Wort für Wort auseinandernehmen. Satzzeichen für mich einfügen, um die Aussage zu verstehen. Das ein ganzes Buch lang. Anstrengend. Zum Beispiel: In den letzten Jahren hat er die Muttersprache seines Vaters fast vergessen, zu Bora sagte er nicht mehr als drei radebrechende Sätze, und nun war es so, dass er jedes einzelne Wort, jeden Satz, den er hörte, sofort verinnerlichte, und auch wenn er noch nicht alles verstand, er merkte bereits , wo sie einen Fehler machten, er sah die Konstruktionen vor sich, als würden kleine Astgebilde aus den Mündern seiner Mitpatienten wachsen." Teilweise unendlich lange Sätze, dann wieder nur ganze kurze. Am schlimmsten fand ich ziemlich am Ende das Kapitel Zentrum Delirium. Nomen est omen. In seinem Delirium, nachdem er Fliegenpilz Pulver zu sich genommen hatte, macht Abel so einiges durch. Der Leser auch. Die Handlung ist nicht chronologisch erzählt, sondern in Rückblicken und mit vielen Zeitsprüngen. Am Ende fügt sich ein Puzzleteil zum anderen. Ich habe trotzdem noch ein paar unbeantwortete Fragen. Vielleicht noch mal lesen? Wenn ich nur dran wollte.... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Durchleuchtung eines Mannes,
Von audiobookfan H. "Hanna." (Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Alle Tage. 10 CDs (Audio CD)
ABEL NEMA - der Name des Mannes, den die Autorin auf seinem Weg verfolgt und den sie bis ins Innerste sichtbar macht.ABEL NEMA - ein Genie, das 10 Sprachen erlernt, aber selber so gut wie nie spricht. ABEL NEMA - der weder Geruch-noch Geschmacksinn hat, der Jungens liebt, aber sich selbst nicht wirklich versteht. ABEL NEMA - der aus seiner südöstlichen Heimat in den Westen kam, und sich dort nie heimisch und zugehörig fühlt. ABEL NEMA - der zu guter Letzt von seinen Leiden erlöst wird. Ein ganz besonders Buch - der Anfang ist das Ende. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
sprachlich sehr gelungen,
Rezension bezieht sich auf: Alle Tage: Roman (Taschenbuch)
Gerade sprachlich finde ich das Buch sensationell, vor allem die ständig wechselnde Erzählperspektive: Ein Beispiel: In eigentlich universal erzählten Szene, kommen die Protagonisten kurz in Ich-Form zu Wort, ohne dass dies wirklich wörtliche Rede wäre. Dadurch erhält man mehre Blickwinkel gleichzeitig, als würden die beteiligten im Nachhineinkommentieren oder als ob kurz Ihre momentanen Gedanken in der Szene aufblitzen. Das funktioniert so gut, weil die Autorin extrem gut beobachtet und der Charakter der jeweiligen Person nur durch diese wenigen Schlüsselwörter ganz deutlich wird.Desweiteren hat sie eine enorme erzählerische Effizienz. Es werden nie viele Details oder Beschreibungen gegeben, aber diese sind so präzise, das man die jeweilige Szene sehr genau vor sich sieht. Auch hier ein Beispiel: Gleich am Anfang des Buches findet sich die Hauptperson auf einem Fest wieder, dass in eine Orgie ausartet. Der Protagonist verliert sich in seinem Rausch, die Wahrnehmung purzelt durcheinander. Gesehenes wird erst verzögert verstanden. Das ist so präzise beschreiben, dass man als Leser das Gefühl hat, man wäre selbst kurz vor dem Delirium. So perfekt habe ich das selten gelesen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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