Es ist ganz etwas Besonderes. So Elke Heidenreich in Lesen. Besonders ist es, besonders schwer zu lesen, finde ich. Die Sprache und die Sprachkraft wird von den Kritikern
hochgelobt. Dem kann ich nicht zustimmen. Es ist kein Genuss zu Lesen. Ich musste beim Lesen teilweise konzentriert Wort für Wort auseinandernehmen. Satzzeichen für mich einfügen, um die Aussage zu verstehen. Das ein ganzes Buch lang. Anstrengend.
Zum Beispiel:
In den letzten Jahren hat er die Muttersprache seines Vaters fast vergessen, zu Bora sagte er nicht mehr als drei radebrechende Sätze, und nun war es so, dass er jedes einzelne Wort, jeden Satz, den er hörte, sofort verinnerlichte, und auch wenn er noch nicht alles verstand, er merkte bereits , wo sie einen Fehler machten, er sah die Konstruktionen vor sich, als würden kleine Astgebilde aus den Mündern seiner Mitpatienten wachsen."
Teilweise unendlich lange Sätze, dann wieder nur ganze kurze.
Am schlimmsten fand ich ziemlich am Ende das Kapitel Zentrum Delirium. Nomen est omen. In seinem Delirium, nachdem er Fliegenpilz Pulver zu sich genommen hatte, macht Abel so einiges durch. Der Leser auch.
Die Handlung ist nicht chronologisch erzählt, sondern in Rückblicken und mit vielen Zeitsprüngen. Am Ende fügt sich ein Puzzleteil zum anderen. Ich habe trotzdem noch ein paar unbeantwortete Fragen. Vielleicht noch mal lesen? Wenn ich nur dran wollte....