Kurzbeschreibung
Der Autor über sein Buch
Doch wie bei Wunschträumen üblich, erschien in einer mondlosen Nacht die Dienst habende blonde Fee an meinem Bett: Dummkopf, wisperte sie, warum schreibst du nicht Romane?. Die Fee war zwar brünett, dennoch bewirkte sie eine Wende in meinem Leben. Schon in der nächsten mondlosen Nacht setzte ich mich an meinen Schreibtisch und schrieb viele Monate lang meinen ersten Roman, später den zweiten und dann den dritten.
Und siehe da, tatsächlich stiegen meine Helden aus den Seiten heraus. Sie begannen herumzuspazieren, heirateten von Zeit zu Zeit, liefen schönen, schlauen Frauen nach, tanzten auf dem politischen Parkett und gingen rechtzeitig pleite, genauso wie ich es mir während meiner lebenslangen Wanderung durch die Buchstabenwüste immer erträumt hatte.
Ich kann gar nicht sagen, wie dankbar ich der freundlichen brünetten Fee für ihren klugen Rat bin. Davor aber, dass man während des endlosen Schreibens auch alt werden kann, davor hat mich das kleine Luder nicht gewarnt.
Über den Autor
Schon 1952 wurde er Kolumnist der Tageszeitung Ma'ariv, eine Tätigkeit, die er 30 Jahre lang beibehielt. 1959 heiratete er die Pianistin Sara Lipovitz. Im selben Jahr wurde der Band 'Drehen Sie sich um, Frau Lot!' von der New York Times ausgezeichnet. Kishon wurde für das deutschsprachige Publikum zum wichtigsten Zeugen des Lebens im Staat Israel. Die kleine Form, die er zeitlebens pflegte, war dieser Rezeption sehr zuträglich.
Sein Altersdomizil hatte Kishon in der Nähe von Appenzell in der Schweiz gefunden, an einem Ort der Sicherheit nach einer bewegten Biografie. Dort verstarb Ephraim Kishon Anfang 2005.