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Alle Menschen lügen: Roman [Gebundene Ausgabe]

Alberto Manguel , Susanne Lange
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

4. August 2010
Bevilacqua rettet sich aus dem falschen Leben in Buenos Aires nach Madrid. Aber im Exil regieren statt der Zwänge der Diktatur nur Verdacht und Zwietracht. Da hilft es nichts, dass man in seinem Koffer ein mysteriöses Manuskript findet, das ein "Lob der Lüge" verspricht. Bei dessen Erscheinen erntet Bevilacqua statt Ruhm und Ehre bloß Scham und Untergang.
Raffiniert stellt Alberto Manguels Roman der Lüge eine Falle. Vor Augen und Ohren des Lesers entsteht ein spannender Roman über die schmale Linie zwischen Liebe, Lüge und Verrat, eine melancholische Komödie über das wahre Falsche und das falsche Wahre: "Ein Meisterwerk", urteilte El País.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: S. Fischer Verlag; Auflage: 1 (4. August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100487575
  • ISBN-13: 978-3100487575
  • Originaltitel: Todos los hombres son mentirosos
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 528.219 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Susanne Lange lebt als freie Übersetzerin bei Barcelona. Sie überträgt lateinamerikanische und spanische Literatur, sowohl klassische - wie Cervantes - als auch zeitgenössische Autoren - wie Javier Marías. Zuletzt wurde sie mit dem Johann-Heinrich-Voß-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lügen, wohin man schaut 12. September 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Der 116. Psalm drückt es bereits zu biblischen Zeiten als grundlegende, menschliche Erfahrung aus: "Alle Menschen sind Lügner". Natürlich bildet dieser Satz sprachlich ein Paradox, denn wenn er stimmt, dann ist zumindest ein Mensch kein Lügner, und wenn er gelogen ist, dann ist der Satz nicht ernst zu nehmen.

Ein Sprachspiel aber schwebte Alberto Manguel sicherlich nicht vor im Blick auf die Geschichte des Alejandro Bevilacqua, die Manguel in seinem aus verschiedenen Perspektiven nachvollzieht. In einer Weise nachvollzieht, die dem Titel gerecht wird. Desillusioniert in einem beständig zwischen Nähe, Lüge und Verrat schwankenden Umfeld vollzieht sich die Geschichte eines Exils.
Von einem persönlichen Feind wird der Protagonist in Argentinien an das brutale Militärregime verraten und ausgeliefert, wird abgeschoben ins Exil nach Spanien und, letztlich, dort ermordet.

Der Tod Bevilacquas ist es, der zu Beginn des Buches die Richtung des Romans vorgibt. Aus verschiedenen Perspektiven wirft Manguel nun einen Blick auf das Leben der Hauptfigur und seinen Widersacher, einen Blick voller Wehmut, Ernüchterung, und, vor allem, voller Lügen.

Nirgends kann der Leser sich sicher sein, wirklich zu durchschauen, was genau wer getan und was wo passiert ist. Erst im Zusammenklang all der persönlich gefärbten und die eigene Rolle beschönigenden Stimmen ergibt sich ein Bild der Geschehnisse, der Trennung von Freund und Feind. Der Weg, dieses Puzzle zusammen zusetzen ist ein nicht einfach, immer stark assoziativer Weg, auf den Maguel den Leser mitnimmt.

Schon der Beginn des Buches gibt hier sprachlich und stilistisch die Richtung vor. Mit ausgefeilter Sprache konzipiert Manguel einen schier endlos anmutenden Monolog, innerhalb dessen von Satz zu Satz, fast von Wort zu Wort die Informationen wechseln, andere Färbungen erhalten, falsche Spuren legen und doch ein Bild ergeben. Von der Behauptung der Ferne zu Bevelcqua eröffnet der Ich Erzähler so auf den ersten Seiten dann doch seine enge Freundschaft zum nunmehr ermordeten Exilanten.

Das alles wirkt zunächst planlos, ziellos, verwirrend, doch je mehr man sich auf den Stil und die verschiedenen Geschichten der jeweiligen Erzähler des Buches einlässt, desto deutlicher wird zum einen die harte Wirklichkeit angesichts einer brutalen Junta ab 1976 in Argentinien, literarisch aber viel mehr noch die Flüchtigkeit des Seins und der eigenen Erinnerungen, der Abschweifungen des Lebens selbst und den vielen Möglichkeiten, realen Ereignissen immer persönliche Färbungen zu verleihen, die den Sachverhalt bis ins Gegenteil umkehren können.

So konzipiert Manguel auch folgerichtig sein Ende, denn wer genau wen getötet hat und wie und warum, wen interessiert das wirklich? Das ist eben nicht die wahre Geschichte, die wahre Geschichte ist die der inneren Bearbeitung der äußeren Welt durch den Menschen.

Ein Sog aus Bildern und Worten, aus Eindrücken und Mutmaßungen, der mit seiner Sprachgewalt tief eintauchen lässt in die melancholische und tief von Lügen geprägte Welt der Figuren und Ereignisse. Eine Art, die Welt zu betrachten, die durch Alberto Manguel (der selber im Buch auftritt) einen ganz eigenen Blick auf vermeintliche Fakten eröffnet und darin generalisierende Elemente enthält. Ein echtes Leseabenteuer, das dem rational und geordneten Wunsch an gradlinige Geschichten wunderbar widerspricht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch von Alberto Manguel "Alle Menschen lügen" bedeutet 235 Seiten Sprachgenuss. Eine vollkommen ausgefeilte, sehr angenehme, einfühlsame Sprache erwartet Sie, jedoch ist diese auch phasenweise arg bildungsbürgerlich, ja überzogen, zu viel des Guten. Aus unterschiedlichen Perspektiven (verschiedene Erzähler geben Ihre Sicht der Dinge, Ihre Realitäten des Geschehens wieder) wird eine Geschichte entsponnen, die die Leserin/ den Leser zunehmend in den Bann zieht und die bis zum Schluss nicht gelöst wird. Lesen Sie am besten die wenigen Seiten rascher, in der die Geschichte nicht so recht von der Stelle kommt, es lohnt sich. Lernen Sie Alejandro Bevilacqua kennen oder eben den, den Sie nach dem Buch dann meinen zu kennen. Insgesamt ein sehr schönes, tiefes Buch.
Viele Grüße
Stephan Peters
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk in schmalem Format! 4. Oktober 2010
Von Lector
Format:Gebundene Ausgabe
Brillante, hochintelligente Erzählung, brillante Übersetzung aus dem Spanischen.

Hochphilosophisches Thema unterhaltsam verpackt auf 235 Seiten.

In Alle Menschen lügen" geht es um die uralte Geschichte von Fiktion und Realität, um die literarische Erfindungskunst, die Kunst der Lüge, auf der einen, und die ewige Suche der Menschheit nach der absoluten Wahrheit auf der anderen Seite.

Konkret konstruiert Alberto Manguel aus diesen philosophischen Grundüberlegungen eine sehr spannend zu lesende Geschichte: Der Versuch einer Biographie eines Mannes namens Alejandro Bevilacqua. Ein vermeintlicher argentinischer Schriftsteller, der im Exil in Madrid eines Tages tot auf der Strasse aufgefunden wird.

Diese fiktionale Lebensgeschichte und ihr tragisches Ende wird in Manguels Buch so geschickt, kapitelweise von verschiedenen Erzählern, aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, dass man am Ende jedem und keinem glaubt. Die absolut letzte Wahrheit des geheimnisvollen Todes bleibt ebenfalls in der Schwebe. Nun ist Manguels spannende Geschichte jedoch nicht mit einem Kriminalroman zu verwechseln. Vielmehr geht es um ein Spiel mit verschiedenen Erzählern und den ständigen Spiegelungen ein und derselben Geschichte im Borgesschen Sinn.

Der Haupterzähler oder Chronist ist der Journalist Jean-Luc Terradillos. Er befragt Menschen, die behaupten, den geheimnisvollen Bevilacqua gekannt zu haben. Terradillos möchte eine vollständige, wahre Biographie über ihn schreiben, seine Interviewpartner jedoch fügen der Geschichte Satz für Satz, Seite für Seite ein Körnchen Wahrheit (und/oder Lüge?) hinzu - und bieten ihm damit eben genau den Stoff, aus dem man Legenden erschafft. Monologe neurotischer, kranker und witziger Ich-Erzähler (auch Autor Manguel mischt seine eigene Person als Erzähler-Ich in den Roman) bannen den Leser bis zum Schluss, und nie weiss man wirklich, wie es denn nun wirklich war. Gleichzeitig entsteht auf relativ wenigen Seiten ein so dichtes Romangeflecht, eine so detaillierte Biographie der fiktiven Figur Bevilacquas, dass der Leser am Ende glaubt, Alejandro Bevilacqua selbst gekannt zu haben.

Ganz wie nebenbei erfährt man in "Alle Menschen lügen" eine Menge über die jüngste argentinische Geschichte, und über die Exilantenstadt Madrid in den 70er Jahren. Ergreifend intim auch die Schilderungen der Foltermethoden der argentinischen Junta, ohne dabei jemals ins Blutrünstige oder Sensationelle zu verfallen. Ein viel zu gebildeter Schriftsteller und belesener Weltbürger ist Autor Manguel selbst, um in Klischees zu verfallen, die schon in so vielen anderen Büchern zu lesen waren.

Fazit: Eines der besten Bücher dieser Saison, und wie geschrieben für die Buchmesse "Argentinien 2010" - ein Meisterwerk in schmalem Format!
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