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Alle Familien sind verkorkst
 
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Alle Familien sind verkorkst [Audiobook] [Audio CD]

Douglas Coupland , Sanne Schnapp
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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: RADIOROPA Hörbuch; Auflage: 1., Aufl. (28. Juni 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866677995
  • ISBN-13: 978-3866677999
  • Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 13,4 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 774.484 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Douglas Coupland
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Irgendwie sind die Figuren des 41-jährigen US-amerikanischen Autors Douglas Coupland, der 1994 mit dem Kultbuch Generation X debütierte, alle wie vom anderen Stern: verkorkst, ohne Zukunft, voll auf Droge und mit einer zumeist skurrilen Vergangenheit. Aber wenn man sich Couplands befremdliche Bestandsaufnahmen trostloser Vorstädte, Disneyworlds und Shopping Malls richtig vor Augen führt, dann merkt man schnell, dass seine dann doch wieder glaubwürdigen Helden eben auf dem merkwürdigsten Stern des ganzen Universums -- unserer Erde -- zu Hause sind.

So ist es auch im neuen, wieder einmal fulminanten Roman des Autors, der zunächst eher als Freak Show denn als Gesellschaftsroman daherkommt: Am Vorabend der Jungfernfahrt ihrer Contergan-geschädigten Tochter Sarah zum Mond hat deren Mutter Janet Drummond alle ihre Familienangehörigen samt ihres bisweilen arg paranoiden Anhangs zusammengetrommelt. Und das Bild, dass diese Gruppe vermittelt, passt so gar nicht zum zahnweißsauberen Astronautenimage, das die US-Presse von ihren Himmelsstürmern und deren Angehörigen so gerne zeigt: Janet, die nicht nur der Internet-Pornografie verfallen ist, hat ihren Tagesrhythmus nach den Zeitpunkten ihrer Tabletteneinnahme ausgerichtet. Sarahs Bruder Wade ist ein abgehalfterter und von Aids gezeichneter Ex-Hockey-Star, der eine prüde Bibelgläubige zur Frau genommen hat. Der jüngere Bruder Bryan wird nur noch von Selbstmordfantasien am Leben gehalten -- und von einem Nachwuchswunsch, den seine schwangere, hochgradig cholerische Freundin Shw (Kind der antiautoritären 68er-Generation und benannt nach den Initialen eines zum erleuchteten Märtyrer stilisierten Freiheitskämpfers) nicht befriedigen will: Ihre Leibesfrucht hat sie längst zum Verkauf angeboten. Dass der Familienvater Ted ein sadistischer Bankrotteur ist, versteht sich fast von selbst. Und dann kippt der Plot unversehens um, und die Drummonds sind mitten drin in einer Geschichte rund um Amokläufer, Kinderhändler und Kloning, in deren Licht die Protagonisten ziemlich normal aussehen.

Sarah Drummond mag zum Mond fliegen, aber Coupland startet inmitten der prähistorischen Sumpflandschaft Floridas zur Expedition in die fremden Welten unserer Alltagswirklichkeit. Und das kann er nun mal besser als jeder andere. Alle Familien sind verkorkst ist ein neuer Beweis dafür. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Es ist das Jahr 2001, und die Drummond-Familie ist nach Jahren zum ersten Mal wieder vereint. Mutter Janet, ihr Ex-Mann Ted und die beiden großen Söhne samt Freundinnen wollen Zeugen sein, wenn der Hoffnungsträger der Familie, die geliebte Tochter und Schwester Sarah, von Cape Canaveral ins All abhebt. Doch unvorhergesehene Ereignisse verstricken die Drummonds in eine Kette krimineller Abenteuer, die den Anlass ihres Zusammenkommens verblassen und sie umso enger zusammenrücken lässt: Ein Amoklauf in einem Schnellimbiss, mit Babys handelnde Sado-Freaks und ein deutscher Pharma-Erbe, der sich als Rettung für den angeschlagenen Familien-Clan entpuppt, werden zu einer Begegnung der dritten Art mit einer Subkultur, die die Drummonds geradezu normal aussehen lässt. Wieder einmal gelingt es Coupland, die vermeintlich keimfreie Technicolor-Wirklichkeit Amerikas mit seinen Fastfood-Restaurants, Motels, Shopping-Malls und Trailer-Parks in einen Schauplatz zu verwandeln, in dessen Nischen der fleischgewordene Horror moderner Gewalt- und Porno-Videos lauert und der gleichzeitig für seine nach Erlösung suchenden Helden märchenhafte Rettung bereithält.

8 Audio-CDs, 1 Bonus-MP3-CD, Laufzeit 9:26 Stunden.


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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Familie als Farce 22. Februar 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Angeblich ereignet sich in der Weltgeschichte alles zweimal: beim ersten Mal als Tragödie und dann noch einmal als Farce. Nicht nur in diesem Sinne ist Douglas Coupland mit seinem jüngsten Roman eine brilliante Farce gelungen. Aber eine, unter deren bizarrer Handlungsoberfläche noch das Tragische lauert. "Alle Familien sind verkorkst" lautet der in der deutschen Übersetzung ein wenig zu flapsige Titel für eine verästelte Story. Die erzählt abgedreht, effektvoll und komisch von einem Gebilde, das bei Shakespeare den Stoff für große Tragödien lieferte, mittlerweile über ein eigenes Ministerium verfügt und in letzter Zeit strengen Artenschutz genießt: die Familie. Doch Coupland setzt seine verkorkste Romanfamilie namens Drummond nicht nur genüßlich dem Spott aus, sondern zeigt am Ende, dass alles andere noch viel schlimmer ist.
Aber der Reihe nach: Anfang der 90er Jahre wurde Douglas Coupland weltweit als der literarische Vater der ‚Generation X' bekannt. Dabei handelt es sich um jene zwischen 1960 und 1970 Geborenen, die für das Hippietum zu wissend und für das Yuppietum zu ungläubig waren. Stattdessen schlugen sie sich mit "McJobs" durch, erzählten sich krude Geschichten und erhoben den Verfall zum Lebensstil. Seitdem hat man den Autor in die Ecke desjenigen gestellt, der witzig und genau das Milieu der Jugendkulturen und Computerfreaks beschreiben kann. Spätestens mit seinem letzten Roman, ‚Miss Wyoming', versuchte Coupland, spürbar aus dieser Ecke auszubrechen, indem er sich der schillernd desillusionierenden Welt Hollywoods zuwandte. Dieser Ausbruchsversuch missglückte weitgehend, weil sich seine Stars und Sternchen doch wieder als Berufsjugendliche entpuppten und sein Erzählstil allzu unbedarft den Umgang mit Klischees pflegte.
Mit seinem neuesten Roman kehrt er zum Generationenthema zurück, aber nunmehr zu eben jenem Gebilde, was bis dato Generationen gemeinhin generierte: Zum ersten Mal seit Jahren steht den Drummonds, die dem Bankrott näher sind als einem harmonischen Familienleben, wieder eine Vollversammlung bevor. Anlass ist der Weltraumflug von Sarah, des jüngsten und trotz ihrer Contergan-Schädigung einzig erfolgreichen Sprösslings dieser Familie. Da wollen Mutter Janet, ihr Ex-Mann Ted mit seiner Geliebten Nickie und ihre beiden großen Söhne Wade und Bryan samt Freundinnen auf der Zuschauertribüne stehen und winken. Doch vor dem Winken steht das Abenteuerliche, und davon gibt's in diesem Roman reichlich. Zuerst werden Janet und Nickie in den Überfall auf ein Restaurant verwickelt. Dann muss Bryans Freundin mit dem selbst ausgedachten Namen shw gerettet werden - und zwar vor einem überaus freundlichen Paar, das allerdings über einen Keller voller Foltergeräte verfügt. In eben den wollten sie shw einsperren, ihr erwartetes Baby verkaufen und sie selbst umbringen. Und schließlich ist da noch der reiche Abkömmling eines deutschen Pharma-Konzerns, der hinter einem Brief aus der englischen Königsfamilie her ist, um aus den Speichelresten des Umschlags irgendwann einmal ganz viele Prinzen zu klonen.
So verzwickt und grotesk sich das auch ausnehmen mag, Couplands Erzähler gibt bis zum Schluss keinen Handlungsstrang verloren. Dabei zieht er sämtliche Register dessen, was man sich seit der Etablierung des Films vor allem in der amerikanischen Literatur angewöhnt hat, "realistisch" zu nennen: Rückblenden, Parallelmontagen, pointierte Dialoge etc. Und genau da liegt der Clou von Couplands Roman. Der ist nicht zuletzt auch eine Farce auf das realistische Erzählen, das hier täuschend echt, also äußerst gekonnt nachgeahmt - und am Ende ad absurdum geführt wird. Allein schon das Florida dieses Romans: ein versumpftes, fieberndes und durchgeknalltes Irrenhaus ohne Dach und Wände. Oder die HIV-Infizierung von Mutter Janet, dieser anrührenden Trash Queen, der alles passiert, was Frauen im richtigen Leben eher selten passiert: Ohne sein Wissen schläft ihr ältester Sohn - seines Zeichens HIV-positiv - mit der Geliebten ihres Ex-Mannes, seines Vaters. Letzterer jagt ihm daraufhin eine Kugel in den Bauch. Die tritt aus Wades Rücken wieder aus und bohrt sich in das Brustbein der hinter ihm stehenden Mutter - ein aberwitziger Genre-Mix aus Mythos und Western, Comic und Soap, aber stilistisch derart selbstverständlich dargeboten, als würde man von jemand erzählen, der gerade in aller Ruhe sein Frühstücksei pellt.
Die heimlichen Helden von Couplands Romans sind indes nicht zu sehen, jedenfalls nicht mit bloßem Auge. Es handelt sich um Parasiten in ihrer kleinsten Form, um uralte Mikroorganismen wie Bakterien oder außer Kontrolle geratenes genetisches Material wie Viren. Sie sind - zusammen mit all den Pillen und Medikamenten der modernen Medizin, von denen fast die ganze Familie Drummond lebt - das, was diese Romanwelt im Innersten zusammenhält. Wir, oder zumindest Couplands menschliche Figuren, sind aus dieser Perspektive vor allem eines, nämlich Wirtstiere. Abgesehen von jener wunderbaren Cissy Ntombe, die fast 20 Jahre als Prostituierte in Uganda gearbeitet und mindestens 35.000-mal ungeschützten Verkehr hatte. In ihrem Blut zeigt sich trotzdem weder eine Spur vom Virus noch von seinen Antikörpern. Sie ist die personifizierte Immunität, bleibt aber als solche Ausnahme und Randfigur in diesem Roman. Der hauptsächliche Rest, also die Drummonds, gibt dagegen ein regelrechtes Biotop für Parasiten ab.
Deren Spektrum wiederum ist so breit wie bildhaft gefasst. Es reicht von den Tod bringenden und Metaphern spendenden Viren über schicksalhafte Begebenheiten bis zur religiösen Infizierung. Sie alle sind Gift und Heilmittel zugleich. Denn jeder Parasit gibt bekanntlich seinem Wirt auch die Mittel an die Hand, mit denen dieser seine Widerstandskraft stärken und seine Anpassungsfähigkeit steigern kann. Er bringt ihn aus dem Gleichgewicht - und der Wirt findet es gefestigt wieder. Oder eben nicht. Das zumindest verbindet diese seltsame Familie mit der zeitgenössischen Familie an und für sich. Die Drummonds jedenfalls dürfen am Ende zusammen auf der Zuschauertribüne stehen und winken, wenn ihre Jüngste von Cape Canaveral in die große weite Welt hinaus katapultiert wird: "Groß ist nur, was man nicht erkennen kann", sang kürzlich die deutsche Popband ‚Element of Crime'. Bei Coupland sind die Kleinsten, die Unsichtbaren die Größten. Erkennen kann man sie kaum. Und doch sorgen sie für das Tragische in dieser Farce: für die Frage nach Anpassung oder Verschwinden.
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Der Klappentext lügt nicht: Mit diesem Buch hat Douglas Coupland wirklich seinen zweiten Karrierehöhepunkt erreicht! Abgedrehte Stories, die dabei stets festen Bezug zur Realität haben, ist man von Coupland gewohnt, doch er schafft es immer wieder, einen drauf zu setzen. Zuerst ist es ein wenig verwirrend, weil alle Charaktere auf den Leser einstürmen, doch verliert man nie die Übersicht. Die Story entwickelt sich langsam aus einem harmlosen Ereignis und hat immer wieder eine unerwartete Wendung oder ein aufgedecktes Geheimnis parat, die alles nur noch schlimmer oder komplexer macht. Coupland schafft es (wie in jedem seiner Bücher), die richtigen Fragen zu stellen und mit ihnen die richtige Atmosphäre zu schaffen. Die Gesellschaftskritik, die eigentlich immer präsent ist, mag manchmal ein wenig subtil sein, trifft aber immer ins Herz und offenbart die Wirklichkeit der USA-Familie hinter der Fernsehwirklichkeit, die man so kennt, gepaart mit märchenhaften Elementen. Ich kann dieses Buch nur empfehlen!! Für Coupland-Fans sowieso ein Must-Buy, für den Rest ein Buch, über das man sowohl lachen als auch nachdenken kann.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ach, Familie... 7. Juni 2010
Von Münch
Format:Taschenbuch
Der Titel dieses Buches bringt es auf den Punkt: Eine verrückte, fesselnde, temporeiche Familiengeschichte, deren Verlauf so phantastische Kurven nimmt, dass einem beim Lesen der Atem stockt. Die Errungenschaften Amerikas werden gnadenlos hopp genommen, es geschehen schreckliche und wundersame Dinge und zuweilen weiß man beim Lesen wirklich nicht, ob man lachen oder weinen soll. Großartig, unbedingt lesen, am besten, wenn einem die eigene Familie gerade mal etwas auf die Nerven zu gehen beginnt. Oder als Therapie gegen Amerikophilie. Oder einfach, weil es eine wunderbare, witzige, spannende Geschichte ist.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Klischees ohne Ende
Eine Inhaltsangabe will ich mir sparen, nur ein paar Punkte, die in dieser "UNSÄGLICHEN" Geschichte angesprochen werden:
Raumfahrt, Aids, Contergan, Alkoholsucht, Drogen,... Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von audiobookfan H. veröffentlicht
Schon der Titel trifft es auf den Punkt!!!
Wie immer muten Inhaltsangaben und Kurzbeschreibung bei den Büchern Douglas Couplands ein wenig wirr an und würden - zumindest mich - eher selten dazu bewegen, eines... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. Januar 2010 von el Barto
einfach sehr unterhaltsam
da meine Vorredner sich schon ausführlich dazu geäußert haben möchte ich nur kurz anmerken , das es ein Buch ist ,das man nicht mehr so schnell aus der Hand... Lesen Sie weiter...
Am 9. April 2006 veröffentlicht
Ende schlecht - alles schlecht?
Um es vorwegzunehmen, nein. Das Buch ist im typischen Coupland-Stil gehalten und beschreibt das Schicksal einer nicht ganz typischen, amerikanischen Familie: Mutter -... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. September 2003 von Kedecy
Seifenoper
Janet, bereits jenseits der 60 hat Aids. Angesteckt hat sie sich als sie von einer Kugel getroffen wurde, die zuvor ihren Sohn Wade durchdrungen hat. Lesen Sie weiter...
Am 4. Januar 2003 veröffentlicht
Nur im Kleinen gelungen
Amerikanische Familienromane sind mal wieder im Trend - nach den großartigen „Korrekturen" und dem (für meinen Geschmack zu langatmigen) „Menschlichen Makel"... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. Dezember 2002 von Verena Hagedorn
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