Für Leute, die schon immer mehr über die Hintergründe des Nahost-Konfliktes, die arabische Ölpolitik und die Ursachen des Golfkrieges erfahren wollten, ist dieses wohl das ideale Buch. Marcel Pott schreibt über die arabischen und islamischen Länder aus der Sicht eines lange dortgewesenen Insiders. Er kennt sich aus in seinem Milieu, und doch kann man seinen Auffassungen als Leser mühelos folgen, ohne sich "überfordert" zu fühlen. Das Buch ist nicht wie eine Art Lehr- oder Geschichtsbuch aufgebaut und es kommt ohne große Theorien aus, vielmehr erzählt Marcel Pott in vielen Anekdoten und in Interviews mit Einheimischen über den arabisch-islamischen Alltag und bietet, wo nötig, die Hintergründe zum Geschehen an. Auf diese Art und Weise läßt er den Leser seine Reisen miterleben, statt nur passiv die Fakten serviert zu bekommen. Besonders berührend ist die beschriebene Situation der Frauen, die vor allem an Wert gewinnt, weil sie aus der Sicht der Frauen erzählt wird. Auch sonst erfährt man sehr viel über die arabische Mentalität, den Zustand der Gesellschaft, die Probleme, die sich aus der Kultur und der Tradition ergeben. Der Autor geht ganz explizit auf die Politik der "westlichen Welt", also Amerikas und Europas ein, die ein besonderes Interesse an den Ölstaaten hegen. Er übt scharfe Kritik an deren oft unangemessenen und voreingenommenen Verhaltensweisen, was man nach Lesen des Buches und den Einsichten, die man dabei gewinnt, auch wirklich nachvollziehen kann. Die Differenz zwischen der oberflächlichen europäischen Berichterstattung in unseren Medien und der Realität, wie sie Marcel Pott beschreibt, wird dabei überdeutlich. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)