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5.0 von 5 Sternen
Ein bemerkenswertes Buch!, 26. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Allahs Sonne über dem Abendland: Unser arabisches Erbe (Taschenbuch)
Das Buch von Sigrid Hunke "Allahs Sonne über dem Abendland, Unser arabisches Erbe, Stuttgart 1960" ist ein bemerkenswertes Buch. Es zeigt auf beeindruckende Weise, zu welcher enormen Blüte es die arabische Kultur gebracht hat und welchen immensen Nutzen wir hier in Europa daraus gezogen haben.
Dennoch kontrastiert der Inhalt dieses Buch gleichzeitig und auf unfreiwillige Weise die eigentliche Schwäche des Islam. Der Aufstieg der arabischen Kultur war geprägt von der wissbegierigen Aufnahme des hellenistischen Erbes, sowie den Errungenschaften der indischen und chinesischen Kultur die sie - und das war zu jener Zeit die größte Stärke des Islam - vorurteilsfrei und tolerant hinterfragt und zu einer nie dagewesenen Blüte weiterentwickelt haben. Frau Hunke beschreibt dies unter anderem sehr eindrucksvoll am Beispiel der Medizin, Mathematik oder der Astronomie.
Durch die damalige Mittlerfunktion der arabischen Welt, insbesondere durch seinen lebhaften Handel, konnte Europa zunächst sehr zögerlich, später im Rahmen der einhergehenden Säkularisierung jedoch zunehmend,- an dieses Wissen anknüpfen bzw. es weit übertrumpfen.
In dem Maße wie Europa seine religiöse Dogmatisierung im Laufe der Jahrhunderte abbaute, verfestigte sich dagegen dieses religiöse Dogma im Islam zusehends. Die Jünger Allahs haben zwar leidenschaftlich das vorhandene Wissen destilliert, ihre eigene Weltanschauung aber selbst nie in Frage gestellt, und zwar bis zum heutigen Tage nicht. Der kulturelle, wirtschaftliche, als auch politische Niedergang der arabischen Welt korreliert augenscheinlich mit diesem Unvermögen.
Das ist im Übrigen der größte Kritikpunkt an diesem Buch. Diese strukturelle Rigidität und Inelastizität der islamischen Kultur thematisiert Frau Hunke hingegen kaum. Allenfalls im Kontext des "Aufkommens von Schleier und Harem" in der arabischen Welt wird der schwindende öffentliche Einfluss der Frauen kritisch notiert.
Fairerweise muss man jedoch dem Buch zu Gute halten, dass dieses bereits im Jahre 1960 erschien und die dramatischen Auswirkungen des islamischen Fundamentalismus sich erst ab dieser Zeit zu entwickeln begannen.
Dennoch ist dieses Buch ein wichtiger Beitrag, die kulturelle Leistung der arabischen Welt ihres gebührenden Verdiensts nach zu würdigen.
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69 von 90 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Kritische Betrachtung, 23. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Allahs Sonne über dem Abendland: Unser arabisches Erbe (Taschenbuch)
Die Orientalistin Hunke deutet hier auf die absolute Überlegenheit des Islams gegenüber dem Abendland hin. Viele westliche Wurzeln werden von ihr orientalisiert, ja gar islamisiert. Historische Fakten aus der vorislamischen Ära werden als islamisch dargestellt. Um dieses Werk richtig zu verstehen, ist es von großer Bedeutung, sich die Tatsachen vor Augen zu stellen, dass Frau Hunke ein aktives und überzeugtes Mitglied der NSDAP und eine leidenschaftliche Antisemitin gewesen ist. In ihrer Diplomarbeit von 1935 behauptet sie, dass die rassische Säuberung, eine der dringlichsten Aufgaben sei. 1937 schrieb sie, dass Hitler das größte Vorbild sei, das die Geschichte dem deutschen Volke je geschenkt hat. Sie beteiligte sich auch sehr aktiv an der Unterzeichnung des Bündnispaktes zwischen den Nazis und den Arabern, darunter auch der Großmufti von Jerusalem ( Arafats Onkel ). Lebhaft engagierte sie sich für die Entstehung der islamischen SS-Abteilungen, z. B. im Balkan. Unter dem Vorwand, Europa den jüdisch-christlichen Wurzeln zu entreißen, frischte sie in diesem Werk alle Argumente des Dritten Reiches auf, einschließlich der These hinsichtlich der Notwendigkeit sich mit Arabern zu verbünden, um den britischen bzw. amerikanischen Imperialismus zu bekämpfen. Nur im Angesicht dieser Fakten kann man verstehen was diese "Wissenschaftlerin" hier wirklich meint.
Man muss sich im klaren darüber sein, dass das maurische Spanien im Verlauf von ca. 800 Jahren ( von 711 bis 1492 n. Chr. ) nur einige Jahrzehnte eine Rolle spielte. Zeitlich und örtlich begrenzt waren Frieden, Wohlstand und relative Toleranz der drei monotheistischen Religionen zueinander. Der Islam brachte keinen Frieden nach Spanien. Die Legende der ach so schönen Toleranz des Islams gegenüber den Andersgläubigen mag in der heutigen Zeit Gutes bewirken, wenn sie dabei hilft, die Antagonismen zu relativieren. In Al Andalus erhielten die Juden und Christen den Status der Dhimmis; Schutzbefohlene, welche die Vorherrschaft des Islams anerkennen und Schutzsteuer bezahlen mussten, vielfältige Diskriminierungen waren an der Tagesordnung.
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35 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Staunen über unser arabisches Erbe, 10. September 1999
Von Ein Kunde
Sigrid Hunke beschreibt fundiert und in gut verständlicher Sprache die großen Leistungen der arabischen Kultur. Sie zeigt dem staunenden Leser Dinge, die unser Geschichtsunterricht auslässt. "Unser Geschichtsbild erinnert noch immer an eine mittelalterliche 'Weltkarte', in der das Weltmeer die runde Scheibe Europa umfließt", schreibt die Autorin. Nach der Lektüre wird ihr der Leser zustimmen. - Das Buch behandelt u. a. die Themen Medizin und Hygiene, Mathematik und Astronomie.Vor einem islamischen Fundamentalismus, wie wir ihn heute aus Iran und Afghanistan kennen, gab es einen christlichen, der jenem an Ignoranz und Totalitätsanspruch nicht nachstand. Auch davon erzählt S.H. - Ein interessantes Buch! Sehr empfehlenswert für jeden, der sich für Kultur interessiert und Pflichtlektüre für jeden, der sich auf eine Reise in arabisch-islamische Länder vorbereiten möchte. Fünf große Sterne!
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