Kerim Pamuk, türkischer Abstammung und als Neunjähriger nach Deutschland gekommen, ist Kabarettist, und entsprechend nimmt er das typisch Deutsche aufs Korn: humorig, sarkastisch, manchmal ein klein wenig gehässig und polemisch, selten objektiv und immer auch liebevoll.
Es sei an dieser Stelle angefügt, dass Pamuk ebenso treffsicher und amüsant die Eigenheiten der Orientalen präsentiert und aufzeigt, dass, wenn auch die Gegensätze überwiegen, sich Deutsche und Orientalen zumindest darin gleichen, eine Fülle an Absonderlichkeiten zu ihrem kulturellen und religiösen Repertoire zu zählen.
Politische, nicht selten verfehlte Entwicklungen beobachtet Pamuk freilich ebenfalls, und dass hier ein reicher Nährboden für Satire vorliegt, versteht sich von selbst.
Das Buch wendet sich selbstverständlich nicht an Reisende, sondern an "die Deutschen" sowie in Deutschland lebende Ausländer, auch politisch korrekt und somit auf gehobenem Niveau diskriminierend "Menschen mit Migrationshintergrund" genannt. Und es beziehungsweise sein Autor will natürlich nicht nur unterhalten, sondern auch Kritik üben. Dabei zeigt sich, was gutes Kabarett beziehungsweise gute Satire ist: Die Adressaten werden nicht verletzt; sie blicken in einen Spiegel, der ein bisschen verzerrt, verzeichnet, aber immer ein freundschaftliches Zwinkern erkennen lässt.
So bietet dieses Buch Lesevergnügen pur, jedoch auch eine Hintergründigkeit, die nachdenklich macht, ohne dass politisch korrekte, aufgesetzte Betroffenheit aufkommt. Denn eigentlich mögen sie sich doch, die Deutschen und ihre "Schwarzköpfe". Meistens jedenfalls.