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Bei schnellen Nummern wie "Demon Dance", "Bled" oder "Nightmare Factory" knallt es zwar ordentlich im Gebälk, von der Durchschlagskraft bleibt durch völlig unnötige Schlenker und auf "modern" getrimmte Passagen und Gesangseffekte aber wieder viel auf der Strecke. Ebenfalls ungewöhnlich, aber auch richtig gut dagegen das atmosphärisch-vertrackte "Both Of Me". Eine nölige Alterna-Pop-Ballade wie "The One", die irgendwie nach Duran Duran Anno 1985 klingt, braucht von einer Metalband wie Annihilator hingegen kein Mensch. Gleiches gilt auch für "Holding On", das auch von einer x-beliebigen US-Boygroup stammen könnte, oder das zwar heftigere, aber dennoch stark in die Pop-Ecke schielende Titelstück.
Dennoch muss man attestieren, dass die Stimme des neuen Sängers Dave Padden gerade in den poppigen Passagen richtig gut klingt und er auch kratzige Shouts in Phil-Anselmo-Manier problemlos meistert. Alles in allem eine zwiespältige Platte und eher etwas für eingefleischte Fans von Jeff Waters. Neueinsteiger greifen besser zu Alben wie King Of The Kill, Carnival Diablos oder Alice In Hell. --Andreas Stappert
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Tja, und warum leuchten dann über dieser Rezension fette vier Sterne auf? Weil das oben Geschriebene eine Bewertung aufgrund der ersten zwei Hördurchläufe ist. Dieses Album hat aber etwas, das andere Annihilator-Alben nicht haben: den Charakter eines Spätentwicklers. Denn wer dem Album die Chance gibt, auch in die hinterste Gehirnwindung vorzukriechen und es nicht gleich nach dem zweiten Durchgang aus dem Player verbannt, wird reich dafür belohnt. Dave Paddens ungewohnte Stimme verliert die Nervigkeit und wird zunehmend interessant, man ertappt sich dabei, wie man auch zu "Demon dance" mit dem Fuß wippt (sehr schnell zwar, aber doch!) und wie sich Songs wie "Holding on" von schnarchig zu einschmeichelnd entwickeln.
Plötzlich weiß man auch vertrackte Stücke wie "The both of me" viel besser zu würdigen. Das Instrumental "Sound of horror" wechselt seinen Status von "überflüssig" zu "eingängig".
Sicherlich also nicht das beste oder zweitbeste Annihilator-Album, aber nach einer ausreichend langen Erforschungsphase doch sehr solide (wenn auch schwierige) Kost, die mir vier Sterne wert ist.
So bleibt nur abzuwarten, wer uns denn auf dem nächsten Album mit seinen Vocals erfreuen wird - und wie sich das auf die Qualität auswirken wird.
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