Etta James macht seit 50 Jahren Musik und sie verbindet locker ihre Lieblingslieder der letzten Jahrzehnte auf einem Album: vom 50er Jahre Blues über Sinatra bis hin zu Pop-Hits aus den 80er und 90ern ist viel Unterschiedliches vertreten. Es sind Lieder, die die Blues-Diva schon immer einmal singen wollte. Ob die Welt diese Cover-Versionen braucht, sei dahingestellt - denn Spektakuläres hört man da nicht. Daher ist das Album eher nur etwas für Etta-Fans. Beeindruckend sind ihre Versionen von Purple Rain (Prince), Holding Back The Years (Simply Red) oder I Believe I Can Fly (R. Kelly). Bei Strung Out beweist sie wieder, was für eine großartige Blues-Sängerin sie ist. Überraschenderweise funktioniert sogar Somewhere aus West Side Story. Aber so ein süßlich-naives Lied wie John Lennons Imagine passt einfach nicht zu Ettas Stimme und langweilt ein bisschen. Überhaupt enttäuscht die Produktion: Wehmütig erinnert man sich an die wunderbare Orchestrierung ihrer legendären Chess-Jahre. Auf ihrem neuen Album nerven billige Keyboard Strings - ein Orchester wäre da authentischer und organischer gewesen! Nach ihren letzten beiden Rock- und Blues-Meisterwerken (Let's Roll, 2003 und Blues To The Bone, 2004) ist das neue Album eher Mittelmaß.