Puuh, lange habe ich gebraucht bis ich endlich meine Einstellung zu diesem Album gefunden hatte.
Erstmal vorweg: Ich habe "Ocean Eyes" geliebt, und bin langam aber sicher zu einem großen Fan geworden, die Erwartungen waren also hoch. Und ein Meisterwerk zu toppen ist für einen Künstler immer schwer. Und dennoch wurde ich nicht (oder zumindest kaum) enttäuscht.
Obwohl ich es doch beim ersten Hören etwas war: Seinen Stil hat Adam Youngs auf den ersten Lauscher nicht geändert. Seine Midtemposongs sind immernoch so verträumt wie zu den Zeiten von "Ocean Eyes", die Themenauswahl hat sich ebenfalls kaum geändert. Es geht immer noch um die schönen Dinge des Lebens, um kleine Wunder auf dieser Welt, wie immer fantasievoll erzählt. Soweit, sogut, aber eigentlich hatte ich mehr erwartet. Eine kleine Stiländerung, vielleicht sogar eine Steigerung des Sounds, neue Kontraste, wasauchimmer.
Und tatsächlich muss man zweimal hinhören, um die kleinen aber feinen Änderungen auch zu entdecken. Denn da sind sie, man muss nur genauer hinhören: "The Real Word", das quasi den Zusammenprall von Adams Welt und der Realität darstellt, das Albumhighlight "Kamikaze" das mit Shouts und kämpferischem Text etwas aus dem sonstigen Stil herausfällt, "Hospital Flowers", in dem ihm die Entdeckung der eigenen Sterblichkeit neue Hoffnung gibt und schließlich "Galaxies", das trotz des dancefloorlastigen Baller-Sounds so viel tiefer ist als man zuerst denken könnte, handelt es doch vom Tod der Astronauten der Space Shutte Challanger aus dem Jahr 1986.
Genau an diesen Stellen, an denen der Sound von Adam Young (also doch) neue Kontraste erfährt, kann dieses Album besonders verzücken, hätte er diese Änderung etwas radikaler und auf dem gesamte Album durchgezogen, dann wäre es ihm wohl gelungen, "Ocean Eyes" noch zu toppen, oder es zumindest zu erreichen. Aber so hat "All Things Bright and Beautiful" leider noch seine Schwächen. "Honey and the Bee" wäre ein schöner, wenn auch etwas simpler Song, wenn da nicht diese Gastsängerin wäre, deren Stimme so sehr mit Effekten zugekleistert wurde, dass der Song dadurch doch eher nervig wird. Das selbe gilt, wenn auch nicht so extrem, für "The Yacht Club", das vor allem durch die all zu simpel gestrickte Struktur und Eurodance-Effekte negativ auffällt. Im Grunde genommen ist man ja willig, Adam Young sowas zu verzeihen, aber besser wird das Album dadurch eben nicht.
Der Rest der Songs ist solide und schön anzuhören, wenn auch ohne weitere Neuerungen. Herauszuheben sind noch das schön knackige "Deer in the Headlights" und "Plant Life", dem es auch gelungen ist, Owl Citys Standartsound knapp zu entkommen.
FAZIT: Insgesamt ein gutes Zweitwerk (oder Drittwerk, wie man's nimmt), das zwar nicht an die Schönheit von "Ocean Eyes" herankommt, sich aber wenigstens streckenweise Mühe gibt, neues Terrain zu betreten. Menschen, die schon "Ocean Eyes" nicht mochten rate ich drigend hiervon ab, Fans von Owl City sollten keinesfalls enttäuscht werden.