...habe ich das Erscheinen der neuen Platte 'It All Starts With One' erwartet und drei Jahre nach ihrem letzten Solo-Album 'Changing of the Seasons' ist Ane Brun im wahrsten Sinne des Wortes wieder da. Zuweilen hat man ja als Musikkonsument das Problem, das man keine all zu großen Erwartungen an Folgealben der 'Lieblingsinterpreten' stellen sollte. Man freut sich Wochen vorher auf das neue Album und zurück bleibt die Enttäuschung an kontinuierliches 'Schlechter Werden'.
Nun lässt sich zunächst einmal festhalten, dass das Album anders ist als die Anderen von Ane Brun. Aber das soll es ja auch und dieses 'anders' lässt dabei zahlreiche Spielräume für Interpretationen welcher Art auch immer zu. Auffällig die atemberaubende Stimmpräsenz, mit der sich Ane Brun auf 'It All Starts With One' präsentiert. Ferner wird beim Hören der Platte deutlich, dass sich die Norwegerin musikalisch weiterentwickelt hat und bei zahlreichen Songs dem klassischen Singer-Songwriting entschlüpft ist.
Entstanden ist ein durch und durch gelungenes Album, wobei ihr Produzent Tobias Froberg als ein entscheidender Navigator mitgewirkt haben dürfte. Es wurden die beiden Schlagzeuger Per Eklund und Ola Hultgren engagiert und Martin Hederos sorgt im Hintergrund für das Orgelspiel. 'These Days' stimmt mit aufbrausenden Trommeln und sinnlichen Orgelklängen auf die nächsten Songs des Albums ein, während die Stimme Ane Bruns durch den Raum hallt. Ein berauschendes Stück bildet das Duet mit José Gonzales, aber auch Songs wie 'One', 'One last Try' oder 'Another World' verzaubern und überzeugen durch eine charmant-charismatische Stimmgewalt. Bei jedem der Stücke hat man das Gefühl, das diese tiefgründig, individuell und durchdacht sind und auf der CD genau an der Stelle stehen, wo sie auch stehen sollen. Ein insgesamt rundum musikalisch schönes Album, das mit Sicherheit nicht nur einmal durchlaufen wird.