Nur als kleine Ergänzung zur Kurzbeschreibung und für alle, die sich immer noch fragen, wer denn wohl der Herr mit dem komischen Hut ist, der seit dem Ausscheiden von Jon Lord bei Deep Purple an der Hammond Orgel steht, hier mal ein Auszug aus der deutschsprachigen Wikipediaseite:
"Don Airey (* 21. Juni 1948 in Sunderland, England) ist ein englischer Rockmusiker. Seit März 2002 ist er Mitglied der Hard-Rock-Band Deep Purple, wo er als Keyboarder mit einer Vorliebe für die Hammond-Orgel Jon Lord ersetzte.
In seiner langen, und überaus produktiven Karriere - er arbeitete bereits an mehr als 200 Alben mit - spielte er zuvor bereits mit Bands und Künstlern wie Ozzy Osbourne, Judas Priest, Black Sabbath, Gary Moore, Brian May, Jethro Tull, Whitesnake, Michael Schenker Group, Rainbow, Strawbs, Andrew Lloyd Webber, Olaf Lenk und vielen anderen."
Als ich auf dieser Seite mal die Diskografie durchgeschaut habe, war ich sehr erstaunt, auf wie vielen Alben, die ich mein Eigen nennen darf, mir Don Airey schon begegnet ist. Daß er bei Ozzy Osbourne, Gary Moore, Rainbow, Whitesnake und Living Loud mitgespielt hat , wußte ich ja. Aber was für ein exzellenter Musiker er ist, wird mir erst jetzt so richtig klar. Soviel zum Meister.
Nun zum aktuellen Werk. Im Vergleich zum 2. Album - A light in the sky - , scheint mir das aktuelle Album - All out - eine Art Zeitreise durch die verschiedenen Musikstile und Musikgruppen, an deren Schaffen Don Airey maßgeblich beteiligt war, zu sein. Beim Vorgängeralbum, das ungefähr zu der Zeit veröffentlicht wurde, als er der offizielle Nachfolger von Jon Lord wurde, scheint die Intention zu sein, daß er all seinen damaligen Kritikern beweisen wollte, daß er aus jedem Instrument, das mindestens 3 Tasten hat, wunderbare Musik herauslocken kann, ohne daß dabei Langeweile aufkommt. Hiernun spiegelt er, in einer Art Rundumschlag, einen großen Teil seiner bisherigen Schaffenskraft wider. So kommt es, daß mir beim Anhören des Albums immer wieder Vergleiche in den Sinn kommen. Zum Beispiel: Aha, so könnte Emerson, Lake and Palmer klingen, wenn es diese Formation heute noch gäbe. Oder: So würde sich vielleicht Whitesnake anhören, wenn Herr Coverdale sich auf seine Wurzeln zurückbesinnen würde. Mal ganz zu schweigen von dem extrem Hit verdächtigen Stück - People in your head - , daß unter Mithilfe des Gastmusikers Joe Bonamassa entstanden ist. Spätestens bei diesem Stück wird mir schmerzlich klar, daß es verdammt schade ist, daß Deep Purple kein neues Album mehr aufnehmen wollen. Die nötige Power für ein richtig knackiges Hard Rock Album hat Don Airey immer noch locker in der Hinterhand.
Fazit:
Mit - Out now - legt Don Airey eine packende Retrospektive seines Könnens vor, die sehr frisch und abwechslungsreich ist. Es ist für fast jeden Geschmack etwas dabei. Wer sich nicht scheut, auch mal ein wenig von eingefahrenen wegen abzustreifen, der sollte im Plattenladen seines Vertrauens unbedingt mal in das Album reinhören. Es lohnt sich.