Kamaljit Singh Jhooti alias Jay Sean zählt zweifelsohne zu einem der talentiertesten RnB Künstlern der heutigen Zeit. Leider bekamm der aus London stammende Sänger mit asiatischen Wurzeln, trotz seinen zwei bisher veröffentlichten Longplayern "Me against myself" und "My own way" nie so wirklich die Aufmerksamkeit, die er sicherlich verdient hätte. Doch damit ist nun endgültig Schluss, denn durch das Signing bei Cash Money Records und die dadurch entstandene Zusammenarbeit mit CMR CEO Bryan "Baby/Birdman" Williams und natürlich Lil Wayne began für den 28 jährigen eine Art neuer musikalischer Lebensabschnitt. Sein drittes Werk trägt den schlichten Namen "All Or Nothing" und präsentiert sich uns mit 16 Songs (beziehe mich hierbei auf den UK Release). Einen kleinen faden Beigeschmack erlebt man aber trotzdem bereits bei der Durchsicht der Tracklist, denn nicht alles auf "All Or Nothing" ist neu - nein man hat ebenso diverse Songs aus dem Vorgänger "My Own Way" mit auf das Album draufgepackt. Der Longplayer wurde ausschließlich von J Remy & Bobby Bass, sowie Alan Sampson produziert und beinhaltet Gastauftritte von Lil Wayne, Lil Jon, Sean Paul, Keisha Buchanan, Craig David, Chipmunk, Skepta und Frisco & Jammer.
Mit der ersten Singleauskopplung "Down" in Zusammenarbeit mit Lil Wayne erreichte Jay Sean wohl seinen endgültigen Durchbruch. Nicht nur das diese flotte Tanznummer eine #1 Single in den USA wurde sondern auch der eingängige und ohrenwurmverdächtige Refrain machen diesen Song zu einem echten Highlight. Weitere Partybretter mit kraftvollen und vor Synthes strotzenden Instrumentalen bekommen wir in Form von "Fire" oder dem genialen "Do you remember" zu hören. Auf letzterem ergänzen sich Jay Sean mit seiner schönen Stimme, Lil Jon mit seinen aggressiven Shouts, sowie Sean Paul mit seinem jamaikanischen Akzent bestens und bieten uns eine perfekte Mischung. Ein weiterer echte Hingucker ist der Song "Ride It" welchen wir bereits aus dem Vorgängeralbum "My Own Way" kennen. Hier trifft ein fullminanter Beat auf oriental klingende Melodien und dieses Sounderlebniss versetzt uns zurück in 1001 Nacht. Ein in ähnlicher Weise aufgebauter Track steht mit "Do You" in den Startlöchern, der sich genauso wie "Ride It" mehr als nur sehen lassen kann. Für die ganz zarten Gemüter unter uns gibt es ohne Frage auch einige langsame Stücke voller Emotionen, die uns eine Gänsehaut über den Rücken laufen lassen. Songs dieser Art sind das harmonische "War", die grandiose Kollabo "Stuck in the middle" mit einem großartig aufgelegten Craig David, das durch sein Klavier und Streicher wohlklingende "Cry" sowie das melancholische und ergreifende "Lights Off". Als Bonus Tracks bietet die UK Version den Candlelight Remix zu "Down" sowie den Boy Better Know Remix zu Stay, der in den für die Insel bekannten Grime Style abdriftet mit vielen elektronischen Melodieelementen. Neben diesen beiden Remixen bietet der UK Release allerdings noch ein besonderes Schmankerl in Form von Track Nr. 9 namens "Far Away" zusammen mit Ex-Sugababe Member Keisha Buchanan. Was diesen Songs so einmalig macht ist nicht nur die Tatsache das Jay und Keisha über dieses peppige Instrumental prachtvoll miteinander harmonieren, sondern auch dass man diesen Track nur auf der UK Version von "All Or Nothing" findet.
Jay Sean ist mit seinem dritten Longplayer "All Or Nothing" ein super Album gelungen, welches durch seine Vielfälltigkeit und Harmonie besticht. Stimmlich gesehen geleitet uns Jay Sean von Anfang bis Ende traumhaft durch die knappe 1 Stunde Spielzeit und gibt sich in keinster Weise auch nur die geringste Blöse. Auch wenn hier, wie bereits am Anfang angesprochen nicht jeder Song neu ist, so hat man es dennoch geschafft ein paar der wirklich besten Lieder des Vorgängers wie "Ride It" platziert auf die Scheibe zu packen und somit Leuten die Jay Sean erst jetzt kennenlernen einen Auszug aus seiner musikalischen Vergangenheit zu geben. Hiermit dürfte Jay Sean wohl endgültig der verdiente Durchbruch gelungen sein und damit der Weg geebnet für eine ereignissreiche und erfolgreiche Zukunft.
PeAcE