"Black Butterfly" war ja schon gut gewesen; "Too Drunk" (für wesentliche Hobbies) schon ein Klassiker, noch immer in den Beinen (und im Gemächt)...
Den Durchbruch bei uns haben die lustigen Herren damit aber nicht geschafft; kaum wer kennt demnach diese Combo, was wieder für die kundigen Kenner ein Vorteil ist, bleiben sie doch so - elitär? - unter sich.
Davon abgesehen: "All Night Long" ist für mich die bisherige Krönung des Bandschaffens.
Zuallererst: Die Kompositionen gehen nunmehr voll "rein". Wie war das bei den Vorgängern gewesen: einige Hits ("Lit Up", "Imminent Bail Out", "Crazy Bitch", besagte Unfähigkeit, da "too drunk"), aber ansonsten eher laue Unterhaltung, teilweise weit entfernt von schlüssigen Refrains und bezwingenden Hooks; natürlich aber auf hohem Niveau.
Nun allerdings: durch die Bank Topkompositionen! "Recovery" haut rein, "All Night Long" ebenso, "Oh My Lord" ist ohrwurmig schön, "Bliss" ist fast (zu) kitschig, nicht zu vergessen auf "Dead", den für mich besten, da heftigst rockenden Albumtitel!
Dann: Josh Todd singt gut wie nie (nur der Chorus von "It's A Party" zeigt ungeahnte Grenzen auf), Keith Nelson an der Leadgitarre überzeugt wie nie: Ist etwa "All Night Long" mit einem Solo (auf der fetten Les Paul) gesegnet, das an den großen Slash erinnert, so gemahnt jenes in "Our World" auf der Stratocaster an Jimi Hendrix, nur halt moderner. Reife Leistung.
Insgesamt klingen die Herrschaften - wie immer, aber noch mahr als gewohnt! - nach gut abgeschmackter Mischung aus Aerosmith, Backyard Babies und, vornehmlich, AC/DC der seligen Bon-Scott-Ära ("Powerage", "Highway to Hell").
Dennoch kann man gerade hier viel Eigenes ausmachen. Alles wie aus einem Guss.
Die angehängten Akustikstücke (der Ltd Edition) sind was fürs Herz (und Lagerfeuer): nette Versionen von Bandhits, nichts großartig neues, aber dennoch wert des Anhörens.
Daher: Stimmiger, versierter hat man die Gruppe noch nicht gehört; die legitimen Nachfolger von AC/DC zu Bon-Scott-Zeiten!