Schon die Debüt EP der Schweden All Ends war nicht verkehrt, aber auch nicht der Brüller. Nun hat die Band mit den zwei Sängerinnen Tinna Karlsdotter und Emma Gelotte ihr selbst betiteltes Debütalbum heraus gebracht. Das hat eine äußerst magere Spielzeit von 35 Minuten und ein dröges Bandcover, dafür ist der Inhalt feinste Musik moderner Coleur - Charttauglicher Metal ohne sehr viel Gothic, dafür mit Alternative Schlagseite und einer fetten Produktion von Christian Wolff (ex Rage Orchestrator, Keyboarder und Produzent). Das Ergebnis ist oft eingängig-poppig, besonders in den Refrains, aber auch sehr atmosphärisch und dabei unheimlich spannend. All Ends machen Hits, die zeitlos gut sind und sich nicht hinter Namedroppings der Marke "In Flames Gitarrist ist der Bruder von Sängerin Emma" oder "Gitarrist Fredrik spielt bei Dimension Zero" verstecken müssen. Wen interessiert es, wenn die Band mies ist? Keinen! Die Musik ist eh vollkommen anders! Wer so geile Schmachtfetzen wie "What Do You Do?" hat und rockt wie bei "Regrets" darf Songs zwischen drei und vier Minuten haben. All Ends sind gutes Radiofutter, also spielt den Kram auch!
Bei anderen Bands hätte ich auch gesagt zwei Sängerinnen sind quatsch, genauso wie zwei Kasper bei Sonic Syndicate, doch hier klingt das einfach gut und nicht gekünstelt. Mehr davon!
Nur die Länge der CD stinkt immer noch, auch am Ende meines Textes. Jetzt, da Evanescence angeblich fertig mit der Welt sind, haben All Ends die besten Chancen...