Gute neue Bands sind in unserer gegenwärtig von Casting-Shows, Möchtegern-Superstars und Euro-Pop dominierten Musikwelt eher Mangelware.
Allerdings gibt es auch Ausnahmen, so wie die All-American Rejects. Hinter dem etwas eigenwilligen Bandnamen verbergen sich zwei talentierte junge Amerikaner namens Tyson Ritter (Gesang und Bass) und Nick Wheeler (Gitarre, Schlagzeug, Keyboard).
Das Rad erfinden die zwei Herren auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum zwar nicht, dafür liefern sie allerdings elf zum Teil mehr als ordentliche Songs ab, die vom Stil her irgendwo zwischen Weezer -was vor allem an Ritter's Stimme, die der von Weezer-Frontmann Rivers Cuomo teilweise zum Verwechseln ähnlich ist, liegt- und Blink 182 anzusiedeln sind.
Dass das nicht das Schlechteste ist, versteht sich ja wohl von selbst. So ist "The All-American Rejects" ein Album, das man von vorne bis hinten durchhören kann. Manchmal fehlt dabei allerdings ein wenig die Abwechslung und mit dem Drum-Computer hätte man etwas sparsamer umgehen können (die Jungs haben doch Talent - da braucht man nicht unbedingt die Unterstützung der Elektronik), aber ansonsten sorgt die Platte für gute Stimmung und anerkennendes Kopfnicken und Fußwippen.
Besonders gut gelungen sind die erste Single-Auskopplung "Swing, Swing", ein eingängiger Song, der eher in Richtung Weezer geht, sowie (mein persönlicher Lieblings-Song, weil sonnig und absolut eingängig) "Drive Away", der sich ohne weiteres auf einem Blink 182-Album gut machen würde.
Allein wegen diesen beiden Tracks lohnt sich bereits der Kauf, und auch der Rest ist überdurchschnittlich.
Eine Band, auf die man hoffen kann!