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Alkor: Tagebuch 1989
 
 
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Alkor: Tagebuch 1989 [Gebundene Ausgabe]

Walter Kempowski
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
  • Verlag: Albrecht Knaus Verlag; Auflage: 1. Auflage. (5. September 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3813526046
  • ISBN-13: 978-3813526042
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,6 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 658.214 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Walter Kempowski
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

„1989 – ein großes Gedächtnisjahr hebt die Röcke: Vor fünfzig Jahren Kriegsanfang, vierzig Jahre Bundesrepublik und die DDR. Und ich werde sechzig.“ So lautet der erste Eintrag im Tagebuch des Schriftstellers, der zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen konnte, welche dramatische Entwicklung dieses Jahr nehmen sollte, eine Entwicklung, die den Lauf der Geschichte nachhaltig veränderte. Kempowskis letzter Eintrag in diesem Jahr zeigt, wie sehr auch er vom Fall der Mauer überrascht wurde: „Welch ein Jahr! Im Erinnerungsjahr der Französischen Revolution eine reguläre bürgerliche Revolution. Und wir waren dabei! Mit Augen und Ohren: Wahnsinn!“

Es begann im Spätsommer 1989, als das Volk erstmals öffentlich seinen Unmut über das SED-Regime artikulierte. Mit fieberhafter Aktivität verfolgt Kempowski, wie sich die Ausreisewelle über Ungarn, Polen und die Tschechoslowakei langsam in den Westen vorarbeitet. Er wundert sich über die verhaltene Skepsis der westdeutschen Medien, als es in Leipzig zu den ersten großen Massendemonstrationen kommt. Und er registriert voller Misstrauen, wie die SED durch den Wechsel von Honecker zu Krenz noch den Kopf aus der Schlinge zu ziehen versucht. Doch am 1. Dezember wird die Führungsrolle der SED aus der Verfassung gestrichen, und wenige Tage darauf tritt Krenz als Staatsratsvorsitzender zurück. Die Öffnung des Brandenburger Tors am 22. Dezember 1989 erlebt Kempowski „wie einen Traum“.

Die politische Wende und die politischen Diskussionen jener Tage wecken bei ihm schmerzhafte Erinnerungen an seine eigene Vergangenheit als so genannter Staatsfeind. 1948 war er von einem sowjetischen Militärtribunal zu 28 Jahren Haft verurteilt worden, von denen er acht in Bautzen absaß, bevor er in den Westen ausreisen konnte. Umso größer ist sein Entsetzen, als er jetzt feststellen muss, wie viele Bürger noch im Dezember 1989 wegen ihrer politischen Überzeugungen im Gefängnis sitzen.

Trotz der dramatischen zeitgeschichtlichen Ereignisse erschöpft sich „Alkor“ nicht in politischen Betrachtungen. Kempowskis Neugierde und Beschreibungskraft richten sich ebenso sehr auf das Alltägliche, auf den Mikrokosmos seiner idyllischen Umgebung in Nartum. In dem „Dorfroman“, der Vorstudien für den Roman HEILE WELT enthält, beweist Walter Kempowski einmal mehr seinen Sinn fürs Skurrile.

Zugleich gewährt „Alkor“ faszinierende Einblicke in einen bedeutenden literarischen Schaffensprozess. 1989 ist das Jahr, da die Arbeit am „Echolot“ in die entscheidende Phase geht – er vergleicht dieses einzigartige Unternehmen mit „einer Expedition ins Ungewisse“, die ihn zeitweilig aufzufressen droht: “Ich weiß nur, dass ich diese Arbeit machen muss.“ Walter Kempowskis privates Tagebuch ist daher eine wichtige Ergänzung zu „Echolot“, dem „kollektiven Tagebuch“.

„Alkor“ - der Titel verweist auf einen nur schwer erkennbaren Stern des Großen Wagens - zeigt, welche Erfahrungen Kempowski mit Journalisten, mit neugierigen Besuchern, mit den Teilnehmern seiner Schriftstellerseminare macht, es enthüllt, wie er mit Freunden und Gegnern umgeht - oder mit den „Scharfrichtern vom Literarischen Quartett“.

Darüber hinaus runden sich die persönlichen Einträge zu einem facettenreichen Bild des Lesers Kempowskis, dessen Bemerkungen zu Lektüreabenteuern mit Thomas Mann, Botho Strauss, Günter Grass, Stefan Heym etc. an Pointiertheit nichts zu wünschen übrig lassen. Und schließlich bringt dieses Tagebuch uns auch den leidenschaftlichen Musikliebhaber und Organisten Kempowski nahe, der in den Kompositionen großer Meister eine Gegenwelt zu der oft schmerzlich empfundenen Flachheit der modernen Medien findet, zu denen er ein ambivalentes Verhältnis hat.

Anders als bei vielen anderen großen Schriftstellern ist das Tagebuch für Kempowski kein Nebenwerk. Für den Chronisten des deutschen Bürgertums, der auch als Romancier immer schon ein leidenschaftlicher Sammler und Collageur war, ist diese literarische Form besonders inspirativ. Die politischen Betrachtungen zur Wende,die Werkstattberichte und humoristischen Alltagsbilder in „Alkor“ erhellen sich wechselseitig und führen ins Zentrum von Kempowskis Schaffen.



Klappentext

"Eines der gehaltvollsten Geschichts- und Geschichtenbücher über dieses bewegte Jahr."
Benjamin von Stuckrad-Barre in DER SPIEGEL

"Ein wunderbar stilles, kluges Erinnerungs- und Gedankenbuch, das Zeitgeschichte und Biographie perfekt vereint."
Hörzu -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Neben der Chronik und seiner Arbeit als Archivar der verschwundenen Stimmen Europas im monumentalen "Echolot", muß man m.E. die Tagebücher "Sirius" und "Alkor" zu den wichtigsten Werken von Walter Kempowski zählen.

"Alkor" besticht einmal mehr durch Kempowskis Beobachtungen, seinen schnodderigen Humor, seine liebenswürdige Altmodischkeit und seine glasklaren gesellschaftlichen Aussagen - die man nicht in jedem Punkt teilen mag, und trotzdem dieses Buch mit viel Spaß und Gewinn lesen kann. Jeder Tag wird mit den Schlagzeilen von "Bild" und "Neues Deutschland" eingeläutet, des Weiteren notiert Kempowski regelmäßig Traumsequenzen und den sehr unterhaltsamen "Dorfroman". Somit wird "Alkor" zu einem Dokument des Alltags eines deutschen Schriftstellers, der uns Einblick in seine Welt gewährt, an Freude und Leid, oftmals manifestiert in der von Kempowski erlebten Ausgrenzung im Kulturbetrieb. Dass das zwar angesichts einer teilweise betonköpfig bornierten "Kulturelite", die - bei aller 'political correctness' - ihren Kultur-Gral sorgsam durch Isolation und Ausgrenzung verteidigt, durchaus nachvollziehbar ist, ist die eine Seite. Allein man fragt sich bisweilen, warum Kempowski sich nicht mehr an jenen Freunden orientiert, die er im kulturellen Leben der Bundesrepublik ja durchaus hat.

Schade lediglich, daß er nicht wie in "Sirius" uns noch mit ein paar Photographien zusätzlich erfreut.
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33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Tiefe Einblicke 5. Oktober 2001
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Wie schon bei 'Sirius' gibt uns der Autor tiefe Einblicke in seine Seele. Wer Walter Kempowski aus verschiedenartigen Fernsehsendungen oder gar persönlich kennt, wird viel Spaß an seinen Tagebucheintragungen haben. Aber auch für unbedarfte Leser sind die teils humorvollen und teils nachdenklichen Aphorismen, Essays, Meinungen und Ansichten unbedingt lesenswert. Aufgeschrieben wurden sie im deutschen Schicksalsjahr 1989. Teilweise hat der Autor die Einträge mit aktuellen Kommentaren versehen. Ein angehängtes Personenregister weckt die Neugier. Schnell hat man mit Rollgriff ein paar interessante Informationen über bekannte Persönlichkeiten aus der gut gefüllten 'Keksdose' gefischt. Dieses Buch kann ich wärmstens empfehlen!
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Das Jahr 1989 beginnt ruhig. Es ist genug Zeit,
sich als "Neuling" mit den Schreibgewohnheiten und den Vorhaben des Kempowski vertraut zu machen,ja,man überlegt selbst, ob man Briefe oder Überlieferungen für das in dieser Zeit auch
entstehende "Echolot" beisteuern könnte.Ich wurde
dazu angeregt,weiteres Autobiografische über K.s Haftzeit in Bautzen kurz nach dem Krieg und auch
seine Romane zu lesen.
Obwohl ich selbst nicht so antikommunistisch gedacht habe, sind seine Urteile über die östliche und westliche politische Linke sehr zutreffend und nachvollziehbar.Dies gerät im Ver-
lauf der politischen Ereignisse u.a.auch zu sehr
genauer (täglicher!)Registrierung der Wiedervereinigungsangst großer Teile der west-
deutschen Politiker und Intellektuellen.Im Gegensatz dazu steht die ungetrübte Freude über
die unerwarteten Ereignisse bei Kempowski selber.
Sehr anrührend auch die ungewollte Außenseiterpo-
sition des Schriftstellers,ohne daß dies eine Nabelschau ist.
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