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Warum ist das so? Fördert Hochprozentiges die Fantasie? Schärft es die Wahrnehmung oder die Erinnerung? Saugt der schreibende Einzelgänger aus der Flasche den Ersatz für zwischenmenschliche Wärme? Auf der Suche nach Antworten verbindet Goodwin in reizvoller Weise wissenschaftliche Analyse und anekdotische Plaudereien. Bestes Beispiel dafür ist der Fragebogen einer Gesundheitsorganisation, der John Steinbeck posthum vorgelegt und mit Hilfe von dessen Biografen mehr oder weniger ausführlich beantwortet wird.
Steile Thesen sind nicht Goodwins Sache, er zieht es vor zu fragen. Dort, wo er mutmaßt, tut er es ganz bewusst. Den ärztlichen Blick kann er bei seiner "Lasterfahndung" nie ganz verleugnen. Hemingway und seine Kollegen treten uns weniger als Künstler denn als Kranke entgegen. Ohne Häme werden die Genies, darunter fünf Nobelpreisträger (je erfolgreicher desto süchtiger, so könnte es scheinen), auf menschliches Maß zurück gestutzt. Die Frage, inwieweit sich die Erfahrungen mit Sucht, Rausch und Entzug in den literarischen Texten niederschlagen, wird nur am Rande gestreift. Aber das kann der Leser, angeregt und sensibilisiert durch die hier geleistete Vorarbeit, nunmehr selbst herausfinden. --Patrick Fischer
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