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Alix, Anton und die anderen
 
 
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Alix, Anton und die anderen [Gebundene Ausgabe]

Katharina Hacker
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 125 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (16. November 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518421271
  • ISBN-13: 978-3518421277
  • Größe und/oder Gewicht: 24,4 x 15,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 394.077 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Katharina Hacker
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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

In "Die Habenichtse" erzählte Katharina Hacker von der Angst einiger Thirtysomethings, sich im Leben festzulegen und erhielt dafür 2006 den Deutschen Buchpreis. Inzwischen schreibt sie über Romanhelden, die Mitte 40 sind und nicht ausgelebten Träumen hinterher trauern: Der Therapeut Jan und die psychisch labile Alix sind verheiratet, aber kinderlos. Der arbeitssüchtige Arzt Anton ist noch immer Single, obwohl er sich eigentlich eine Ehefrau und drei Kinder wünscht. Und der schwule Bernd kämpft sich nach einem abgebrochenen Medizinstudium mal mehr, mal weniger schwermütig mit einer eigenen Buchhandlung durch seine Tage. Oft bleiben Hackers Helden seltsam konturlos und wirken konstruiert, wenn sie im Wechsel vom verpassten Leben erzählen. Doch immer wieder gibt es auch unglaublich eindringliche Textstellen, mit denen Hacker generationstypische Befindlichkeiten auf den Punkt bringt, etwa wenn Bernd den optischen Reizen Jugendlicher erliegt: "Und ihre Körper sind schön, die Nächte sind schön, die große Hingabe, selbst die Gleichgültigkeit, die alles einschmilzt und nichts lässt als die Berührung und die Lust. Mit Anton, der nichts sucht als seine große Liebe, kann ich all das nicht teilen, nur Alix weiß, was ich suche, und sie, auf ihre Weise, sucht es auch." Zudem will Hacker weit mehr als einen Generationenroman. Nebenfiguren wie eine vietnamesische Kellnerin und das offene Ende deuten darauf hin, dass sie die Probleme ihrer Helden mit dem Schicksal von Immigranten kontrastieren will. Doch die innovative Form des Romans hat zum Bruch mit Suhrkamp geführt: Neben der eigentlichen Erzählung gibt es einen zweiten Textblock, der ohne ordnendes System die Handlung ergänzt. "Alix, Anton und die anderen" wird fortgesetzt. Bei einem anderen Verlag. (cs)

Pressestimmen

»Katharina Hacker lässt den Romanbericht in zwei Strängen nebeneinander laufen. ... Dieser zweispaltige Umbruch, der in der schlichtesten Weise die Frage nach der Alternative vor Augen stellt, erweist sich als elegantes Mittel, das dem Roman jene Dimension der philosophischen Reflexion wieder erschließt, die die Höhepunkte der Gattung auszeichnet. Über die verformende Kraft der gestauten Zeit, den unvermeidlichen Gestaltwandel eines scheinbar in herrlicher Freiheit geführten Lebens, glücken Katharina Hacker Passagen von ungeheurer Kraft. Mit Alix, Anton und den anderen geht der Leser durch das halbe Jahr eines präzise beschworenen Berliner Winters ... Dieser Roman von Katharina Hacker ist der erste Teil eines auf mehrere Bände angelegten epischen Projekts, das zu den höchsten Hoffnungen berechtigt.«

(Patrick Bahners Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»Katharina Hacker...ist eine subtile und hochsensible Erzählerin. Gerade mit ihrem letzten Roman hat sie viel gewagt und eine feinnervige, reflexive Erzählweise mit einem sozial drastischen Stoff kurzgeschlossen - eine wichtige Kombination...«

(Nicole Henneberg Frankfurter Rundschau )

»Der Roman ruht fest auf starken Szenen, bleibt bei aller Einfühlung erstaunlich leichtherzig. Katharina Hacker hat mit Alix, Anton und die anderen den ersten Teil eines gekonnten Triptychons über die menschliche Einsamkeit vorgelegt.«

(Eva-Maria Lemke )

»Katharina Hacker hat einen kunstvollen Patchwork-Roman geschrieben, ein versiert produziertes Textnetzwerk mit lose verknüpften Erzählfäden.«

(Günter Kaindlstorfer )

»Das Glück des einen ist das Leid eines anderen. Das macht Hacker wiederum ohne Erbarmen klar, indem sie den Roman nach dem unabänderlichen Gesetz des Lebens orchestriert, das besagt: Werden und Vergehen; Leben und Tod; Glück und Schmerz - alles ist eins. Daher verknüpfen sich hier die Geschichten und Geschicke der einzelnen Personen, selbst wo sie nur Randfiguren zu sein scheinen ... So ist nur folgerichtig, dass der Roman selbst in vielen Stimmen zu uns spricht, wie eine Art Gesang, in dem eine Stimme die andere ergänzt und jede Stimme gleich viel zählt. Hacker hat diese Mehrstimmigkeit bis ins Druckbild hinein überführt.«

(Claudia Kramatschek )

»Das Lebensgefühl einer Generation, die glaubte, sich nicht entscheiden zu müssen: Selten wurde es so treffend, so erbarmungslos beschrieben.«

(Britta Heidemann Westdeutsche Allgemeine Zeitung )

»Um falsche Zeitpunkte geht es in diesem wunderbaren Roman, um die Verabschiedung von Träumen und wie man sich einrichtet, Leid verteilt dabei achtgibt, möglichst wenig zu zerbrechen.«

(Bücher-Magazin )

»Katharina Hacker ist eine kluge, nüchterne Erzählerin. Wie auf einem Schachbrett ordnet sie ihre Figuren an, führt Züge mit ihnen aus, positioniert sie, formt Konstellationen, Abhängigkeiten, Schlagkraft. Im Gegenzug kniet sie sich wechselweise in deren Innenleben, evoziert Bilder und Stimmungen für Gefühlslagen, welche die Figuren zwar selber nicht verstehen, aber mit diagnostischer Sorgfalt zur Kenntnis nehmen.«

(Sibylle Birrer Neue Zürcher Zeitung )

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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Gelungenes Spiegelbild der Generation um die Vierzig, 24. Februar 2010
Von 
Lenore Hinkel (Frankfurt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Alix, Anton und die anderen (Gebundene Ausgabe)
Einfühlsames Porträt einer Gruppe von Freunden, die alle um die Vierzig sind und einem akademischen Milieu entstammen. Das kinderlose Paar - die Graphikerin Alix und der Psychiater Jan -, der schwule Buchhändler Bernd und der Arzt Anton treffen sich regelmäßig sonntags bei den Eltern von Alix, sowie in unterschiedlichen Konstellationen auch unterhalb der Woche. Der Autorin gelingt es meiner Meinung nach sehr gut, das Lebensgefühl der heutig 40-jährigen wiederzugeben. Es geht um Themen wie unerfüllten Kinderwunsch, verzweifelte Partnersuche und nicht erreichte Lebensträume. "Das war dieses Lebensalter, die Mitte des Lebens - man strich Sachen aus, eine nach der anderen [...]".

Die Erzählung spielt in Berlin. Das Zusammentreffen vieler verschiedener Kulturen in dieser Stadt spiegelt sich in den zahlreichen Nebenfiguren mit Migrationshintergrund. Immer stärker in die Haupterzählung integriert wird die Geschichte dreier vietnamesischer Geschwister, die in Berlin-Zehlendorf ein Restaurant betreiben.

Mir gefällt die viel und kritisch diskutierte Form dieses Romans; es ist ein Erzählen in parallelen Handlungssträngen und in ständig wechselnden Perspektiven. Der Text ist in zwei Spalten gedruckt, wobei beide Erzählstränge sich gegenseitig ergänzen, spiegeln und variieren. Das ist faszinierend und lädt den Leser ein, an der Vielzahl der Möglichkeiten beim Schreiben einer Geschichte direkt teilzuhaben.

In vielen Passagen glückt es der Autorin, in geradezu philosophischer Sprache, die Orientierungslosigkeit der 40-jährigen zum Ausdruck zu bringen. "Ich bin übriggeblieben, irgendwie steckengeblieben in meinem Leben. Und es muss beinahe ein Wunder geschehen, damit sich das noch einmal ändert."

Absolut empfehlenswert, vor allem natürlich für Menschen in der Lebensmitte.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Orientierungslosigkeit, 18. März 2010
Von 
Mimir - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Alix, Anton und die anderen (Gebundene Ausgabe)
Das Buch handelt von einer Gruppe von Menschen in Berlin-Schöneberg: vom scheinbar gealterten Paar Clara und Heinrich, von ihrer Tochter Alix und ihrem Mann Jan, von deren Freunden Bernd und Anton, von Mai Linh und ihrem Bruder Georg, und manch anderen. Alix und Jan, Bernd und Anton sind knapp über Vierzig und treffen sich jeden Sonntag seit fast zwanzig Jahren bei Clara und Heinrich zum Essen. Diesmal gehen sie aber zu den Vietnamesen essen.

Die Männer sind beruflich gesettelt, wie man neudeutsch zu sagen pflegt. Anton ist Arzt mit eigener Praxis, Jan Psychotherapeut, der schwule Bernd führt eine Buchhandlung, Heinrich war Oberstaatsanwalt. Alix leidet an Hyperakusis. Alle erfreuen sich irgendwie an der Freundschaft dieser kleinen Gruppe.

Doch alle hängen verpassten Lebenschancen nach, sind auf der Suche nach dem kleinen oder größeren Glück. Sie sind Akademiker, sonderbar einsam, kinderlos. Jan denkt daran, »er werde eines Tages eine Frau finden, mit der er sich Kinder gewünscht hätte; keiner wußte wie er, was ein Mensch einem anderen antun konnte, weder Anton noch Bernd, geschweige denn Alix.« Mai Linh wiederum verschweigt, »daß sie noch nicht müde genug war, die Hoffnungen auf ein anderes Leben aufzugeben.« Trotzdem oder deswegen waren fast alle dabei, »sich abzufinden mit dem, was unausweichlich war, mit dem Tod.«

Der Tod und Kinderlosigkeit spielen eine wiederkehrende Rolle. Da ist beispielsweise der kleine Bruder von Alix, der während des Liebesaktes seiner Eltern im Garten ertrinkt: vom Haus führte ein abschüssiger Hang zum See. Alix unternimmt im Verlauf der Geschichte eine Reise, um mit der Bahn eine Puppe nach Dillingen zu Eleonore, Bernds Schwägerin, zu bringen. Ein markantes Motiv, bei dem Verlorenheit und Orientierungslosigkeit sehr anschaulich werden. Doch leider auch bezeichnend für eine der vielen Schwächen des Buches. Die Personen, die sich am Bahnhof treffen sollen, übersehen sich bewusst. Ein entlarvendes Bild. Doch scheinbar verhindert die erforderliche Dramatik mit sich entwickelnder Panik den banalen, aber sinnvollen Anruf auf einem Handy.

Es geht im Roman wohl um den Zwiespalt der Figuren. Sie sind in der Mitte des Lebens, gelassener und doch mit zunehmender Begierde, zielloser Neugierde, ängstlichster Liebe. Die Autorin versucht nun offensichtlich, die Konflikte der einzelnen Personen in verschiedenen, wechselnde Sichten, auch in der Ich-Perspektive darzustellen, zu verdeutlichen. Doch bewirkt es mehr als Verwirrung? Die Buchseiten wurden in eine Form mit zwei Druckspalten gepresst: eine mit der Haupthandlung, die in den einzelnen Kapiteln selbst auch nicht kongruent ist; die zweite in kleinerer Schriftgröße, mit ergänzenden Rückblicken, Gedankenfetzen. Als Alternative mal passend zum daneben liegenden Haupttext, mal vertiefend, mal ein eigener Erzählstrang; mal nichts. Wahrlich ungeordnet. Es wirkt ein bisschen wie der Versuch der Projektion eines Hyper-Textes auf eine Buchseite. Das soll also komplexe Erzählweise sein! Warum integriert die Autorin abschweifende Gedankengänge, Träume, Sehnsüchte der Protagonisten nicht in den Roman? Spiegelt der Text die Orientierungslosigkeit der Hauptfiguren? Oder der Autorin? Der Roman kreist um etwas - um sich? Er kreißt und gebiert leider nichts.

Was will die 1967 geborene Autorin also sagen - über die Generation Mitte 40, über unsere Gesellschaft? Vieles ist gut beobachtet, alles stimmt und irgendwie doch nicht. Das Buch ist manchmal klischeehaft und plakativ, es soll lakonisch sein und wirkt nur gekünstelt. Es geht ja auch noch um Multi-Kulti in Berlin mit den netten Vietnamesen und dem gewalttätigen Türken. Dazu kommt der unvermeidliche Homosexuelle, der sich - natürlich - mit der älteren Frau bei Spaziergängen bestens versteht und unterhält. Der Mann im Rentenalter findet noch das blumenverzierte Glück mit der jüngeren Geliebten, die ihn wieder leben lässt.

Es gibt im Buch bemerkens- und bedenkenswerte Sätze; Ansätze, die eine Tiefe andeuten, die aber versteckt bleibt. Doch sowohl die Form wie auch die Umsetzung insgesamt passen nicht, wirken unausgegoren und unvollständig. Warum verwendet Katharina Hacker die alte Rechtschreibung? Als Kontrast zur eigenwillig modernen, gewollt avantgardistischen Aufmachung? Als Widerstand gegen was?

Der letzte Satz des Buches verweist auf mögliche Fortsetzungen der Geschichte von Alix, Anton und den anderen. Doch selbst dieser Abschluss wirkt eigenartig aufgesetzt. Aber vielleicht findet Frau Hacker noch eine neue, wirklich passende Form, kann die angedeutete Komplexität beherrschen und stärkt ihre Ausdruckskraft für ein eigentlich packendes Thema mit bisher viel zu flachen Charakteren.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Spannendes Konzept, wunderbare Erzählung, schöne Stimmung., 27. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Alix, Anton und die anderen (Gebundene Ausgabe)
Unterschiedliche Erzählstränge und -perspektiven, wunderbar verzahnt: 'Alix, Anton und die anderen' ist ein melancholischer Roman, der berührt. Es geht darum, angekommen und doch stets auf der Suche zu sein. Um Träume, die erfüllt werden, eben nicht - oder anders, als man es dachte. Es geht um Hoffnung. Und darum, dass nicht alles ist, wie es scheint.

Die Erzählstimme bleibt distanziert, selbst in der Ich-Perspektive, und wirkt gerade deshalb als Emotionsverstärker. Die Stimmung, die Katharina Hacker zu schaffen weiß, passt perfekt zum Lebensgefühl der Figuren und bleibt über den Roman hinaus.

Das Buch ist in zwei Spalten aufgeteilt, es bleibt dem Leser überlassen, wie er damit umgeht. Die rechte Spalte enthält den Haupterzählstrang. Die linke Spalte ergänzt die Geschichte aus anderen Perspektiven. Ein spannendes Konzept, das ich überhaupt nicht als anstrengend oder wirr empfand. Ganz im Gegenteil. Ich finde, das Buch ist sehr klar strukturiert.

Ich habe mich dafür entschieden, Kapitel für Kapitel erst die rechte, dann die linke Spalte zu lesen. Die 126 Seiten waren innerhalb weniger Stunden gelesen.

Ich kann dieses Buch deshalb allen, die sich von der Stimmung eines Romans tragen lassen können, nur empfehlen.
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