Nachdem sich die siebenköpfige Crew des Raumfrachter Nostromo im Film ALIEN versehentlich einen praktisch unkaputtbaren, fremden Organismus an Bord geholt hat, begann dieser die Besatzung zu dezimieren. Nur die einzige Überlebende, Ellen Ripley, konnte sich mit einem Rettungsboot in Sicherheit bringen und in einer riskanten Aktion, das Alien los werden.
ALIENS knüpft nun direkt an diesen Schluß an:
57Jahre später wird Ripley im Kälteschlaf an Bord der im Raum treibenden Raumfähre geborgen. Sie erfährt, dass sich mittlerweile Kolonisten auf dem Planeten, auf dem die Besatzung der Nostromo damals das Alien "gefunden" hat, befinden. Nicht zuletzt deswegen glaubt ihr niemand die Geschichte von dem fremden Wesen, das eine perfekte Tötungsmaschine zu sein scheint und von dessen Eiern es noch unzälige auf dem Planeten geben soll.
Als der Funkkontakt zu der Kolonie abreisst, wird aufgrund Ripleys Aussagen ein militärisches Sonderkomando geschickt um die Ursache zu ermitteln.
Ripley wird als Berater mitgeschickt. Noch bevor sich die Elitetruppe über den Zustand der Kolonie im klaren wird, werden sie dort von den Aliens angegriffen und handstreichartig ausradiert. Nur eine handvoll Soldaten und Ripley überleben den Angriff. Hier wird Ihnen bewusst das sie trotz Waffen und Ausbildung keine Chance gegen diese Wesen haben. Der Rückweg zur Erde schein abgeschnitten, nachdem auch die Raumfähre, die die Soldaten wieder zu ihrem im Orbit kreisenden Schiff bringen soll, zerstört wird. Die zweite Fähre wird zur Evakuierung aus dem Mutterschiff per Funk abkommandiert. Dessen Ankunft wird aber einige Stunden dauern. Viel zu lange, denn die Übermacht der Aliens ist erschreckend und es scheint als könnten die Überlebenden nicht auch nur wenige Minuten den Aliens standhalten....
James Cammerons ALIENS, das Sequel zu dem Klassiker ALIEN von Ridley Scott, setzt diesen direkt fort. Dies tut er ohne den Stil von ALIEN zu kopieren, sondern mit einer ganz eigenen Filmsprache und Klasse. James Cammeron wäre aber auch nicht James Cammeron, würde er versuchen Ridley Scotts Stil zu kopieren.
War ALIEN als spannungsgeladener Thriller angelegt, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt, ist Cammerons ALIENS deutlich actionlastiger und schneller. Das tut dem Film sehr gut und gibt ihm damit eine ganz eigene Dramatik.
Als ich 1990 ALIEN das erste mal ohne Vorwissen gesehen habe, war ich hin und weg: noch nie habe ich einen derart spannenden Film gesehen. Deswegen war ich von ALIENS zunächst etwas enttäuscht. Die Aliens waren nicht mehr die absoluten Überlebens- und Tötungsmaschinen. In ALIEN konnte das Wesen sogar im luftleeren Raum außerhalb der Fähre überleben und versuchte über das Triebwerk wieder ins Schiff zu gelangen. Nur durch den Druck des startenden Triebwerks wurde es in den Weltraum geblasen. Unklar ist ob es selbst das nicht überlebt hat.
In ALIENS waren die Wesen nun für meinen Geschmack irgendwie zu einfach zu töten. Maschinengewehrsalven und Feuer überleben sie offensichtlich nicht, während im ersten Teil das Wesen sogar den viel heißeren Triebwerkstrahl möglicherweise überlebt haben könnte. Nur die schiere nummerische Überlegenheit in ALIENS hat den Soldaten zugesetzt. (als die Königin auf der Suche nach Newt durch das Mutterschiff über die Metallplanken läuft, hört sich das metallisch an. Ist das Alien mit Metall gepanzert? Eine Verletzungsgefahr durch konventionelle Munition ist als also nicht zwingend gegeben.)
Außerdem hat mich zunächst die Idee der Königin gestört. Auf diesem Weg war das Wesen im ersten Teil sowieso nicht die absolute Gefahr, da es früher oder später an Alterschwäche gestorben wäre ohne selbst wieder Eier legen zu können.
Die Aussage des ersten Teils WIE sich diese Wesen im verbreiten, Äonenlang auf eine andere, raumfahrende Rasse warten um sich als Schmarozer auf hohem Niveau zu verbreiten, wurde damit etwas ad absurdum geführt: zur Fortpflanzung muss als immer eine Königin dabei sein!?!
Und wieso haben die Kolonisten nie diese Funksignal des gestrandeten Raumschiffs gehört, das die Nostromo empfangen hat?
Heute sehe ich diese Dinge nicht mehr so eng, bzw. achte nicht mehr darauf, denn auf diese Details einzugehen hätte der Dramaturgie des Films deutlich geschadet.
Mittlerweile sehe ich diesen zweiten Teil sogar fast lieber als den ersten Teil. Perfekte Regiearbeit, grandiose Schauspieler, hervoragender Schnitt, 1A-Musik und eine meisterhafte Dramaturgie machen den Film zu etwas besonderm und keine Sekunde langatmig. Die Gefahr ist permanent körperlich fühlbar.
Im Gegenteil, hat dieser Film auch vieles vorweggenommen, was für spätere Alien-Filme proklamiert wurde:
- Die Aliens konnten schon in dem Teil schwimmen (als sich ein Alien Newt, das Mädchen, gekrallt hat)
- Die Aliens waren auch hier schon intelligent, berechnend, zu gemeinschaftlicher Aktion und Kommunikation fähig und intellektuell den Menschen mindestens ebenbürtig.
(Wegen dem zweiten Punkt hat mich auch zunächst das vermeintlich dumme Alien in der Landefähre gestört, das sich durch das Töten der Pilotin selbst ein Ende setzt. Heute sehe ich das so, dass sich dieses Wesen geopfert hat, damit die Soldaten nicht mehr wegfliegen können.)
Perfekt war die Konfrontation der Mütter (Ripley und die Alienkönigin) im Mutterschiff. Beide sehen die jeweils andere als Gefahr für ihre Brut an. Ripley macht die Aliens dafür verantwortlich, dass sie ihre Tochter überlebt hat und ist für Newt die Ersatzmutter, während Ripley vor den Augen der Königin während des Rückzugs die Eier mit dem Flammenwerfer zerstört hat.
So kommt es zum direkten Showdown. Durch den Laderoboter besteht in etwa ein Kräftgleichgewicht: SUPER! Besser könnte der Kontrast nicht sein: der gelbe, mechanische Roboter gegen die biologische Kampfmaschine.
Ich weiss heute noch nicht genau in welche Kategorie ich diesen Film einordnen soll: Action? Science Fiction? Horror? Thriller? Irgendwie passt alles und irgendwie auch nicht. Eine ganz eigene Kategorie eben! ;-)
Zur DVD selbst: Das Menü ist ansprechend und die Filmqualität noch ok, obwohl man eventuell noch einiges hätte besser machen können. Aber nie so schlecht, das es störend auffallen würde.
Fazit: Einer der ganz großen Filme mit unbedingter Kaufempfehlung - 5Sterne!!!