Wer hier aufgrund des vom deutschen Verleih gewählten Covers einen "günstigeren" Spielbergschen Krieg der Welten erhofft, lässt lieber ganz schnell die Finger davon. Das ist trash und will auch nichts anderes sein.
Nein, hier hat zwar eine Invasion stattgefunden, aber diese ist gelinde gesagt an Debilität kaum zu überbieten. Und diese Prämisse macht alleine schon den Charme dieses Sci-Fi-Channel Quotenrenners aus: Irgendwann in naher Zukunft haben termitenartige Aliens unseren tollen Planeten entdeckt, und sich kurzerhand entschlossen, und mal aufzusuchen, um uns zu unterwerfen. ALso schwäremen sie mit ihrem kriegsgerät aus, auf der Suche nach dem wichtigsten Grundstoff für deren Existenz - Holz. Richtig gelesen. Klingt ja auch logisch, weil´s ja Termiten sind. Die benötigen Holz in Massen. Und scheinabr ist diese organische Substanz ganz, ganz selten. Warum diese Aliens jetzt allerdings ausgerechnet die ziemlich verpestete Erde aussuchen, deren Holzbestände arg rückläufig sind und hohe Umweltschäden das Holz ziemlich schädigen ist schon etwas schizophren.
Nun denn, so ist das also abgelaufen. Viel sehen wir davon nicht, weil es Geld gekostet hätte.
Und dann kommt der grossartige Auftritt von Ikone Bruce Campbell. Der ist mit seiner Mannschaft von tiefgekühlten Astronauten nach 40 Jahren wieder auf die Erde zurückgefallen. Bruce ist ein Arzt, der sich schon in der ersten Minute seines Auftretens darüber Gedanken macht, wieviele "Heiler" denn auf der Erde os ihrer Arbeit nachgehen, weil er ja reich werden könnte, wenn es nur noch wenige geben würde. Da hat er fast recht. Und es macht ihm sichtlich Spass in diesem Müll mitzuspielen.
Dann wäre da noch Renee O´Connor, die wir als Gabrielle aus Xena kennen. Die female Lead, die Bruces Astronautenpartnerin spielt.
Da gibt´s noch zwei andere, die sind aber unwichtig. Eine ist verwundet und befürchtet verstrahlt zu werden. Wird direkt erschossen. Der andere ist ein Pseudoheld, der leider seinen Mund gegenüber den Termiten zu weit aufmacht. Der endet kopflos.
So bleiben Bruce und Renee übrig, die den ganzen tag Holzscheite auf Anhänger laden dürfen. Dabei werden sie von höhergestellten Menschen, die aber vom intellektuellen her gegen Null gehen (und die aufgeklebte Bärte haben) überwacht.
Es kommt, wie es kommen muss. Bruce ist ein Held, wie er im Buch steht. Also muss er fliehen und den (sic!) US-Präsidenten suchen, der mitsamt seinem vegreisten, debilen Stab in einer Art Alterschwachsinnsheim herumgammelt. Keine grosse Hilfe, um den Planeten zu befreien.
Dennoch gelingt es Bruce mit einer saftigen Portion Pathos eine Truppe von Kämpfern aufzustellen, die zu aufsehen, und in ihm den "grossen Heiler" sehen, weil er ab-und zu mal einen Arm wieder einrenkt.
So kommt es zur grossen Schlacht gegen die Termiten und zur Befreiung der holden Renee. Da werden Termiten in Massen abgeschlachtet, die kommen in Truppentransporten an, in die augenscheinlich drei Stück reinpassen - aber es kommen hunderte heraus. Unglaublich!
Und so endet es - und Bruce schart immer mehr Kämpfer um sich und macht sich auf, Sektor um Sektor des Planeten zurückzuerobern. Wäre eine gute Prämisse für eine TV-Serie.
Eigentlich ist der Film lausig. Die digitalen Effekte sind, ähem, primitiv - die Schauspieler, bis auf die Main cast, unterirdisch (kommt davon , wenn man im Osten dreht, und dort Komparsen nutzt, die kein Englisch sprechen), die Story ist haarsträubend - aber: es passt! Es ist unterhaltsam, nie langweilig, und Bruce Campbell nimmt sich kein bisschen Ernst.
Ein selbstironisches Trashfilmchen, wie es sie selten gibt. In diesem Sinne: Gut Holz!