Seit 20 Jahren liebe ich diesen Film - und er begeistert mich immer wieder auf's Neue.
Dies geht zweifellos nicht nur mir so, der Film ist nicht umsonst seit 1986 ein regelrechter Meilenstein: ich denke, dass es wohl wenige Filme gibt, die mehr Klischees als ALIENS begründet haben!
Gerade mit dieser Distanz sieht man auch, wie richtungsweisend ALIENS für viele SF-Filme in den letzten Jahren war... praktisch jede Idee dieses Filmes ist nachher in zahlreichen anderen Werken wieder aufgetaucht. Ganz zu schweigen von unzähligen Spielen (egal ob Computer, Tabletop, Brettspiel, Rollenspiel) und Comics, in denen sich deutliche Zitate dieses Films finden.
In meinen Augen ist ALIENS die perfekte Mischung aus SF-, Horror- und Actionfilm. Wenn man überlegt, wie oft seit dem etwas ähnliches versucht wurde ist wirklich bemerkenswert, wie gut sich der Film immernoch macht.
Was macht diesen Film so stark? In meinen Augen ist es die Detailverliebtheit. Cameron hat es einfach geschafft, einen sehr runden Film abzuliefern, der wie aus einem Guss wirkt.
Beispielsweise sind die Marines auch in den Nebenrollen mit guten Schauspielern besetzt, die durchweg überzeugend agieren - und ihr Vorgehen wirkt realistisch, genauso wie die Dialoge.
Das die Hauptrollen ohnehin gut besetzt sind kommt natürlich noch dazu. Sigourney Weaver spielt ihre Rolle von der ängstlichen bis zur knallharten Ripley konsequent, genauso wie mit Lance Hendriksen als Bishop ein äußerst gelungene Besetzung der Rolle gefunden wurde.
Die Darsteller agieren innerhalb ihrer Rollen glaubhaft, und auch ein Carter Burke ist nicht direkt böse, sondern handelt aus seiner Sicht durchaus nachvollziehbar. Ebenso sieht man, dass Lt. Gorman bemüht ist, ein guter Offizier und Vorgesetzter zu sein (und nicht einfach nur die unfähige Pfeife gibt) und das Vasquez (YEAH!) von der ohnehin unterbewerteten Jeanette Goldstein durchaus facettenreich gegeben wird.
Gerade die Nuancenreichtum macht das Charakterspiel plastisch, und dies wiederrum kommt der Story und dem ganzen Film enorm zu Gute.
Ähnliches muss man für die Aliens sagen - denn auch die sind weniger als furchtbar böse Monster für den Schockwert dabei, sondern handeln eben auch nachvollziehbar. Sie verteidigen ihre Existenz mit allen zur Verfügung stehen Mitteln. Dabei gehen sie nicht rücksichtsloser als die Menschen vor - beide Spezies kämpfen auf Archeron ums nackte Überleben.
Manchmal hat man den Eindruck, das die Aliens irgendwie schwächer als im ersten Teil der Serie sind. War ein einziges Alien im Vorgänger ein fast übermächtiger Gegner, sind in ALIENS diese Viecher durchaus sterblich und werden zu dutzenden zerlegt. Dies ist natürlich sicher dem Thema und der Struktur der Geschichte geschuldet, zumal die Menschen ja auch nicht ganz schwächlich auftreten: während die Nostromo mit "Truckern" besetzt war treten jetzt schwerbewaffnete Colonial Marines an.
Überzeugend finde ich auch die Designs - sei es die Sulaco, die Ausrüstung der Marines, der Powerloader oder der Alien-Hive, alles sieht so aus als könnte es funktionieren. All dies kommt der Atmosphäre immens zu Gute.
Auch die Handlung entwicklet sich glaubhaft und mit einem guten Tempo - der Film nimmt beständig Fahrt auf und hat keinen Leerlauf, selbst wenn er NICHT pausenlos auf Action setzt. Die Schockmomente sind gut gesetzt, und das Finale ist nur schwer zu schlagen.
Insgesamt also ein echter Meilenstein. Ob ALIENS besser als der ebenfalls brilliante ALIEN ist muss glaube ich jeder selbst entscheiden, Tatsache ist jedenfalls, dass ALIENS seinem Vorgänger in Qualität nicht im geringsten nachsteht und dennoch völlig anders ist. Nur ganz wenige zweite Teile können das von sich behaupten!