Es scheint, als veröffentliche Schwarzer angestaubte Emma-Aufsätze, wenn ihr so gar nichts mehr einfällt. Die Lobhuddeleien haben allerdings wiederum Tradition bei ihr: waren da
bereits „Warum gerade sie?" (wo nichts weiter als Klatsch und ein bißchen Schwarzer'sche Psychologisierung zu finden waren), die Romy Schneider-Biografie (wobei zu erwähnen wäre, daß die leider NICHT verhinderte Journalistin Schwarzer hierbei einmal mehr die Grundregel für seriösen Journalismus mißachtet hat, die Quellen genau zu prüfen, was ihr einen Plagiatsprozeß bescherte, den sie zwar gewann, was aber dennoch peinlich für Schwarzer ist: was taugt bitte eine Biografie, die sich ungeprüfter Quellen bedient??) oder auch die Dönhoff-Hommage, in welcher Schwarzer unterwürfig auf die Knie sinkt (und sich ungewollt als Verfechterin des Klassenunterschiedes outet). Mit ihrem Vorbilder-Buch untermauert unsere Alice einmal mehr etwas, was wir bereits seit zwei Jahrzehnten wissen: die Infotainerin ist endgültig im Establishment angekommen und möchte es sich in den Wohnzimmern der Stars gemütlich machen. Allerdings sind ihr penetranter Hang zur Selbstinszenierung und auch das für sie charakteristische egozentrische Schulterklopfen nicht zu vermissen: sie versteht es auch hier, das Interesse vom Sujet wieder auf die eigene Person zu ziehen. Von den Portraitierten bleibt somit meist wenig übrig und ihre Gedanken werden, wie schon so oft zuvor, zu aufgeblasenen und bodenlosen Phrasen, die den Anschein von Tiefe erwecken möchen, sich bei genauerem Hinschauen aber als zu kurz gedacht (wenn überhaupt) erweisen. Schlimmer noch: wer auch nur ein klitzekleines bißchen mit der deutschen Sprache vertraut ist, wird peinlich berührt sein von Schwarzer's katastrophal schlechtem Stil und ihren verquanzten Sätzen. Das Ärgerliche an Schwarzer ist, daß sie nicht mehr an einer Sache interessiert ist und ihre Texte immer und immer wieder dieselbe Mischung aus Selbstherrlichkeit, Oberflächlichkeit, Großquatscherei und ein Geschiele auf medienwirksame Skandale (was, das muß man fairerweise sagen, in dem besprochenen Buch ein wenig hinten angestellt wird, dafür gibt der Stoff wohl auch zu wenig her) aufweisen. Anyway... Schwarzers unkritische Stammleserschaft wird auch dieser Uralt-Aufguß erfreuen.