Das Video zeigt Ihnen ein wenig die düstere Umgebung und eine Kampfszene. Falls die Qualität schlecht sein sollte, bitte ich, dies zu entschuldigen.
--- Alle "Alice Madness Returns"-Spiele auf der ganzen Welt verfügen auch über eine DEUTSCHE Sprach- und Textfassung! ---
Weder als Kind, noch als Erwachsener habe ich mich jemals für "Alice im Wunderland" interessiert, obwohl ich mit der Zeit ein sehr großer Fan von Tim Burton geworden bin. Trotzdem habe ich das Original nicht gelesen und verschiedene Verfilmungen nicht angesehen.
Das Spiel wurde mir empfohlen, aber nie zum Verleih bereitgestellt; auch ich habe es immer wieder vergessen, selbst die Initiative zu ergreifen. Schließlich habe ich das Spiel im Internet sehr günstig entdeckt und nebenbei in Kenntnis genommen, dass ein Code enthalten ist, mit der man ein weiteres, zuvor erschienenes Spiel ("American McGee's Alice") umsonst aus dem PlayStation Store herunterladen kann. Zwei Spiele zum Very-Low-Budget - einen Versuch hatten sie verdient!
Das Spiel unterliegt einer Zwangsinstallation, die beim ersten Einlegen der Blu-Ray automatisch gestartet wird, etwa 20 Minuten und 3,46 GB Speicherplatz in Anspruch nimmt. Ist zwar wie bei jeder anderen Installation auch bisschen nervig, wirkt sich jedoch sehr positiv auf den gesamten Spielverlauf aus.
Im Hauptmenü habt Ihr die Möglichkeit entweder "Alice Madness Returns" zu spielen oder "American McGee's Alice" runterzuladen bzw. zu spielen. Letzteres wird jedoch nicht wie üblich auf der PlayStation 3 gespeichert, sondern lässt sich lediglich nur über die Blu-Ray starten.
Zu Spielbeginn habt ihr auch die Möglichkeit zwischen den Schwierigkeitsstufen "Leicht", "Normal", "Schwer" oder "Alptraum" zu entscheiden. Aus reiner Neugier und zu Testzwecken habe ich zwar "Alptraum" genommen, aber als Anfänger dieses Spiels war es im wahrsten Sinne des Wortes ein Alptraum. Glücklicherweise hat man im Laufe des Spiels immer noch die Möglichkeit, hoch oder herab zu stufen.
Alice verliert ihre Eltern und wird somit zu einer Vollwaise. Aufgrund ihrer Traumata, mit denen sie immer noch zu kämpfen hat, diese aber nicht kontrollieren kann, lebt sie gemeinsam mit anderen Waisenkindern und einem leitenden Psychiater im alten London. Alice ist der Meinung, dass der Psychiater ihr mehr Last als Hilfe ist, weil er doch immer dasselbe sagen würde und keinesfalls zur Genesung von Alice behilflich sei.
Aus diesem Grunde beschließt Alice, sich selbst der Wahrheit zu stellen und nach den Antworten, die sie sich erhofft, in dem durch die Gedanken geprägten, aber aufgrund des Bösen ruiniertem, Wunderland zu suchen.
"Alice Madness Returns" besteht sowohl aus hellen als auch dunklen Passagen. Diese Kombination ermöglicht nicht nur eine gelungene Polyphonie, sondern lässt auch das eigentliche Wunderland nicht ganz untergehen. Doch wie auch in den dunklen Passagen ist hier das Wunderland nicht vor Feinden geweiht: Auch hier gibt es zahlreiche und verschiedene Gegner, die mit den unterschiedlichen Waffen Eurer Wahl bezwungen werden können. Als Beispiel seht Ihr im Video zwei verschiedene Waffen: ein Messer und eine Pfeffermühle - richtig gelesen: Pfeffermühle (Fernkampf-Waffe).
Doch allein mit dem Besiegen von Gegnern ist es nicht getan: Es gilt, verschiedene Objekte einzusammeln, die sich ebenfalls positiv auf den Spielverlauf auswirken (z.B. sammelt man Zähne, mit denen man - beim Erreichen einer bestimmten Anzahl - seine Waffen aufrüsten und somit effektiver und stärker zu machen oder man sammelt Erinnerungen, die Alice zuvor zugesprochen bekommen hat und aus ihnen Tipps für die weiteren Handlungen herausgefiltert werden können.
Was ich jedoch sehr lustig finde sind die Schweinenasen, die man mit der Pfeffermühle "bepfeffern" muss und eine Extra-Belohnung bekommt. Darüber hinaus gibt es natürlich auch Rätsel, die zu lösen und manchmal sogar echt fordernd sind.
Würde man mich allerdings nach dem Genre des Spiels fragen, würde ich mit "eine Mischung aus Hack 'n' Slay und Jump 'n' Run" sagen, obwohl es eigentlich nicht wirklich einem Hack 'n' Slay-Spiel ähnelt. Die typsichen Merkmale wie Items sammeln und gelegentlich Gegner beseitigen geben - zumindest mir - den Eindruck der beiden zuvor erwähnten Genren.
Die Grafik liegt zwar leider nur in HD-ready vor, sieht aber dennoch genial aus und hat auch mit dem Gesamtbild des Spiels einen eigenartigen Charme, den ich bis jetzt auch so noch nicht vorgefunden hatte. Es gibt Spiele, bei denen die Grafik deutlich besser ist, aber auch jene, bei denen es deutlich schlechter ist, aber mit diesem sehr guten Konzept, den guten Kampfszenen und den teilweise sehr lustigen Attributen wird die Differenz von 720p zu 1080p gerne mal in den Hintergrund gestellt.
Die Steuerung ist etwas gewöhnungsbedürftig und aufgrund der zahlreichen Möglichkeiten/Handlungen von Alice am Anfang sehr schwierig. Es benötigt einige Zeit, bis man wirklich "blind" spielen kann und nicht zuvor überlegen muss, mit welcher Taste man sich z.B. schrumpfen lässt, um in kleinere Öffnungen reinzukommen oder manche geheime Botschaften bzw. Pfade zu erkennen. Die Kamera kann man hierbei selbst in jede Richtung und zu jedem Winkel selbst einstellen, was natürlich sehr gut und angenehm ist.
Die Musik im Spiel ist teilweise monoton bzw. wiederholend. Ist man nicht unbedingt so konzentriert, dass man die Musik wahrnimmt, so erkennt man doch deutlich, dass sich einige Stücke oft wiederholen. Jedoch gibt es auch gute Stücke, bei denen ich mich zumindest freue, wenn diese auch mehrmals erklingen, aber ansonsten sehr gute Untermalung und passend zum Geschehen.
Fazit: Kein klassisches Hack 'n' Slay und kein klares Jump 'n' Run. Eine sicher Antwort gäbe es also dazu von mir nicht, aber ist das denn so wichtig bei so einem Spiel, der nicht nur Potenzial hat, sondern diese auch völlig ausnutzt? Nein. Es hat zumindest das Eigenartige; einen Charakter, den viele von uns aus frühen Kindeszeiten kennt und die Auseinandersetzung mit dem Spiel dadurch umso einfacher wird. Ein tolles Spiel!