Das Buch "Alice im Hungerland" hat mich durch schwere Zeiten begleitet. Ich habe es schon an die 7 Mal gelesen, es ist das beste Buch, was ich je über Essstörungen gefunden und gelesen habe.
Da ich ebenfalls vor ca. 7 Jahren an Anorexie erkrankt bin, kann ich mich in vielen Situationen, die Marya beschreibt wiedererkennen. Auch wenn der Umfang des Buches vielleicht im ersten Moment abschreckend ist, war ich sehr betroffen, als ich es das erste Mal zuende gelesen hatte.
Marya schildert viele Situationen, die ich durchlebt habe oder durchlebe, die mir schwer fallen in Worte zu fassen. Sie hat eine tolle Art sich auszudrücken und enthüllt Verhaltensmuster, die nur Betroffene in und auswendig kennen. Als ich es das erste Mal gelesen habe, war der Zeitpunkt wohl nicht gerade der Beste, ich befand mich zwischen meiner Entlassung aus der ersten Klinik und meinem schlimmsten Absturz, wo es wirklich um Leben oder Tod ging.
Ich würde es nicht unbedingt weiter empfehlen, wenn man sich ohnehin schon in einem instabilen Zustand befindet, da es ziemlich ernüchternd ist und vieles deutlich macht, was man ignoriert oder nicht wahr haben möchte. Das Buch bringt die eigene erschaffene Welt, der Magersüchtigen und Bulimieker näher, in der es ausschließlich um Zahlen, Gewicht und Kalorien geht.
Es ist ein täglicher Kampf, den man an manchen Tagen verliert und an manchen Tagen gewinnt.
Ich denke mit diesem Buch kann man auch den Laien oder Angehörigen einen besseren Eindruck verschaffen, was es heisst essgestört zu sein, es geht schon lange nicht mehr nur ums Abnehmen... .